Prag­ma­ti­ker

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND -

Raúl Cas­tro hat den größ­ten Teil sei­nes Le­bens im Schat­ten sei­nes be­rühm­ten äl­te­ren Bru­ders Fi­del ver­bracht. Sei­ne St­un­de schlug 2006, als der an­ge­schla­ge­ne Re­vo­lu­ti­ons­füh­rer „tem­po­rär“die Zü­gel der Macht an den Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter über­gab, um sich ei­ner schwe­ren Ope­ra­ti­on zu un­ter­zie­hen. Man­chen Fans des le­gen­dä­ren Co­man­dan­te schien Raúl ein un­ge­eig­ne­ter Er­satz zu sein: Dem Neu­en an der Staats­spit­ze fehl­te die mäch­ti­ge Sta­tur, die un­beug­sa­me Lei­den­schaft und die Re­de­kraft des cha­ris­ma­ti­schen Fi­del. Da­für hat­te der klei­ne Bru­der aber ei­ne gro­ße Zu­kunfts­vi­si­on für Ku­ba: die ge­schei­ter­te kom­mu­nis­ti­sche Uto­pie in der Ka­ri­bik zu re­for­mie­ren und be­hut­sam den Ka­pi­ta­lis­mus ein­zu­füh­ren. Die Aus­söh­nung mit dem ExErz­feind USA und ei­ne Öff­nung Ku­bas sind die größ­ten Er­fol­ge des vier­fa­chen Fa­mi­li­en­va­ters, der un­gern im Licht der Öf­fent­lich­keit steht. Sei­ne schwie­rigs­te Her­aus­for­de­rung nach Fi­dels Tod ist es, ei­nen Nach­fol­ger zu fin­den, der sei­nen Re­form­kurs fort­set­zen wird. 2018 will Raúl zu­rück­tre­ten. Ale­xei Ma­kart­sev

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