BGH-Ur­teil: Bau­her­ren müs­sen Platz für die Wär­me­däm­mung las­sen

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - WIRTSCHAFT -

KARLS­RU­HE (dpa) - Wer sein Haus di­rekt an die Grund­stücks­gren­ze baut, soll­te von vorn­her­ein aus­rei­chend Platz für die Wär­me­däm­mung ein­kal­ku­lie­ren. Im Streit mit den Nach­barn ha­ben Ei­gen­tü­mer sonst schlech­te Kar­ten. Das er­gibt sich aus ei­nem Ur­teil des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) in Karls­ru­he. Die Rich­ter hat­ten es mit ei­nem Fall in Ber­lin zu tun. Dort sind Nach­barn zer­strit­ten, weil die nach­träg­lich an­ge­brach­te Dämm­schicht an der Sei­ten­wand ei­nes Mehr­fa­mi­li­en­hau­ses ein paar Zen­ti­me­ter über die Grund­stücks­gren­ze ragt. Die Ei­gen­tü­mer­ge­sell­schaft will die­se Wand noch ver­put­zen und strei­chen. Der Nach­bar ak­zep­tiert aber kei­nen Mil­li­me­ter mehr.

Laut BGH sträubt er sich zu Recht: Ein Ber­li­ner Ge­setz ver­pflich­tet Grund­stücks­ei­gen­tü­mer zwar, für den Kli­ma­schutz das Däm­men be­ste­hen­der Nach­bar­ge­bäu­de zu dul­den. In ers­ter Li­nie ist da­bei aber an Alt­bau­ten ge­dacht, die oft von Grund­stücks­gren­ze zu Grund­stücks­gren­ze rei­chen. Das Haus in dem Fall steht seit Mit­te der 2000erJah­re. Da­mals war schon klar, dass die Wand zwin­gend ge­dämmt wer­den muss. „Der Bau hät­te al­so von vorn­her­ein so ge­plant wer­den kön­nen und so ge­plant wer­den müs­sen“, sag­te die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin. Das Ge­setz sei nicht da­zu da, die Ver­säum­nis­se von Bau­her­ren nach­träg­lich aus­zu­glei­chen.

FO­TO: DPA

Ei­ne nach­träg­lich an­ge­brach­te Däm­mung brach­te Streit.

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