An­na, der Stuhl und die Uro­mas

Schwaebische Zeitung (Tettnang) - - TETTNANG - Von Ro­land Weiß

Dass An­na 2016 auf Platz 8 der be­lieb­tes­ten Mäd­chen­na­men in Deutsch­land lan­de­te, ist das ei­ne. Be­reits ein Jahr­hun­dert zu­vor dürf­te ei­ne Aus­wer­tung (hät­te es sie ge­ge­ben) Ähn­li­ches be­sagt ha­ben – je­den­falls hat die Na­mens­ge­bung bei Töch­ter­chen An­na auch mit zwei Uro­mas vä­ter­li­cher­seits zu tun, die zwar seit Lan­gem ver­stor­ben, nicht aber ver­ges­sen sind – und die auf den Na­men An­na hör­ten.

Zwei See­len von Mensch, die der Au­tor die­ser Zei­len – nicht nur, aber auch – mit ei­nem ver­knüpft: dem ge­müt­li­chen Blick aus dem Miets­hausFens­ter im drit­ten Stock. Gibt es so et­was heu­te über­haupt noch – Frau­en, die aus dem Fens­ter star­ren?

Nach ge­ta­ner Ar­beit, wo­von die mehl­ver­schmier­te ka­rier­te Schür­ze kün­de­te, ver­mit­tel­ten sie dem Jun­gen auf der Stra­ße da­mals je­den­falls Ge­las­sen­heit, Gleich­mut und Si­cher­heit – ge­paart mit der ste­ten Of­fen­heit für ei­nen net­ten Plausch mit der Nach­ba­rin.

Va­ters Herz hat Töch­ter­chen An­na jüngst er­wärmt, als sie ei­nen ih­rer Kin­der­stüh­le ans Fens­ter rück­te, dar­auf stieg und selbst­ver­ges­sen das Trei­ben auf der Stra­ße ver­folg­te. Soll­ten Sie al­so wie­der ein­mal den Weg durch die Hoch­stra­ße als Ab­kür­zung wäh­len, weil es sich vom Kreis­ver­kehr Wan­ge­ner Stra­ße her zu­rück­staut – dann neh­men sie sich doch die Zeit und grü­ßen kurz zu­rück, falls ih­nen ein fro­hes Kin­der­win­ken gu­te Fahrt si­gna­li­siert.

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