Cruyff-Jün­ger für den BVB

Pe­ter Bosz, der­zeit noch Ajax, soll Tu­chel nach­fol­gen

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - SPORT -

DORT­MUND (SID/dpa) - Noch ist die Ei­ni­gung mit Bo­rus­sia Dort­mund zwar nicht per­fekt, aber ei­nen Ma­kel kann der um­wor­be­ne Trai­ner Pe­ter Bosz nicht ver­schwei­gen: „Mei­ne Oma war Fan von Schalke 04“, ver­kün­de­te der 53-Jäh­ri­ge un­längst in ei­nem TV-In­ter­view. Den­noch setz­ten die BVB-Ver­ant­wort­li­chen of­fen­bar al­le He­bel in Be­we­gung, um den ak­tu­el­len Trai­ner von Ajax Ams­ter­dam nach Dort­mund zu lot­sen. Nach dem Schei­tern der Ver­hand­lun­gen um ei­ne Frei­ga­be von Lu­ci­en Fav­re (Niz­za) gilt Bosz je­den­falls als Fa­vo­rit. Als Ab­lö­se für den bis 2019 an Ajax ge­bun­de­nen Bosz sind fünf Mil­lio­nen Eu­ro im Ge­spräch.

Es wä­re die höchs­te Ab­lö­se für ei­nen Trai­ner in der Bun­des­li­ga-Ge­schich­te. Aber die In­ves­ti­ti­on könn­te sich loh­nen, denn mit den Dort­mun­der Spie­lern könn­te Bosz sei­ne Ide­en vom Fuß­ball wohl noch bes­ser in die Tat um­set­zen. In den Nie­der­lan­den wird er schon als ei­ner je­ner Trai­ner ge­prie­sen, der wie einst Kö­nig Jo­han Cruyff tickt. „Pe­ter liebt die Fuß­bal­lPhi­lo­so­phie mei­nes Va­ters: sehr of­fen­siv, sehr dy­na­misch. Ein groß­ar­ti­ger Typ, sehr be­liebt bei den Spie­lern. Als Trai­ner ist er de­fi­ni­tiv be­reit für den nächs­ten Schritt“, sag­te Cruyff-Sohn Jor­di, der Bosz als Ma­na­ger von Macca­bi Tel Aviv An­fang 2016 nach Is­ra­el lots­te, der „Bild am Sonn­tag“.

Dort traf der Noch-Ajax-Coach auch Jo­han Cruyff – kurz vor des­sen Tod. „Wir wa­ren ei­ne Wo­che lang zu­sam­men. Es war wun­der­voll. Ich ha­be nur zu­ge­hört. Und ha­be ge­nug für zehn Jah­re ge­lernt“, so Bosz

Bosz, der in der End­pha­se sei­ner ak­ti­ven Lauf­bahn 1998 bei Han­sa Ros­tock un­ter Ver­trag stand, spricht flie­ßend Deutsch, pro­pa­giert die ty­pi­schen nie­der­län­di­schen Fuß­bal­lTu­gen­den: of­fen­siv, ag­gres­siv, dy­na­misch und tem­po­reich. Als zwei­tes Vor­bild nennt Bosz Pep Guar­dio­la, eben­falls ein Cruyff-Jün­ger. „Ich war auf dem Platz ein Zer­stö­rer, aber das macht mir als Trai­ner kei­nen Spaß“, sag­te der ehe­ma­li­ge de­fen­si­ve Mit­tel­feld­spie­ler un­längst dem „Guar­di­an“. Zu­dem be­wies Bosz bei Ajax Ge­schick im Um­gang mit Ta­len­ten. So führ­te er den jun­gen Ka­der von Ajax, der ein Durch­schnitts­al­ter von le­dig­lich 22,7 Jah­ren auf­weist, ins Eu­ro­paLe­ague-Fi­na­le und in der Ere­di­vi­sie auf Rang zwei. Ge­gen al­le Wi­der­stän­de und trotz ei­nes Fehl­starts krem­pel­te er das Team nach sei­nem Amts­an­tritt im Som­mer 2016 ra­di­kal um.

FO­TO: DPA

Pe­ter Bosz

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