Nie­der­lan­de: Voll­jäh­ri­ge au­to­ma­tisch Or­gan­spen­der

Schwaebische Zeitung (Tettnang) - - JOURNAL -

Auch in den Nie­der­lan­den gibt es ei­nen Man­gel an Spen­der­or­ga­nen. Aus die­sem Grund hat das Par­la­ment ei­ne Wen­de be­schlos­sen. Künf­tig gilt ei­ne so­ge­nann­te Wi­der­spruchs­lö­sung. Da­nach ist je­de voll­jäh­ri­ge Per­son grund­sätz­lich ein Or­gan­spen­der – au­ßer, sie hat dem aus­drück­lich wi­der­spro­chen. In Deutsch­land ist es ge­nau um­ge­kehrt: Nur der ist Or­gan­spen­der, der aus­drück­lich zu­ge­stimmt hat. Mit der knap­pen Mehr­heit von 38 Stim­men und 36 Ge­gen­stim­men nahm der Se­nat am Di­ens­tag in Den Haag die Re­form an. En­de 2016 hat­te die Zwei­te Kam­mer, die dem Bun­des­tag ent­spricht, mit ähn­lich knap­per Mehr­heit zu­ge­stimmt. Nach dem neu­en Ge­setz sol­len al­le Bür­ger ge­fragt wer­den, ob sie nach dem Tod ih­re Or­ga­ne spen­den wol­len. Ent­schei­den sie sich nicht, wer­den sie au­to­ma­tisch als Spen­der re­gis­triert. Laut Me­dien­be­rich­ten sind bis­lang nur knapp über die Hälf­te der Nie­der­län­der in der Or­gan­spen­der­da­ten­bank re­gis­triert. Das neue Or­gan­spen­de­ge­setz wird nun der Re­gie­rung vor­ge­legt. Sie ent­schei­det dann, wann es im Amts­blatt ver­öf­fent­licht wird und in Kraft tritt. Die Nie­der­lan­de ist mit die­ser Ge­set­zes­ver­än­de­rung das 18. eu­ro­päi­sche Land, das zur so­ge­nann­ten Wi­der­spruchs­lö­sung bei der Or­gan­spen­de wech­selt. (KNA)

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