Schu­le trifft Kom­mu­nal­po­li­tik

Acht­kläss­ler der Ge­mein­schafts­schu­le ler­nen, wel­che Auf­ga­ben ei­ne Kom­mu­ne hat

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - WANGEN -

WAN­GEN (sz) - Un­ter­richt der ganz an­de­ren Art hat die ach­te Klas­se der Ge­mein­schafts­schu­le im Rat­haus in Wan­gen er­lebt. „Schu­le trifft Rat­haus“hieß ei­nen Vor­mit­tag lang das Mot­to. Hö­he­punkt des Ak­ti­ons­tags, ein An­ge­bot der Lan­des­zen­tra­le für po­li­ti­sche Bil­dung in Stutt­gart in Zu­sam­men­ar­beit mit der Stadt Wan­gen, war ein Ge­spräch der Schü­ler mit Ober­bür­ger­meis­ter Micha­el Lang.

Dis­kus­si­on über Um­welt

Der Ak­ti­ons­tag be­stand laut ei­ner Pres­se­mit­tei­lung un­ter an­de­rem dar­in zu ler­nen, was die Pflicht­auf­ga­ben ei­ner Kom­mu­ne sind. „Ist das Stan­des­amt ei­ne Pflicht- oder ei­ne frei­wil­li­ge Auf­ga­be?“, hieß es da. Oder „Muss ei­ne Stadt Kin­der­gär­ten und Schu­len bau­en?“Und: „Was ist mit ei­nem Mu­se­um – Pflicht oder Kür?“In Grup­pen mach­ten sich die Acht­kläss­ler an die Auf­ga­ben. An­schlie­ßend über­leg­ten sie, wie ih­re Wunsch­ge­mein­de aus­ge­stat­tet sein müss­te. Vier Punk­te stan­den auf der Hit­lis­te ganz oben: Die Stadt soll­te um­welt­freund­lich sein, es soll­te ei­ne gro­ße Ver­an­stal­tung für Kin­der und Er­wach­se­ne ge­mein­sam ge­ben, ge­wünscht wä­re ein gro­ßes Ein­kaufs­zen­trum und ei­ne Mög­lich­keit, La­ser­tag zu spie­len.

Im Ge­spräch mit OB Lang spiel­ten je­doch nicht al­le Punk­te ei­ne Rol­le. Nach­dem die Grup­pe mit ihm über Um­welt­freund­lich­keit dis­ku­tiert und sich ge­wünscht hat­te, dass es mehr Rad­we­ge ge­ben soll, spra­chen sie die wei­te­ren An­we­sen­den der Ver­samm­lung an. Ja­kob Vo­che­zer, der als Spre­cher des Ju­gend­ge­mein­de­rats den Vor­mit­tag be­glei­te­te, wies die Klas­se dar­auf­hin, dass sie be­reits alt ge­nug sei­en, im Ju­li zum zwei­ten „Wait for it“zu kom­men. Denn das Open-air-Kon­zert sei ei­ne Ju­gend­ver­an­stal­tung ab 14 Jah­ren. Au­ßer­dem könn­ten sie ab dem kom­men­den Jahr sel­ber ei­ne Men­ge be­we­gen, wenn sie sich für den Ju­gend­ge­mein­de­rat auf­stel­len las­sen und ge­wählt wür­den.

Fra­gen an den Bür­ger­meis­ter

Da­für warb auch Ober­bür­ger­meis­ter Micha­el Lang in dem von Mit­ar­bei­tern der Lan­des­zen­tra­le mo­de­rier­ten Ge­spräch. Die Schü­ler nutz­ten schließ­lich ih­re Chan­ce, den Ober­bür­ger­meis­ter al­les zu fra­gen, was sie schon im­mer wis­sen woll­ten. Zum Bei­spiel, wie er sich für sei­nen Be­ruf ent­schied, wie man sich als Stadt ver­hal­ten kann und soll, wenn tür­ki­sche Mit­bür­ger ei­nen Dop­pel­pass ha­ben und in der Tür­kei die To­des­stra­fe ein­ge­führt wer­den soll. Er ant­wor­te­te, er ha­be zu­nächst Leh­rer wer­den wol­len, ha­be sich dann aber für die Ver­wal­tungs­lauf­bahn und ein Ju­ra­stu­di­um ent­schie­den. In die An­ge­le­gen­hei­ten an­de­rer Län­der soll­te man sich von au­ßen nicht ein­mi­schen, gab Lang der Klas­se zu be­den­ken. Und dann war die Fra­ge zu be­ant­wor­ten, wie ein Ober­bür­ger­meis­ter den Tag ver­bringt. OB Lang sam­mel­te Ide­en der Schü­ler.

Die­se reich­ten von „viel te­le­fo­nie­ren“, über „vie­le Sa­chen un­ter­schrei­ben und ver­han­deln“– und tra­fen da­mit ins Schwar­ze. Dass er auch vie­le Leu­te be­grü­ßen muss und darf, dass er den Vor­sitz des Ge­mein­de­rats in­ne­hat und dass er Chef ei­ner Ver­wal­tung mit vie­len Mit­ar­bei­tern ist, kam eben­so zur Spra­che. Und dass die­se Ver­wal­tung ger­ne jun­ge Men­schen als Prak­ti­kan­ten und Aus­zu­bil­den­de auf­nimmt eben­so.

FO­TO: STADT WAN­GEN

Die Schü­ler der ach­ten Klas­se der Ge­mein­schafts­schu­le ha­ben im Rat­haus ei­nen Ak­ti­ons­tag zur Kom­mu­nal­po­li­tik er­lebt. Ober­bür­ger­meis­ter Micha­el Lang (Mit­te) nahm sich über ei­ne St­un­de Zeit für sie.

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