Be­setz­te Ge­bie­te

Der Sechs­ta­ge­krieg brach­te Is­ra­el deut­li­che Land­ge­win­ne

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - NACHRICHTEN & HINTERGRUND -

TEL AVIV (dpa) - Is­ra­el hat wäh­rend des Sechs­ta­ge­kriegs 1967 das West­jor­dan­land, Ost-Jerusalem, den Ga­za­strei­fen, Tei­le der Go­l­an­hö­hen und die Si­nai-Halb­in­sel er­obert. Die Si­nai-Halb­in­sel wur­de 1982 als Teil ei­nes Frie­dens­ver­tra­ges wie­der an Ägyp­ten zu­rück­ge­ge­ben.

West­jor­dan­land:

Das Ge­biet be­fand sich vor dem Ju­ni 1967 un­ter jor­da­ni­scher Kon­trol­le. Auf rund 5800 Qua­drat­ki­lo­me­tern le­ben rund drei Mil­lio­nen Pa­läs­ti­nen­ser und rund 420 000 is­rae­li­sche Sied­ler. Es gibt drei Ver­wal­tungs­be­rei­che: In Zo­ne A hat die Pa­läs­ti­nen­si­sche Au­to­no­mie­be­hör­de die Kon­trol­le über die Ver­wal­tung und die Si­cher­heit, in Zo­ne B ha­ben die Pa­läs­ti­nen­ser die Kon­trol­le über die Ver­wal­tung und die Is­rae­lis über die Si­cher­heit, Zo­ne C kon­trol­lie­ren die Is­rae­lis.

Ost-Jerusalem:

Der Ost­teil von Jerusalem be­fand sich bis 1967 eben­falls un­ter jor­da­ni­scher Kon­trol­le. Is­ra­el an­nek­tier­te ihn 1980. Dort le­ben heu­te mehr als 200 000 is­rae­li­sche Sied­ler und rund 300 000 Pa­läs­ti­nen­ser. Be­son­ders sen­si­bles Ter­rain ist die Altstadt mit der für die Ju­den hei­li­gen Kla­ge­mau­er und der für Mus­li­me hei­li­gen AlAk­sa-Mo­schee. In­ter­na­tio­nal wur­de die Anne­xi­on nicht an­er­kannt.

Ga­za­strei­fen:

Der Ga­za­strei­fen wur­de zu­vor von Ägyp­ten ver­wal­tet. Heu­te le­ben dort auf ei­ner Flä­che ver­gleich­bar mit der Stadt Köln rund zwei Mil­lio­nen Pa­läs­ti­nen­ser. Is­ra­el hat 2005 die is­rae­li­schen Sied­lun­gen in dem Küs­ten­ge­biet ge­räumt und sei­ne Ar­mee ab­ge­zo­gen. Seit 2006 hat es ei­ne Blo­cka­de über den Ga­za­strei­fen ver­hängt, die mitt­ler­wei­le von Ägyp­ten mit­ge­tra­gen wird. Der Ga­za­strei­fen wird von der ra­di­kal-is­la­mi­schen Pa­läs­ti­nen­ser­or­ga­ni­sa­ti­on Ha­mas be­herrscht.

Go­l­an­hö­hen:

Die Go­l­an­hö­hen be­fan­den sich zu­vor kom­plett un­ter sy­ri­scher Kon­trol­le. Is­ra­el er­ober­te ei­nen Groß­teil des Ge­bie­tes und an­nek­tier­te die­sen 1981. Das Fels­pla­teau im Nord­os­ten des Lan­des hat ei­ne wich­ti­ge stra­te­gi­sche Be­deu­tung. Dort le­ben un­ter an­de­rem 25 000 Dru­sen, ei­ne Re­li­gi­ons­und Volks­grup­pe, die sich teil­wei­se im­mer noch als Sy­rer sieht. In­ter­na­tio­nal wur­de die Anne­xi­on nicht an­er­kannt.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.