Neu­er Streit um Ho­tel­plä­ne am Alp­see

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - AUS DEM ALLGÄU -

IM­MEN­STADT-BÜHL (uw) - Bei der Fra­ge nach ei­nem Ho­tel­bau in Bühl am Alp­see liegt wei­ter Gift in der Luft. Mehr­fach sind Plä­ne da­für ge­schei­tert – zu­letzt bei ei­nem Bür­ger­ent­scheid im Fe­bru­ar 2015. Ak­tu­ell wol­len ein Pro­jekt­ent­wick­ler aus Saar­brü­cken und ein Ar­chi­tek­tur­bü­ro aus Frankfurt ein Fünf-Ster­ne-Ho­tel mit bis zu 140 Zim­mern er­rich­ten – für 25 Mil­lio­nen Eu­ro. Ei­ne Ent­schei­dung hat der Stadt­rat auf­ge­scho­ben.

Bei ei­ner Bür­ger­ver­samm­lung gab es nun har­sche Kri­tik an der Stadt­ver­wal­tung und Rat­haus­chef Ar­min Schaupp. Von Ir­re­füh­rung der Öf­fent­lich­keit und feh­len­der Trans­pa­renz war die Re­de. Für den Bür­ger­meis­ter war ei­ne Er­kennt­nis, dass sich die „Bür­ger­initia­ti­ve zum Er­halt der Alp­see-Land­schaft“laut Alex­an­dra Kon­da ge­ne­rell ge­gen ein Ho­tel auf der Wie­se ne­ben dem Cam­ping­platz stellt – und nicht nur ge­gen das Pro­jekt, das 2015 schei­ter­te. Schaupp will fi­nan­zi­el­len Eng­päs­sen der Stadt mit ei­ner Stär­kung der Wirt­schafts­kraft be­geg­nen. Das Po­ten­zi­al lie­ge im Tou­ris­mus: „Nur mit neu­en Über­nach­tungs­ka­pa­zi­tä­ten schaf­fen wir Wert­schöp­fung.“

Doch dass die La­ge so ist, kauft ihm bei­spiels­wei­se Dr. Wal­ter Molt nicht ab. Die Da­ten der Stadt sei­en mi­sera­bel und teils falsch, Schaupps Ana­ly­sen ir­rig. Rück­läu­fi­ge Über­nach­tungs­zah­len, mit de­nen Tou­ris­mus­chef Al­f­red Be­cker ei­nen Be­darf an Über­nach­tungs­mög­lich­kei­ten be­grün­de­te, sind laut Molt auf ei­nen ein­zi­gen Be­trieb zu­rück­zu­füh­ren; sie lie­ßen kei­ne Rück­schlüs­se auf an­de­re Ver­mie­ter zu.

Alex­an­dra Kon­da fän­de es wich­tig, dass sich Im­men­stadt erst über­legt, für wel­ches Kli­en­tel man über­haupt ein Ho­tel will und das auf Schlüs­sig­keit mit dem Tou­ris­mus­kon­zept über­prüft. Dass das nichts bringt, so­lan­ge man kei­nen In­ves­tor hat, sag­te der Büh­ler Stadt­rat Flo­ri­an Hierl. Laut Schaupp will der Stadt­rat den In­ter­es­sen­ten an­bie­ten, ih­nen die Wie­se zwei Jah­re zu re­ser­vie­ren, da­mit sie Zeit für kon­kre­te­re Pla­nun­gen ha­ben. Be­din­gung wä­re, dass Im­men­stadt die­sen Pro­zess je­der­zeit stop­pen und die Bür­ger nach ih­rer Mei­nung fra­gen kann. (uw)

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