Schwung­vol­les an Or­gel, Qu­er­flö­te und Trom­pe­te

Kon­zert zum Pa­tro­zi­ni­um der Spi­tal­kir­che Wan­gen am Pfingst­mon­tag

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - GEMEINDEN / WANGEN - Von Jo­han­nes Rahn

WAN­GEN - Das Kon­zert zum Pa­tro­zi­ni­um der Spi­tal­kir­che am Pfingst­mon­tag ist in­zwi­schen so et­was wie ei­ne Tra­di­ti­on. Bei dem gut be­such­ten Kon­zert wa­ren dies­mal Ge­org En­der­witz (Or­gel), Gerd Leiprecht (Trom­pe­te) und Ali­sa Heut­mann (Qu­er­flö­te) zu hö­ren. Der Schwung und die Be­geis­te­rung des Kon­zerts stan­den Pfings­ten wohl an.

Die Flö­te do­mi­nier­te das Pro­gramm, Ali­sa Heut­mann spiel­te ihr In­stru­ment vir­tu­os und füg­te un­zäh­li­ge Nuan­cen zu ei­nem fa­cet­ten­rei­chen Mo­sa­ik zu­sam­men. Die So­na­te A-Moll für Qu­er­flö­te So­lo von Carl Phil­ipp Ema­nu­el Bach war har­mo­nisch und deu­te­tet durch ex­tre­me La­gen­wech­sel Zwei­stim­mig­keit an. Die schnel­len Sät­ze be­wahr­ten ei­ne ex­qui­si­te Ba­lan­ce zwi­schen Vir­tuo­si­tät und schwin­gen­den Me­lo­di­en.

Ele­gan­tes Eben­maß, spritzig da­hin­ei­len­de Se­quen­zen und ed­ler Ge­sang wa­ren das Mar­ken­zei­chen der So­na­te G-Moll für Flö­te und Or­gel von An­to­nio Vi­val­di, oh­ne die wir­beln­de Tech­nik zu ver­nach­läs­si­gen. Eben­falls von Vi­val­di er­klang das „Lar­go“aus dem Kon­zert für Flau­ti­no in C-Dur, ein los­ge­lös­tes Schwe­ben und Flie­ßen in Aus­ge­gli­chen­heit und höchs­ten Ton­la­gen.

Die Va­ria­tio­nen über „Les Fo­lies d’Espa­gne“für Flö­te so­lo von Ma­rin Ma­rais ent­wi­ckel­ten sich über ei­ner al­ten Har­mo­nie­se­quenz und stei­ger­ten sich zu der im Ti­tel ent­hal­te­nen „Ver­rückt­heit“in Kom­ple­xi­tät. In der So­na­te G-Moll für Flö­te und Or­gel von Jo­hann Se­bas­ti­an Bach über­nahm die Or­gel in ei­nem geist­rei­chen Wech­sel­spiel me­lo­di­sche Auf­ga­ben es ent­spann sich ein ge­lös­ter Dia­log, trotz der stren­gen in­ne­ren Ar­chi­tek­tur von Bachs Mu­sik.

Gerd Leiprecht steu­er­te kla­re Trom­pe­ten­klän­ge bei. Die Ou­ver­tu­re aus der Sui­te D-Dur für Trom­pe­te und Or­gel von Ge­org Fried­rich Hän­del streb­te in ge­schickt an­ein­an­der ge­reih­ten Mo­ti­ven auf. Bour­rée und Mar­che des glei­chen Kom­po­nis­ten ver­ström­ten leicht­fü­ßi­ge Fest­lich­keit, wäh­rend „Ri­gaudon et Bou­rée“von Marc An­toi­ne Char­pen­tier die förm­li­che Ele­ganz und das in sich ru­hen­de Selbst­be­wusst­sein des fran­zö­si­schen Ho­fes un­ter Lud­wig XIV. ver­ström­te.

Un­ge­brems­te Spiel­freu­de

In den „Or­gel­in­ter­mez­zi“über „Komm, Schöp­fer Geist, kehr bei uns ein“nahm Ge­org En­der­witz den durch­sich­ti­gen, los­ge­lös­ten Stil der Flö­ten-So­na­ten im­pro­vi­sa­to­risch glän­zend auf, spiel­te ein­fühl­sam mit den Mo­ti­ven und zau­ber­te ei­nen fi­li­gra­nen, wie von der Son­ne durch­glänz­ten Klang­tep­pich, der schwe­re­los durch den Kir­chen­raum wog­te. Das „Ad­a­gio“für Or­gel von Wolf­gang Ama­de­us Mo­zart be­setz­te den an­de­ren Pol mu­si­ka­li­schen Aus­drucks: Reich­hal­tig und zu­rück­hal­tend zugleich war es ein Ru­he­punkt vor der „Pas­se­pied“von Is­fried Kay­er ei­nem har­mo­nisch far­bi­gen, me­lo­disch ent­zü­cken­den Stück voll un­ge­brems­ter Spiel­freu­de.

Als ge­mein­sa­mes Lied sang das Pu­bli­kum im Wech­sel mit der Or­gel dann das Lied „Der Geist des Herrn er­füllt das All“. Er­fül­lend war auch das Kon­zert und stell­te glän­zend ge­spiel­te ba­ro­cke Mu­sik in den nicht we­ni­ger glän­zen­den Raum ei­ner ba­ro­cken Kir­che. Ei­ne sehr schö­ne und vor al­lem be­geis­tern­de Ver­bin­dung.

FO­TO: JO­HAN­NES RAHN

Ba­ro­cke Mu­sik in ba­ro­cker Um­ge­bung. Es pass­te al­les zu­sam­men beim Kon­zert von Gerd Leiprecht (Trom­pe­te), Ali­sa Heut­mann (Qu­er­flö­te) und Ge­org En­der­witz (Or­gel).

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