Alterspräsident wird der Di­enst­äl­tes­te

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND -

BER­LIN (dpa) - Der Bun­des­tag hat in sei­ner längs­ten Sit­zung die­ser Le­gis­la­tur­pe­ri­ode in der Nacht zum Frei­tag ei­ne Rei­he wich­ti­ger Ent­schei­dun­gen ge­trof­fen:

Kinderehen wer­den ein Rie­gel vor­ge­scho­ben. Sie sind im Al­ter un­ter 16 Jah­ren nich­tig und wer­den an­nul­liert, wenn ein Gat­te zum Zeit­punkt der Ehe­schlie­ßung zwi­schen 16 und 18 Jah­ren alt war. Die­se Re­ge­lung gilt auch für Ehen, die im Aus­land ge­schlos­sen wur­den.

Impfberatung: Ki­tas müs­sen künf­tig El­tern beim Ge­sund­heits­amt mel­den, wenn die­se kei­ne Impfberatung beim Haus­arzt nach­wei­sen kön­nen. Bis­lang war es den Ki­tas frei­ge­stellt, ob sie säu­mi­ge El­tern mel­den. Wer sich ei­ner Be­ra­tung ver­wei­gert, muss mit ei­ner Geld­bu­ße von 2500 Eu­ro rech­nen. Die Ver­schär­fung muss noch vom Bun­des­rat be­stä­tigt wer­den.

Der Alterspräsident des Bun­des­ta­ges wird statt nach Le­bens­jah­ren künf­tig nach den Di­enst­jah­ren be­stimmt. Man wol­le so si­cher­stel­len, dass die kon­sti­tu­ie­ren­de Sit­zung von ei­nem Ab­ge­ord­ne­ten mit ge­nug Er­fah­rung ge­lei­tet wird. Zu­gleich wird aber wohl auch ein AfD-Ab­ge­ord­ne­ter in die­ser Rol­le ver­hin­dert. Der Alterspräsident lei­tet die ers­te Par­la­ments­sit­zung nach der Wahl, bis ein neu­er Bun­des­tags­prä­si­dent ge­wählt ist. Majestätsbeleidigung: Der um­strit­te­ne Pa­ra­graf 103 ist ab­ge­schafft. Der Pas­sus stell­te die Be­lei­di­gung von Or­ga­nen und Ver­tre­tern aus­län­di­scher Staa­ten un­ter be­son­de­re Stra­fe. In die Schlag­zei­len ge­riet der Pa­ra­graf, nach­dem der tür­ki­sche Prä­si­dent Re­cep Tay­yip Er­do­gan da­mit ge­gen den ZDF-Mo­de­ra­tor Jan Böh­mer­mann vor­ge­gan­gen war.

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