Schwaebische Zeitung (Tettnang)

Ge­teil­te Haf­tung nach Un­fall nachts oh­ne Warn­blin­ker

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Au­to­fah­rer dür­fen nur so schnell fah­ren, dass sie in­ner­halb ih­rer Sicht­wei­te an­hal­ten kön­nen. Kommt es nachts zu ei­nem Un­fall mit ei­nem Hin­der­nis, kön­nen sie so­gar dann mit­haf­ten müs­sen, wenn es sich da­bei um ein ver­un­glück­tes Au­to oh­ne ein­ge­schal­te­te Warn­blin­ker han­delt. Das zeigt ein Ur­teil des Ober­lan­des­ge­richts Cel­le (Az.: 14 U 37/20).

In dem Fall ging es um ei­nen Au­to­fah­rer, der bei Dun­kel­heit links ab­bie­gen woll­te. Er kol­li­dier­te aber mit ei­nem ent­ge­gen­kom­men­den Au­to, das er über­se­hen hat­te. Ein Au­to blieb qu­er zur Stra­ße ste­hen, oh­ne dass des­sen Fah­rer die Warn­blink­an­la­ge ein­ge­schal­tet hat­te, be­vor er den Wa­gen ver­ließ. Das zwei­te Au­to stand teils auf der Stra­ße, teils auf dem Grün­strei­fen. Des­sen Fah­rer mach­te die Warn­blin­ker an. In das un­be­leuch­te­te Wrack fuhr nun ein drit­tes Au­to. Des­sen Fah­rer for­der­te vor Ge­richt dann Scha­den­er­satz. Denn sei­ner Mei­nung nach hät­ten die nicht ein­ge­schal­te­ten Warn­blin­ker den Un­fall ver­ur­sacht. Doch die Ver­si­che­rung zahl­te nur ei­nen Teil – mit dem Ar­gu­ment, der drit­te Fah­rer sei wohl zu schnell ge­we­sen.

Das Ge­richt sprach dem drit­ten Fah­rer ei­ne Teil­schuld zu. Zwar haf­te­te der Fah­rer des un­be­leuch­te­ten Au­tos zu zwei Drit­tel. Denn sei­ne Ver­pflich­tung wä­re es ge­we­sen, die Warn­blin­ker an­zu­schal­ten. Doch der drit­te Be­tei­lig­te muss­te zu ei­nem Drit­tel haf­ten. Nach Ein­schät­zung der Rich­ter wä­re es für ihn mög­lich ge­we­sen, das Au­to am Stra­ßen­rand mit den ein­ge­schal­te­ten Warn­blin­kern zu er­ken­nen. Bei Dun­kel­heit sei nur ein Tem­po an­ge­mes­sen, das ein Ste­hen­blei­ben er­laubt. (dpa)

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FO­TO: DA­NI­LO DITTRICH/DPA Auch bei ei­nem Un­fall nachts müs­sen die Warn­blin­ker so­fort ein­ge­schal­tet wer­den.

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