Ver­söh­nung nicht un­um­kehr­bar

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND - Von Ralf Mül­ler po­li­tik@schwa­ebi­sche.de

Die An­nä­he­rung zwi­schen den su­de­ten­deut­schen Ver­trie­be­nen und der Tsche­chi­schen Re­pu­blik ist noch längst nicht un- um­kehr­bar. Auf tsche­chi­scher Sei­te sind die Vor­be­hal­te ge­gen al­les Su­de­ten­deut­sche nach wie vor be­acht­lich. Sie sind noch in al­len Par­tei­en zu fin­den, vor al­lem bei Na­tio­na­lis­ten und Kom­mu­nis­ten. Und noch im­mer müs­sen tsche­chi­sche Po­li­ti­ker mit An­fein­dun­gen rech­nen, wenn sie Ver­trie­be­nen­funk­tio­nä­ren die Hand ge­ben oder sich gar für die Ver­trei­bun­gen in den Nach­kriegs­jah­ren ent­schul­di­gen.

Den­noch: Nach­dem die or­ga­ni­sier­ten Su­de­ten­deut­schen und die tsche­chi­sche Po­li­tik jahr­zehn­te­lang in al­ten Po­si­tio­nen ver­harr­ten, ge­hen sie seit ei­ni­gen Jah­ren in ho­hem Tem­po auf­ein­an­der zu.

Das Ver­hält­nis könn­te ein Bei­spiel sein für Ver­stän­di­gung und Aus­söh­nung im Her­zen Eu­ro­pas. Um die Not­wen­dig­keit da­für zu er­mes­sen, reicht ein Blick in die Nach­bar­schaft. Un­garn und Po­len er­lei­den ge­ra­de Rück­fäl­le in den Na­tio­na­lis­mus. Von Ver­söh­nung re­den die Re­gie­run­gen dort we­nig.

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