Die­se Stü­cke wer­den bei den Fest­spie­len auf­ge­führt

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - WANGEN -

Schein oder Sein heißt das Mot­to der Fest­spie­le Wan­gen im Som­mer 2017. Was ist Wahr­heit, was ist Trug? Wo wer­den wir ge­täuscht? Wem dür­fen wir trau­en? Die­ses The­ma zieht sich durch al­le drei Thea­ter­stü­cke, die bei den Fest­spie­len im Wan­ge­ner Zunft­win­kel von En­de Ju­li an prä­sen­tiert wer­den. Kein Schelm, wer da­bei auch ein biss­chen an Fa­ke News denkt. Ge­spielt wer­den „Viel Lärm um nichts“von Wil­li­am Sha­ke­speare, für Fa­mi­li­en gibt es ei­ne mo­der­ni­sier­te Fas­sung des „ge­stie­fel­ten Ka­ter“, als drit­tes Stück steht Patrick Süs­kinds „Der Kon­tra­bass“auf dem Pro­gramm. Als li­te­ra­ri­sches Sch­man­kerl oben­drauf gibt es die Li­te­ra­tur­mon­ta­ge, an de­nen von Stoff zum Gru­seln bis zur Ero­tik ein brei­tes Spek­trum zu hö­ren sein wird. Ganz be­son­ders freu­en sich die Fest­spie­le Wan­gen laut ei­ner Pres­se­mit­tei­lung, dass ih­nen die bei­den in Wan­gen le­ben­den Schau­spie­le­rin­nen Chris­ti­ne Ur­spruch und Eli­sa­beth Eb­ner ei­nen Abend mit Literatur und Mu­sik zu „Frau­en.Le­ben.Lie­be.“wid­men wer­den.

Die Stü­cke im De­tail: Die Fra­gen nach Wahr­heit und Täu­schung stell­te sich Wil­li­am Sha­ke­speare be­reits vor über 500 Jah­ren in sei­ner bis heu­te er­folg­rei­chen Ko­mö­die „Viel Lärm um nichts“. Dar­in tref­fen zwei Paa­re auf­ein­an­der. Bea­tri­ce und Benedikt, die über­zeug­tes­ten Singles der Li­te­ra­tur­ge­schich­te und He­ro und Clau­dio, die sich be­din­gungs­los lie­ben. Die ei­nen wer­den ge­gen ih­re in­ners­te Über­zeu­gung durch ei­ne raf­fi­nier­te Täu­schung in die Ehe ge­lockt und die an­de­ren durch ei­ne hin­ter­häl­ti­ge In­tri­ge vor ei­ne ul­ti­ma­ti­ve Zer­reiß­pro­be ge­stellt. „Viel Lärm um nichts“ist ei­ne ra­san­te und sehr wit­zi­ge Ko­mö­die über die Macht des Scheins und was wirk­lich da­hin­ter steckt. Die­sel­be Macht nutzt auch der ge­stie­fel­te Ka­ter. Von dem Mo­ment an, von dem er ro­te Stie­fel trägt, liegt ihm die Welt zu Fü­ßen. Er nutzt die­se Ge­le­gen­heit und gau­kelt sei­ner Um­welt er­fun­de­ne Wahr­hei­ten vor und darf so­mit als ein Vor­läu­fer ei­nes Fa­ke-NewsPro­du­zen­ten be­zeich­net wer­den. Doch die Ge­schich­te hat ein Hap­py End: Je­der glaubt ihm ger­ne und zu­letzt ver­hilft er mit sei­nen Raf­fi­nes­sen dem ar­men Mül­lers­sohn zu Ruhm und Reich­tum. Auch die drit­te Pro­duk­ti­on der Fest­spie­le Wan­gen – „Der Kon­tra­bass“von Patrick Süs­kind – dreht sich um Schein und nicht Schein. Ein Kon­tra­bas­sist baut ei­ne ver­klär­te Schein­welt um sich auf, in der er als Mu­si­ker das un­um­stöß­li­che Fun­da­ment jeg­li­chen mu­si­ka­li­schen Schaf­fens bil­det. Doch nach­dem er et­li­cher Fla­schen Bier ge­trun­ken hat, bleibt nur ei­ne tra­gi­sche Fi­gur, die un­ter ih­rer ent­setz­li­chen Mit­tel­mä­ßig­keit lei­det. (sz)

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