Frei­zeit an der Ar­gen: Was ist er­laubt, was nicht?

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - WANGEN -

An­woh­ner des Kohl­plat­zes ha­ben frü­her am Ar­gen­kies ge­ba­det, ge­grillt oder sich ge­sonnt. Das Land­rats­amt hat vor die­sem Hintergrund auf Nach­fra­ge er­läu­tert, wel­che Arten von Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten an öf­fent­li­chen Ge­wäs­sern ge­ne­rell und an der Ar­gen spe­zi­ell mög­lich, weil le­gal, sind: Vom Grund­satz her ist in/an öf­fent­li­chen Ge­wäs­sern Fol­gen­des er­laubt: Ba­den, mit klei­ne­ren Fahr­zeu­gen oh­ne Mo­tor zu fah­ren (zum Bei­spiel Tret-, Ru­der- oder Pad­del­boo­ten), mit Ei­mern und Kan­nen Was­ser zu schöp­fen, Tie­re zu trän­ken (oh­ne Trö­ge auf­zu­stel­len), Hun­de schwim­men zu las­sen und das Gril­len auf Kies­in­seln (in klei­ne­rem Rah­men, wenn kei­ne Rück­stän­de oder Ab­fäl­le zu­rück­blei­ben). Beim Fah­ren­las­sen von Mo­dell­boo­ten be­ur­teilt das Land­rats­amt (Un­te­re Was­ser­be­hör­de) im Ein­zel­fall, ob ei­ne was­ser­recht­li­che Er­laub­nis nö­tig ist (ab­hän­gig von Boots­grö­ße und Ort). Nicht er­laubt sind allgemein „al­le Ak­ti­vi­tä­ten, die das Ge­wäs­ser und die Na­tur be­ein­träch­ti­gen. Von Wehr- und Stau­an­la­gen ist beim Ba­den oder Pad­deln we­gen der Strö­mungs­ver­hält­nis­se ge­nug Ab­stand zu hal­ten. Im Be­reich Wan­gen gibt es der­lei An­la­gen bei Pfle­gel­berg, Schom­burg, Beu­tel­sau und Ne­u­müh­le (al­le Un­te­re Ar­gen) so­wie in der Obe­re Ar­gen bei Föhl­sch­mit­ten, in der In­nen­stadt, in Ep­p­lings und bei der Stau­dach­müh­le. In Na­tur­schutz­ge­bie­ten ist kon­kret ge­re­gelt, was er­laubt ist und was nicht. Das Na­tur­schutz­ge­biet „Ar­gen“be­ginnt an der Un­te­re Ar­gen bei Pfle­gel­berg und in der Obe­re Ar­gen bei Mind­buch und führt bis zur Bo­den­see­mün­dung. Dort ist es un­ter an­de­rem ver­bo­ten, We­ge zu ver­las­sen, au­ßer­halb be­fes­tig­ter We­ge zu ra­deln, au­ßer­halb be­son­de­rer We­ge und Flä­chen zu rei­ten, das Ge­biet mit mo­to­ri­sier­ten Fahr­zeu­gen zu be­fah­ren, Was­ser­flä­chen zu nut­zen, Kies­bän­ke zu be­tre­ten, Mo­dell­boo­te fah­ren zu las­sen, au­ßer­halb ge­kenn­zeich­ne­ter Flä­chen Feu­er zu ma­chen. Gleich­wohl wer­de in Ver­fü­gun­gen „die Er­leb­bar­keit her­aus­ge­stellt, um Ak­zep­tanz“, des ge­schütz­ten Be­reichs zu schaf­fen. Ob und wie Ge­wäs­ser wie die Ar­gen öf­fent­lich zu­gäng­lich sind, re­gelt der „Ge­mein­ge­brauch“. Die­ser gibt kein Recht, frem­de Grund­stü­cke zu be­tre­ten, setzt aber vor­aus, dass das Ge­wäs­ser mit pri­vat­recht­li­cher Ge­stat­tung oder über ei­nen öf­fent­li­chen Weg zu­gäng­lich ist. Ufer­grund­stücks­ei­gen­tü­mer sind grund­sätz­lich nicht ver­pflich­tet, den Zu­gang zu er­mög­li­chen. Al­ler­dings müs­sen sie dul­den, wenn Ka­nus um Stau­an­la­gen oder an­de­re Hin­der­nis­se her­um­ge­tra­gen wer­den. Sie kön­nen aber ei­nen Aus­schluss des Be­tre­tungs­rechts be­an­tra­gen. An der Ar­gen gibt es aber noch kei­nen sol­chen Fall (sz/jps)

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