Er­schüt­ternd

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - FERNSEHEN & FREIZEIT - Von Chris­ti­ne King

Die letz­ten Män­ner von Alep­po (Ar­te, Di., 20.15 Uhr) -

Der aus Sy­ri­en ge­flo­he­ne Re­gis­seur Fe­ras Fay­yad und sein dä­ni­scher CoRe­gis­seur Steen Jo­han­nes- sen ha­ben mit die­sem preis­ge­krön­ten Do­ku­men­tar­film ein Stück Zeit­ge­schich­te ge­schrie­ben. Sie do­ku­men­tie­ren den All­tag in der kriegs­ge­beu­tel­ten sy­ri­schen Stadt Alep­po, in der seit gut sechs Jah­ren Krieg ist. Wer wis­sen möch­te, war­um so vie­le Sy­rer aus ih­rem Land ge­flo­hen sind, wird hier­mit auf­ge­klärt. Mehr als zwei Jah­re lang ha­ben die bei­den Re­gis­seu­re die Ar­beit der so­ge­nann­ten Weiß­hel­me do­ku­men­tiert, die im ver­gan­ge­nen Jahr mit dem al­ter­na­ti­ven Frie­dens­no­bel­preis aus­ge­zeich­net wur­den. Die Män­ner mit den wei­ßen Hel­men sind die Ein­satz­kräf­te, die in Sy­ri­en im­mer als ers­te zur Stel­le sind, wenn es dar­um geht, nach An­grif­fen und Kämp­fen Ver­letz­te und To­te zu ber­gen. Es sind Män­ner wie Kha­led, die vor dem Bür­ger­krieg nor­ma­le Be­ru­fe hat­ten oder stu­dier­ten, die sich in der um­kämpf­ten Stadt zum Zi­vil­schutz mel­de­ten. Das Leid der Men­schen kann die täg­li­che Be­richt­er­stat­tung kaum er­fas­sen. Die Weiß­hel­me ra­sen zum Ein­satz, das Ka­me­ra­team rast mit und zeigt den All­tag hin­ter blo­ßen TV-Nach­rich­ten. Nebst Gold­fisch­zucht im Gar­ten und Ge­sprä­chen mit den Kin­dern. Zwar ist die Nä­he zu den As­sad-Geg­nern spür­bar, aber kom­men­tiert und po­li­tisch in­ter­pre­tiert wird nichts. Ei­ne er­schüt­tern­de Do­ku­men­ta­ti­on.

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