Ein Frei­geist wird 85

In Deutsch­land wur­de To­mi Un­ge­rer vor al­lem mit sei­nem Kin­der­buch „Die drei Räu­ber“be­kannt

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - KULTUR -

STRASSBURG (dpa) - Man­che sa­gen über den fran­zö­si­schen Ka­ri­ka­tu­ris­ten und Kin­der­buch­au­tor To­mi Un­ge­rer, er ha­be fünf Le­ben ge­lebt, wäh­rend es bei ih­nen nur zu ei­nem ge­reicht ha­be. Der um­trie­bi­ge Künst­ler wird heu­te 85 Jah­re alt.

Span­nend war Un­ge­rers Le­ben schon be­vor er mit sei­nen Zeich­nun­gen und Il­lus­tra­tio­nen be­kannt wur­de. Denn wer ist schon zum Nord­kap ge­trampt oder hat als Ka­mel­trei­ber bei Frank­reichs Sa­ha­ra-Trup­pen und auf ei­nem is­län­di­schen Fi­scher­boot an­ge­heu­ert? Seit 1976 lebt er mit sei­ner drit­ten Frau in Ir­land. Zu sei­nem Ge­burts­tag ist er zu Be­such in sei­ner Hei­mat­stadt Straß­burg.

Po­li­ti­sche Zeich­nun­gen ma­chen ei­nen gu­ten Teil sei­nes Wer­kes aus. Be­kannt ge­wor­den ist Un­ge­rer mit Kin­der­bü­chern wie „Die drei Räu­ber“. Sein Na­me wird auch mit dem „Gro­ßen Lie­der­buch“ver­bun­den, das sich mehr als 1,4 Mil­lio­nen Mal ver­kauft hat. Aus dem alt­in­di­schen Lehr­buch der Lie­bes­kunst mach­te er „Das Ka­ma­su­tra der Frö­sche“– in Deutsch­land sein er­folg­reichs­tes Buch für Er­wach­se­ne. Auch mit 85 möch­te der „Al­les­tu­er“, wie er sich selbst nennt, wei­ter ar­bei­ten. Erst in den letz­ten Jah­ren sei er wirk­lich zu­frie­den. Sei­ne al­ten Zeich­nun­gen ha­be er lan­ge nicht an­se­hen wol­len, ha­be sie nun aber wie­der her­vor­ge­holt: „Jetzt muss ich zu­ge­ben, dass man­che Zeich­nun­gen schon in Ord­nung sind.“

FO­TO: DPA

Gut ge­launt zeig­te sich To­mi Un­ge­rer jüngst in sei­ner El­säs­ser Hei­mat.

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