Un­ge­müt­li­che Wo­chen

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND - Von Chris­toph Pla­te c.pla­te@schwa­ebi­sche.de

Der tür­ki­sche Prä­si­dent hat re­agiert, wie es zu er­war­ten war. Mit dem ihm ei­ge­nen Ge­pol­ter und dem Ges­tus des al­lei­nig Auf- rech­ten, der Eu­ro­pa die Stirn bie­tet, hat er an­ge­droht die Flücht­lin­ge, die bis­her an ei­ner Flucht über die Ägä­is ge­hin­dert wur­den, zie­hen zu las­sen.

Dass Re­cep Tay­yip Er­do­gan den Be­zug zur Rea­li­tät ver­lo­ren hat, ist in den Mo­na­ten seit dem ge­schei­ter­ten Putsch­ver­such mehr als deut­lich ge­wor­den. Dar­um wä­re es auch fahr­läs­sig, ihm ge­nug Be­son­nen­heit zu at­tes­tie­ren, um die wirt­schaft­li­chen Fol­gen sei­nes Han­delns ge­gen Eu­ro­pa rich­tig ein­schät­zen zu kön­nen.

Die Dro­hun­gen des tür­ki­schen Staats­chefs sind sehr ernst zu neh­men. Er­do­gan ver­sucht, die eu­ro­päi­schen Staats­chefs als kopf­lo­se Her­de vor­zu­füh­ren. Im­mer­hin ste­hen et­wa in Deutsch­land nächs­tes Jahr wich­ti­ge Wah­len an. De­ren Aus­gang ist auch ab­hän­gig vom Um­gang mit der Flücht­lings­kri­se.

Lässt An­ka­ra wie­der Flücht­lin­ge aus der Tür­kei nach Eu­ro­pa zie­hen, ver­langt das nach ge­mein­sa­men Kon­zep­ten, nach ein­heit­li­chen eu­ro­päi­schen Ant­wor­ten an Er­do­gan. Von all­dem ist bis­her nicht viel zu se­hen. Eu­ro­pa ste­hen un­ge­müt­li­che Wo­chen be­vor.

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