Gi­gan­ti­scher Eis­berg bricht bald ab

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - JOURNAL -

BREMEN (dpa) - Ei­ne rie­si­ge Eis­mas­se in der Ant­ark­tis steht kurz vor dem Ab­bre­chen: Sa­tel­li­ten­bil­der der eu­ro­päi­schen Welt­raum­be­hör­de Esa zei­gen, dass ein Riss im Lar­sen-CSchelf­eis nur noch 13 Ki­lo­me­ter von der Eis­kan­te ent­fernt ist. Wann der Ko­loss sich löst, ist un­klar. „Es kann sein, dass es heu­te pas­siert oder noch ein oder drei Mo­na­te dau­ert“, sag­te Da­nie­la Jan­sen vom Al­f­red-We­ge­ner-In­sti­tut für Po­lar- und Mee­res­for­schung (AWI) in Bre­mer­ha­ven. Der Eis­klotz wird dop­pelt so groß sein wie das Saar­land: rund 5000 Qua­drat­ki­lo­me­ter. Nach An­ga­ben des AWI wird er zu den fünf größ­ten Eis­gi­gan­ten der ver­gan­ge­nen 30 Jah­re zäh­len.

Ei­ne Ge­fahr für Men­schen oder Schiff­fahrt be­ste­he nicht, sa­gen die For­scher. Für sie ist we­ni­ger der Ab­bruch des Eis­ber­ges span­nend als die Ent­wick­lung des Schelf­ei­ses. „Uns in­ter­es­siert, ob die neu ent­stan­de­ne Front sta­bil bleibt oder sich im­mer wei­ter zu­rück­zieht und das Schelf­eis schließ­lich zer­bricht“, sagt Jan­sen. In den ver­gan­ge­nen 20 Jah­ren sei­en sie­ben von zwölf Schelf­ei­se an der Ant­ark­ti­schen Halb­in­sel zer­fal­len oder stark zu­rück­ge­gan­gen. Grund da­für sei ver­mut­lich der Kli­ma­wan­del.

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