Klet­tern zur Sucht­vor­beu­gung

Für Wan­ge­ner Kin­der­gar­ten­kin­der wur­de Klet­tern zur Prä­ven­ti­on an­ge­bo­ten

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - WANGEN -

WANGEN (sz) - Er­neut hat der Ge­samt­el­tern­bei­rat der Wan­ge­ner Kin­der­gär­ten (GEB) das sucht­prä­ven­ti­ve Klet­tern für Kin­der im Vor­schul­al­ter an­ge­bo­ten. Im par­al­lel da­zu statt­fin­den­den Vor­trag für die El­tern ging es um die Ele­men­te in der Er­zie­hung, die da­zu bei­tra­gen, Kin­der ge­gen­über Süch­te al­ler Art sta­bil zu ma­chen.

Der GEB sieht laut Mit­tei­lung beim The­ma Sucht­vor­beu­gung den An­satz be­reits im Vor­schul­al­ter. „Je frü­her El­tern er­reicht wer­den und in ih­rer ver­ant­wor­tungs­vol­len Auf­ga­be der Er­zie­hung zu ei­ner star­ken Kin­der­per­sön­lich­keit un­ter­stützt wer­den kön­nen, des­to grö­ßer ist die Prä­ven­ti­ons­wahr­schein­lich­keit“, sag­te Kor­du­la Schrei­ner, die Re­fe­ren­tin des Land­rats­am­tes Ra­vens­burg. Sie ist So­zi­al­päd­ago­gin und Ju­gend­so­zi­al­ar­bei­te­rin und nahm an dem Pro­jekt teil, das der GEB Wangen in Ko­ope­ra­ti­on mit den Kin­der­gär­ten und der Klet­ter­hal­le Amt­zell, un­ter­stützt durch das Land­rats­amt und die Stadt Wangen, schon zum 18. Mal an­bot.

95 Kin­der wa­ren da­bei

An dem vor kur­zem zu En­de ge­gan­ge­nen Pro­jekt be­tei­lig­ten sich rund 95 Vor­schul­kin­der aus 14 Wan­ge­ner Kin­der­gär­ten. Im Auf­trag des GEB sorg­te Jo­chen Pie­cuch für die Or­ga­ni­sa­ti­on und Ko­or­di­na­ti­on der neun zur Ver­fü­gung ste­hen­den Ter­mi­ne.

Wäh­rend sich die an­ge­hen­den Grund­schü­ler, an­ge­lei­tet und ge­si­chert, an den Wän­den nach oben han­gel­ten, in­for­mier­te Kor­du­la Schrei­ner die El­tern zum The­ma Sucht­vor­beu­gung im Vor­schul­al­ter. „Die Per­sön­lich­keit des Kin­des wird durch die Er­zie­hung, die Er­fah­run­gen in der Kind­heit ge­prägt“er­klär­te Schrei­ner: „Vie­len El­tern ist be- wusst, dass Gren­zen in der Er­zie­hung not­wen­dig sind. We­ni­ger deut­lich ist, dass Kin­der auch Er­fah­rungs­räu­me brau­chen, in de­nen sie ih­re ei­ge­nen Fä­hig­kei­ten, Vor­lie­ben und Gren­zen er­fah­ren kön­nen. Im Ide­al­fall sind bei­de Be­rei­che in der Er­zie­hung gleich­wer­tig er­le­bbar für die Kin­der.“Die in den El­tern­grup­pen er­ar­bei­te­ten Er­kennt­nis­se, wie auch Sta­tis­ti­ken sprä­chen ei­ne deut­li­che und ge­mein­sa­me Spra­che, heißt es wei­ter. „Kin­der müs­sen Gren­zen und Re­geln ken­nen, sie müs­sen ge­lernt ha­ben, Un­ter­schie­de aus­zu­hal­ten, sie müs­sen für das Ei­ge­ne ein­tre­ten kön­nen“, be­rich­te­te Schrei­ner.

Dem kön­ne zum Bei­spiel beim Klet­tern, ent­ge­gen­ge­wirkt wer­den. In­dem sich Kin­der selbst et­was zu­trau­en, in­dem Kör­per­be­herr­schung ent­wi­ckelt wird, in­dem Angst­ge­füh­le ge­spürt und ak­zep­tiert, aber auch ei­ge­ne Ent­schei­dun­gen ge­trof­fen wer­den. Da­zu ge­hö­re un­ter an­de­rem am En­de ei­nes je­den Klet­ter­ter­mins ei­ne klei­ne „Mut­pro­be“. Die Kin­der schwin­gen und sprin­gen an­ge­seilt von der Em­po­re in der Klet­ter­hal­le ein kur­zes Stück in die Tie­fe. Der von man­chen Kin­dern ge­fass­te Ent­schluss, nicht zu sprin­gen, sei al­les an­de­re als ein Ein­ge­ständ­nis von Schwä­che. Nur mit ei­nem „Nein“wer­de sich ein Kind auch in der spä­te­ren Ent­wick­lung dem Grup­pen­druck er­weh­ren kön­nen und die für sich rich­ti­ge Ent­schei­dung tref­fen.

Das Klet­tern und die Vor­trä­ge sol­len ein An­stoß sein, sich mit dem The­ma aus­ein­an­der­zu­set­zen, ers­te In­for­ma­tio­nen zu sam­meln oder vor­han­de­ne zu ver­tie­fen. Zu­sam­men mit der sport­li­chen Sei­te – dem Klet­tern – ist es ein Mo­sa­ik­stein in dem Be­stre­ben, die Kin­der ge­gen Süch­te al­ler Art stark zu ma­chen. Als ei­nen be­rei­chern­den Aus­tausch mit den an­de­ren El­tern, emp­fan­den vie­le der Teil­neh­mer, de­ren Nach­wuchs die Kin­der­gär­ten Leu­polz, St.Verena und St. Fran­zis­kus­der be­su­chen, die Ver­an­stal­tung.

Auch des­halb will der GEB das „sucht­prä­ven­ti­ve Klet­tern“für Vor­schul­kin­der wie­der an­bie­ten, kün­digt er in der Mit­tei­lung an.

FOTO: LUD­GER MÖL­LERS

„10 000 Bro­te ver­las­sen je­den Tag un­se­re Bä­cke­rei“, be­rich­ten die jun­gen Frau­en im Haus Wangen. Auch dies ist ein Er­geb­nis der Weih­nachts­spen­den­ak­ti­on der „Schwä­bi­schen Zei­tung“

FOTO: JO­CHEN PIE­CUCH

Beim Klet­tern ler­nen Kin­der ih­re Gren­zen ken­nen und wei­ten sie auch aus.

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