Eg­lofser Mu­si­ker zie­hen al­le Re­gis­ter

Zum Kreis­ver­bands­mu­sik­fest fällt das Fazit rund­um po­si­tiv aus.

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - ERSTE SEITE - Von Paul Mar­tin, Su­si We­ber und Ed­gar Roh­mert Ei­ne Bil­der­ga­le­rie mit Im­pres­sio­nen der Fest­ta­ge fin­den Sie un­ter schwa­ebi­sche.de. Im Lauf des heu­ti­gen Diens­tags folgt zu­dem ein Vi­deo.

EG­LOFS - Von Don­ners­tag- bis Mon­tag­abend war ganz Eg­lofs auf den Bei­nen – und vie­le Gäs­te aus nah und fern da­zu: Es galt das dies­jäh­ri­ge Kreis­mu­sik­fest an­läss­lich des 175jäh­ri­gen Be­ste­hens der ört­li­chen Mu­sik­ka­pel­le zu be­ge­hen. Es hat sich ge­lohnt: Denn am Mon­tag­abend gin­gen Vor­stand Ste­fan Grä­ser beim Fazit die Su­per­la­ti­ve na­he­zu aus: „Sehr gut“, „über­wäl­ti­gend“, „toll“, sag­te er, nach­dem auch der Fe­st­um­zug er­folg­reich über die Büh­ne ge­gan­gen war und die tol­len Ta­ge im Zelt aus­klan­gen.

Die­se hat­ten am Don­ners­tag­abend mit dem Stern­marsch und dem Fass­an­stich be­gon­nen (die SZ be­rich­te­te). Nach dem laut Grä­ser gut be­such­ten Fir­men- und Ver­eins­abend am Frei­tag, ging es am Sams­tag­abend wei­ter in die Vol­len: Es war ein Fest des Al­pen­rocks, das im Fest­zelt vie­le jun­ge und äl­te­re Be­su­cher be­geis­ter­te. Man­che wa­ren von wei­ter her an­ge­reist, um die Schür­zen­jä­ger aus Ti­rol und Mar­kus Wohl­fahrt beim Mu­sik­fest zu er­le­ben, bei­spiels­wei­se Fans aus dem Sau­er­land, aus Frank­reich oder der Schweiz.

Mit viel Lei­den­schaft und Herzblut ging es zur Sa­che, und so war es be­reits weit nach Mit­ter­nacht, als die „All­gäu Fe­agu­re“als drit­te Band an die­sem Abend die Stim­mung noch­mals so rich­tig an­heiz­te, und bis in die frü­hen Mor­gen­stun­den fet­zig auf­spiel­te. Ein­hei­mi­sche und Aus­wär­ti­ge tanz­ten, klatsch­ten und san­gen zu den lei­den­schaft­lich-ro­cki­gen Rhyth­men.

Mie­nen schnell „hei­ter“

„Ganz vie­le Klos­ter­talge­sich­ter.“Die sah zu­min­dest Mar­kus Wohl­fahrt, der be­reits vor 25 Jah­ren – da­mals noch in der Mu­sik­grup­pe der Klos­ter­ta­ler – in Eg­lofs beim Mu­sik­fest ei­nen Auf­tritt hat­te. Sei­ne Fans sind ihm treu ge­blie­ben, und sie san­gen eif­rig mit, als es hieß: „Hei­mat ist dort, wo die Ber­ge sind…“, „Mein Herz brennt lich­ter­loh…“, oder: „Du musst ein En­gel sein.“Die sechs Schür­zen­jä­ger aus Ti­rol lie­ben es laut und ro­ckig. Die Alt-Ro­cker bril­lier­ten mit Gi­tar­ren-und Schlag­zeu­gSo­li, Schür­zen­jä­ger-Bal­la­den und tol­lem, viel­stim­mi­gen Sound.

Recht jung, frech und fet­zig ka­men die „All­gäu Fe­agu­re“da­her. Kein Pro­blem für sie, die vie­len Gäs­te im Fest­zelt auch bis weit nach Mit­ter­nacht bei Lau­ne zu hal­ten. Von tra­di­tio­nel­len Pol­kas bis zu ak­tu­el­len Charts – sie hat­ten al­les drauf. Ge­gen so viel fet­zi­ge Rhyth­men kam selbst das kurz­zei­ti­ge nächt­li­che Ge­wit­ter nicht an – es wur­de schlicht­weg über­hört oder von den lei­den­schaft­li­chen Tän­zern igno­riert.

Ei­nen Tag spä­ter wa­ren die Mie­nen der Mu­sik­fest-Ver­an­stal­ter so­wie­so auf „hei­ter“ge­stellt. „Seit Sams­tag­abend sind wir fi­nan­zi­ell auf der si­che­ren Sei­te“, freu­te sich Geb­hard Kemp­ter, ne­ben Grä­ser Ka­pel­len­vor­stand. Mit Zu­rück­leh­nen war den­noch nichts. Denn be­reits nach dem Fest­got­tes­dienst war das Fest­zelt schon wie­der gut ge­füllt. Das Kreis­se­nio­ren­or­ches­ter un­ter­hielt zum Früh­schop­pen.

Nach dem Mit­tags­tisch war mit dem Ju­gend­blas­or­ches­ter Ar­gen­bühl die jun­ge Ge­ne­ra­ti­on am Werk, die spä­ter von der Mu­sik­ka­pel­le St. Mag­da­le­na aus Süd­ti­rol ab­ge­löst wur­de. Auch jen­seits der Büh­ne war ei­ni­ges ge­bo­ten. Kin­der konn­ten sich mit Spie­len wie dem Cow­boy-Stie­felWeit­wurf, Hut­wer­fen, Gold­wa­schen oder vie­lem mehr ver­gnü­gen. Drau­ßen dreh­te sich das Kin­der­ka­rus­sell. Wer woll­te, konn­te auch sei­ne Treff­si­cher­heit mit Pfei­len tes­ten.

Zu den Gäs­ten am Nach­mit­tag ge­hör­te auch Ar­gen­bühls Bür­ger­meis­ter Roland Sau­ter mit Fa­mi­lie, der auch am vier­ten Mu­sik­fest-Tag noch be­geis­tert mit da­bei war und sich über den Er­folg des Fes­tes freu­te: „Es ist ein­fach toll, was die Eg­lofser hier al­les auf die Bei­ne ge­stellt ha­ben.“

Das be­wahr­hei­te­te sich so noch­mal am Mon­tag: Tau­sen­de Be­su­cher beim Fe­st­um­zug, Gän­se­h­aut­mo­men­te beim Ge­samt­chor und ei­ne stim­mungs­vol­le Mu­si­kan­ten­par­ty im Fest­zelt. So kam es trotz des wech­sel­haf­ten Wet­ters zu ei­nem ge­lun­ge­nem Fest­ab­schluss.

Schöns­ter Dorf­platz im Land

All­gäu-Idyll vom Al­ler­feins­ten konn­te am Pfingst­mon­tag in Eg­lofs beim Ge­samt­chor er­lebt wer­den: „Auf dem schöns­ten Dorf­platz von ganz Ba­den-Würt­tem­berg und halb Bay­ern“, wie der Vor­sit­zen­de des Blas­mu­sik­kreis­ver­bands, Ru­di Häm­mer­le, be­fand. „Mu­si­ca Glo­rio­sa“war das Er­öff­nungs­stück. Di­ri­giert wur­den die 2800 Mu­si­kan­ten von Kreis­ver­bands­di­ri­gent Tho­mas Räth. Ei­ne be­son­de­re Bit­te äu­ßer­te Land­rat Ha­rald Sie­vers, be­vor er den Di­ri­gen­ten­stab in die Hand nahm: „Lie­be Blas­mu­si­ker, blast kräf­tig in eu­re In­stru­men­te – am bes­ten in Rich­tung Bre­genz.“Er ha­be sich näm­lich sa­gen las­sen, dass von dort das schlech­te Wet­ter auf­zieht.

Tat­säch­lich: Wäh­rend Sie­vers „sein Stück“, den All­gäu-Schus­senMarsch di­ri­gier­te, hör­te das Tröp­feln auf und hielt auch bis zur zwei­ten Hälf­te des Fe­st­um­zugs tro­cken. Be­vor zum Ab­schluss des Ge­samt­chors mit der Na­tio­nal­hym­ne Ru­di Häm­mer­le den Takt­stock schwang, di­ri­gier­te Brass­band-Lei­ter Jon­ny Ek­kel­boom das Stück „Un­ser Schwa­ben­land“.

An den Ge­samt­chor schloss sich der Fest­zug durch „das Dorf der Frei­en Leu­te“an. 58 Mu­sik­ka­pel­len und 25 Fest­wa­gen und Lauf­grup­pen zo­gen vor­bei an dicht ge­säum­ten Stra­ßen­rän­dern. Ne­ben den vie­len Mu­sik­ka­pel­len wa­ren es vor al­lem die hei­mi­schen Grup­pen, die den Um­zug bunt mach­ten. Die ört­li­che Grund­schu­le zum Bei­spiel hat­te Ta­feln mit Buch­sta­ben da­bei, die – im­mer wenn sie in die Hö­he ge­streckt wur­den – den Ju­bel­ruf er­ga­ben: „Da ist Mu­sik drin – Grund­schu­le Eg­lofs-Ei­sen­harz!“

„I bin a Dorf­kind und dar­auf bin i stolz“, lau­te­te das Mot­to der „Eg­lofser Dorf­kin­der“: Al­le­samt jun­ge Men­schen, die aus Eg­lofs stam­men und heu­te in der wei­ten Welt ver­streut le­ben. Zum Fest ha­ben sie sich in ih­rer Hei­mat wie­der ge­trof­fen um auf ei­nem Wa­gen am Um­zug teil­zu­neh­men.

Ar­gen­bühl

FO­TO: PAUL MAR­TIN

FOTOS: MAR­TIN, WE­BER, ROH­MERT

Der Auf­tritt des Ge­samt­chors ge­hört zu den Hö­he­punk­ten ei­nes je­den Kreis­ver­bands­mu­sik­fests – so auch am Mon­tag in Eg­lofs.

Die Klei­nen durf­ten am Sonn­tag im Fest­zelt Gold wa­schen. Ob sie da­bei Mil­lio­nä­re wur­den, ist nicht be­kannt.

Bes­te Stim­mung herrsch­te an al­len Ta­gen und Aben­den im Fest­zelt, so wie hier auch am Sams­tag.

Lo­kal­pa­trio­ti­sches gab es von den Dorf­kin­dern Eg­lofs zu se­hen.

Auch die Kiß­leg­ger Mu­si­ker wa­ren mit jung und alt da­bei.

Die Mu­sik­ka­pel­le Sig­gen mach­te beim Um­zug ei­ne gu­te Fi­gur.

Fah­nen­ein­marsch ins Fest­zelt.

Zünf­tig ge­klei­de­te Fa­mi­li­en be­such­ten am Sonn­tag das Fest.

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