Schwaebische Zeitung (Tettnang)

Fra­ge der Ge­rech­tig­keit

- Von Kat­ja Korf k.korf@schwa­ebi­sche.de Stuttgart · Winfried Kretschmann

Fahr­ver­bo­te in Stuttgart für al­te Die­sel­fahr­zeu­ge? Kein Pro­blem, kauft man sich eben ein neu­es Au­to. Zu Be­ginn der De­bat­te um Fahr­ver­bo­te in Stuttgart ver­trat selbst Mi­nis­ter­prä­si­dent Win­fried Kret­sch­mann (Grü­ne) re­la­tiv un­ver­hoh­len die­se The­se. Erst im Lau­fe der De­bat­te ru­der­te er öf­fent­lich zu­rück – „für nor­ma­le Ver­brau­cher ist ein Kraft­fahr­zeug ei­ne rie­si­ge An­schaf­fung“.

Das kann schon mal ver­ges­sen, wer sich wie vie­le Grü­nen-Wäh­ler aus der Stutt­gar­ter Halb­hö­hen­la­ge mit dem E-Bo­li­den zum Un­ver­packt-La­den be­wegt. Im rei­chen Süd­wes­ten kön­nen sich vie­le Kli­ma­schüt­zer

ih­re Hal­tung auch leis­ten. Die Stu­die von VdK und Na­bu zeigt: Wer gut ver­dient, pro­fi­tiert so­wohl von je­nen Sub­ven­tio­nen, die dem Kli­ma­schutz zu­wi­der lau­fen als auch von Zu­schüs­sen et­wa für teu­re­re E-Au­tos. Das ist un­ge­recht. Die Po­li­tik in Bund und Land hat Ver­kehrs­pol­tik bis­lang of­fen­kun­dig un­ge­recht ge­stal­tet. Dass muss sich än­dern. Da­zu zählt, Un­ter­schie­de zwi­schen Stadt und Land zu be­rück­sich­ti­gen. Au­ßer­halb der Städ­te sind Bus und Bahn oft kei­ne Al­ter­na­ti­ve. Wer Au­to­fah­ren für al­le teu­rer macht, be­vor­zugt die Städ­ter.

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