Dem Dra­ma auf den Grund ge­hen

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - MEINUNG & DIALOG -

Zum In­ter­view „Man kann von Trump auch et­was ler­nen“(11.11.): Sehr dank­bar bin ich Ih­nen für das In­ter­view mit Herrn Jo­sef Braml. In kla­ren Wor­ten for­mu­liert er, was auch mein Ein­druck zum Wahl­sieg von Do­nald Trump ist. Mit Herrn Braml tei­le ich die An­sicht, dass die Ame­ri­ka­ner die Na­se voll von „bu­si­ness as usu­al“ha­ben.

Die Bür­ger sind nicht so dumm, um zu igno­rie­ren, dass die Fi­nan­zund Wirt­schafts­mäch­te die Po­li­tik di­ri­gie­ren. Recht hat Herr Braml auch mit sei­ner Ein­schät­zung, dass auch in Deutsch­land der Bo­den be­rei­tet ist für ei­nen Schwenk, weil so­wohl Ar­mut wie Reich­tum im Lan­de wach­sen. Ich be­haup­te: Be­vor es zu ei­ner Re­vo­lu­ti­on kommt, wäh­len die Leu­te das klei­ne­re Übel.

Auch wenn sich die Me­di­en uni­so­no im eu­ro­päi­schen Trump-Ba­shing ge­fal­len, so gibt es doch noch be­däch­ti­ge Ex­per­ten wie Herrn Braml, die dem Dra­ma auf den Grund ge­hen und die Fal­len auf­zei­gen, in die das so­ge­nann­ten „Esta­blish­ment“tappt. Auch wenn ich Do­nald Trump für ge­fähr­lich un­be­re­chen­bar hal­te, ein Wahl­sieg von Hil­la­ry Cl­in­ton hät­te den ge­fähr­li­chen ame­ri­ka­ni­schen In­ter­ven­tio­nis­mus fort­ge­setzt, den Waf­fen­ex­port in la­bi­le Län­der in­ten­si­viert, Russ­land wei­ter in die En­ge ge­trie­ben, die welt­po­li­ti­schen Span­nun­gen ver­schärft, zum Bei­spiel Iran, Ab­schre­ckungs­po­li­tik be­trie­ben wie im Kal­ten Krieg. „Ma­ke Ame­ri­ca gre­at again“– das will Trump mit Ab­schot­tung, Cl­in­ton mit In­ter­ven­tio­nen er­rei­chen.

Und noch ein­mal: Ich freue mich sehr, wenn die Schwä­bi­sche Zei­tung auch Ex­per­ten zu Wort kom­men lässt, die nicht ins all­ge­mei­ne Wolfs­ge­heul ver­fal­len, son­dern den Grün­den nach­ge­hen, war­um die Men­schen re­agie­ren wie ge­habt. Bär­bel Fi­scher, Leut­kirch

Aus­weis­pflicht im In­ter­net

Was kön­nen die Be­trei­ber von so­zia­len Netz­wer­ken wie Face­book und Goog­le+ da­für, wenn sich zwei oder mehr Men­schen be­schimp­fen? „Ha­te Speech“ist nur ei­ne der er­heb­li­chen Per­sön­lich­keits­ver­let­zun­gen, die ei­nem Mensch als An­wen­der im In­ter­net wi­der­fah­ren kön­nen. Schon seit Jah­ren be­ob­ach­te ich schäd­li­che Aus­wir­kun­gen durch den Teil des In­ter­nets, der mit Mei­nun­gen, Pro­dukt­re­zen­sio­nen und so­zia­len Netz­wer­ken per­sön­lich wird.

Grund­sätz­lich gilt bei An­wen­dung des deut­schen Rechts die Aus­weis­pflicht. Trotz der elek­tro­ni­schen Aus­wei­se ist es der Bun­des­re­gie­rung bis­her nicht ge­lun­gen, ein den tech­ni­schen Ge­ge­ben­hei­ten ent­spre­chen­des Sys­tem durch­zu­set­zen.

Das heißt al­so, dass ich im In­ter­ne­tca­fé im­mer noch mit Na­men und Pass­wort ar­bei­ten kann. Zu­hau­se könn­te ich mit mei­nem An­schluss iden­ti­fi­ziert wer­den, aber die In­ter­net­ca­fés ha­ben kein ent­spre­chen­des Sys­tem.

Ei­gent­lich wä­re das Pro­blem mit der Durch­set­zung der Aus­weis­pflicht lös­bar, selbst bei pri­va­ten Rech­nern mit In­ter­net­an­schluss. Ent­spre­chen­de Le­se­ge­rä­te gibt es, die Soft­ware hinkt al­ler­dings arg hin­ter­her.

Ich fin­de, die ein­zig rich­ti­ge Lö­sung ist die Kopp­lung des Per­so­nal­aus­wei­ses be­zie­hungs­wei­se Rei­se­pas­ses an den ent­spre­chen­den Com­pu­ter. Dann braucht man kei­ne Pass­wör­ter mehr und je­de Straf­tat kann – zu­min­dest theo­re­tisch – auf­ge­klärt wer­den. Ge­org Gunsch, Ra­vens­burg

Lie­be Le­se­rin­nen, lie­be Le­ser,

wir freu­en uns über Ih­re Brie­fe. Bit­te ha­ben Sie aber Ver­ständ­nis da­für, dass wir für die Ver­öf­fent­li­chung ei­ne Aus­wahl tref­fen und uns auch Kür­zun­gen vor­be­hal­ten müs­sen. Le­ser­zu­schrif­ten stel­len kei­ne re­dak­tio­nel­len Bei­trä­ge dar. An­ony­me Zu­schrif­ten kön­nen wir nicht ver­öf­fent­li­chen.

Schwä­bi­sche Zei­tung Karl­stra­ße 16 88212 Ra­vens­burg Fax-Nr. 0751 / 295599-1499 Le­ser­brie­fe@schwa­ebi­sche­zei­tung.de

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