Rai­ner Ka­pel­len ver­zich­tet auf er­neu­te Kan­di­da­tur

Ehe­ma­li­ger Wein­gar­te­ner Bür­ger­meis­ter schei­det im März 2018 in Laupheim aus dem Amt aus

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - REGIONALSPORT / REGION - Von Ro­land Ray und Oli­ver Lin­sen­mai­er

LAUPHEIM/WEIN­GAR­TEN - Der ehe­ma­li­ge Wein­gar­te­ner Bür­ger­meis­ter Rai­ner Ka­pel­len ver­zich­tet auf ei­ne er­neu­te Kan­di­da­tur als Ober­bür­ger­meis­ter von Laupheim. „Nach reif­li­cher und in­ten­si­ver Über­le­gung“ha­be er sich aus per­sön­li­chen Grün­den ent­schie­den, bei der Ober­bür­ger­meis­ter­wahl En­de des Jah­res nicht mehr an­zu­tre­ten, gab er am Don­ners­tag be­kannt. Sei­ne Amts­zeit en­det am 4. März 2018.

In ei­ner Pres­se­mit­tei­lung er­klär­te der 54-Jäh­ri­ge, dass für ihn nach ei­ner Amts­zeit als Rat­haus­chef in Laupheim Schluss sein wird. Zu­vor hat­te er die Füh­rungs­kräf­te und Mit­ar­bei­ter der Stadt­ver­wal­tung und die Rats­frak­tio­nen in Kennt­nis ge­setzt. „Die ver­gan­ge­nen acht Jah­re ha­be ich als Eh­re und Pri­vi­leg emp­fun­den, mei­nen Bei­trag zur Ent­wick­lung un­se­rer Stadt leis­ten zu dür­fen“, heißt es in dem Schrei­ben an die Me­di­en. „Die­se acht Jah­re wa­ren her­aus­for­dernd, an­stren­gend und ha­ben mir und mei­ner Fa­mi­lie ei­ni­ges ab­ver­langt – ich bin des­halb dank­bar, dass es mir wie­der gut geht.“

Der Ver­zicht auf ei­ne wei­te­re Kan­di­da­tur fal­le ihm nicht leicht, so Ka­pel­len, zu­mal er sei­ne Auf­ga­ben als OB nach wie vor ger­ne und mit gro­ßer Über­zeu­gung und Lei­den­schaft wahr­neh­me. Seit sei­ner Wahl im De­zem­ber 2009 übe er das Amt mit Re­spekt und Freu­de aus und wer­de das wei­ter­hin tun. „Ich wer­de mei­ne Auf­ga­ben auch in den ver­blei­ben­den Mo­na­ten mit al­lem Ernst, mit Hin­ga­be und Freu­de zum Woh­le der Stadt Laupheim er­fül­len und bit­te um Ver­ständ­nis für mei­ne Ent­schei­dung.“Rai­ner Ka­pel­len war von 1999 bis 2010 Ers­ter Bür­ger­meis­ter Wein­gar­tens und der Stell­ver­tre­ter des Ober­bür­ger­meis­ters. Als De­zer­nats­lei­ter war er sei­ner­zeit für das Per­so­nal­we­sen, die öf­fent­li­che Ord­nung, Fa­mi­lie und So­zia­les, Kul­tur und Tou­ris­mus, Lie­gen­schaf­ten und Wirt­schafts­för­de­rung ver­ant­wort­lich. Auch küm­mer­te er sich Werk­lei­ter der Stadt­wer­ke um Ener­gie­fra­gen, den öf­fent­li­chen Per­so­nen-Nah­ver­kehr und das Hal­len­bad. Als Ver­tre­ter der Stadt war er Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der des Kör­per­be­hin­der­ten­zen­trums Ober­schwa­ben (KBZO). Eh­ren­amt­lich en­ga­gier­te er sich als Vor­sit­zen­der des Sport­krei­ses Ravensburg und im Prä­si­di­um des Würt­tem­ber­gi­schen Lan­des­sport­bun­des.

Bei so vie­len Auf­ga­ben hat Ka­pel­len Spu­ren in Wein­gar­ten hin­ter­las­sen. Des­sen ist sich auch sein lang­jäh­ri­ger Vor­ge­setz­ter, der ehe­ma­li­ge Ober­bür­ger­meis­ter Gerd Ger­ber be­wusst. „Herr Ka­pel­len hat in sei­ner Zeit, in der ich mit ihm zu tun hat­te, sein Re­fe­rat sehr gut ge­führt. Er hat­te ei­ne star­ke Af­fi­ni­tät zu Sport und Land­kreis“, sag­te ein über­rasch­ter Ger­ber auf Nach­fra­ge der „Schwä­bi­schen Zei­tung.“

Stadt­ver­wal­tung äu­ßert sich nicht

Die ak­tu­el­le Wein­gar­te­ner Stadt­ver­wal­tung woll­te sich zur Ent­schei­dung Rai­ner Ka­pel­lens nicht äu­ßern, da man die Hin­ter­grün­de nicht ken­ne. Bei der Ver­ab­schie­dung im Jahr 2010 hat­te Ober­bür­ger­meis­ter Mar­kus Ewald Ka­pel­len al­ler­dings als ge­rad­li­ni­ge Füh­rungs­kraft und kom­pe­ten­ten Kom­mu­nal­po­li­ti­ker be­zeich­net, der ihn seit sei­ner Wahl im Jahr 2008 mit of­fe­nen Ar­men emp­fan­gen und ihm da­durch den Start in Wein­gar­ten er­leich­tert ha­be. „Sie wa­ren weit mehr als ein Ver­wal­tungs­bür­ger­meis­ter“, hat­te Ewald da­mals ge­sagt.

Sie­ben Jah­re spä­ter hat Ka­pel­len sich nun ent­schie­den, nicht mehr als Ober­bür­ger­meis­ter in Laupheim zu kan­di­die­ren. Er sei we­der amts­mü­de noch ge­frus­tet, sag­te er auf Nach­frag­te der SZ – „das ist kei­ne Fah­nen­flucht“. Für sei­ne Ent­schei­dung sei­en ver­schie­de­ne Fak­to­ren von Be­deu­tung. Ei­ner sei die Ge­sund­heit, be­stä­tig­te er – „ich ha­be zwei kräf­ti­ge Warn­schüs­se be­kom­men“. Das ge­be aber nicht den Aus­schlag. 2015 war Ka­pel­len meh­re­re Mo­na­te im Kran­ken­stand. Ein an­de­rer Fak­tor sei die Fa­mi­lie, „sie ist 30 Jah­re zu kurz ge­kom­men“.

Er­füllt ihn der Ver­zicht mit Weh­mut? „Aber si­cher“, sagt Ka­pel­len. Für die Zeit nach dem Aus­schei­den als OB ha­be er noch kei­ne kon­kre­ten Plä­ne.

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