Mehr als nur die Toch­ter be­rühm­ter El­tern

Isa­bel­la Ros­sel­li­ni fei­ert am Sonn­tag 65. Ge­burts­tag

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - JOURNAL - Von An­net­te Reu­ther

ROM (dpa) - Wenn es um Isa­bel­la Ros­sel­li­ni geht, kommt im­mer schnell die Re­de auf ih­re be­rühm­ten El­tern. Doch die ita­lie­ni­sche Schau­spie­le­rin hat sich längst vom lan­gen Schat­ten der bei­den be­freit. Am Sonn­tag wird die Rö­me­rin 65 Jah­re alt.

Ein­fach war es für Isa­bel­la Ros­se­li­ni nicht, sich frei­zu­schwim­men. Ih­re Mut­ter war die Fil­mi­ko­ne In­grid Berg­man („Cas­ablan­ca“), ihr Va­ter der ita­lie­ni­sche Star­re­gis­seur Ro­ber­to Ros­sel­li­ni. Da die bei­den noch mit je­weils an­de­ren Part­nern ver­hei­ra­tet wa­ren, als sie zu­sam­men­ka­men, war die Be­zie­hung skan­dal­um­wit­tert. Als Isa­bel­la und ih­re Zwil­lings­schwes­ter Isot­ta ge­bo­ren wa­ren, wur­de das nicht bes­ser. Und der Nim­bus der bei­den Star-El­tern war rie­sig. „Der An­fang war schwie­rig“, er­in­ner­te sich Isa­bel­la Ros­sel­li­ni in ei­nem In­ter­view. „Die Me­di­en ver­gli­chen mich mit mei­ner Mut­ter In­grid Berg­man, und de­ren Fuß­stap­fen wa­ren ziem­lich groß. Des­halb glaub­te ich, die Schau­spie­le­rei wür­de ein zu har­ter Weg für mich, und ar­bei­te­te jah­re­lang nur als Mo­del.“Zu­nächst ging sie auf die Mo­de­schu­le in Rom, die sie mit ei­ner Ar­beit über die Ge­schich­te der Un­ter­wä­sche ab­schloss.

Lan­ge ar­bei­te­te sie für den fran­zö­si­schen Kos­me­tik­kon­zern Lan­côme, der ih­ren Ver­trag schließ­lich nicht ver­län­ger­te, weil sie „zu alt“sei. „Rei­fe Frau­en wa­ren in Mo­de und Wer­bung nicht ver­tre­ten, so wur­de ich ein­fach aus­ge­tauscht“, sag­te Ros­sel­li­ni ein­mal und sprach von „Al­ters­ras­sis­mus“.

In Hol­ly­wood er­ar­bei­te­te sie sich der­weil un­ab­hän­gig vom Ruhm ih­rer El­tern als viel­sei­ti­ge Cha­rak­ter­schau­spie­le­rin ei­nen Ruf. Bei ei­nem Es­sen lern­te sie in den 1980er-Jah­ren den Re­gis­seur Da­vid Lynch ken­nen, der sie für den Psy­cho­thril­ler „Blue Vel­vet“en­ga­gier­te und mit dem sie spä­ter auch „Wild at He­art – Die Ge­schich­te von Sailor und Lu­lu“dreh­te. Aus der Ar­beit am Set wur­de ei­ne Be­zie­hung, die „größ­te Lie­be mei­nes Le­bens“nann­te Ros­sel­li­ni Lynch spä­ter. „Und ich glaub­te, er wür­de mich eben­so sehr lie­ben, aber of­fen­sicht­lich war das ein Irr­tum.“

Un­ge­wöhn­li­che Fa­mi­lie

Und so schei­ter­te die Be­zie­hung ge­nau­so wie die Ehe mit dem gro­ßen Fil­me­ma­cher Mar­tin Scor­se­se („Ta­xi Dri­ver“). Die­se hat­te et­wa vier Jah­re ge­hal­ten. Was ihr im Le­ben im­mer wich­tig war ne­ben der Kar­rie­re: die Er­zie­hung ih­rer Kin­der, Toch­ter Elet­t­ra und der 1994 ad­op­tier­te Ro­ber­to. Ros­sel­li­ni selbst wuchs mit Kin­der­mäd­chen und ei­ner gro­ßen Patch­work-Fa­mi­lie auf. „Mei­ne El­tern hat­ten bei­de wie­der neu ge­hei­ra­tet. Mein Va­ter leb­te mit sei­ner Frau und zwei wei­te­ren Kin­dern in Rom, mei­ne Mut­ter mit ih­rem drit­ten Mann in Pa­ris“, er­zähl­te sie in ei­nem In­ter­view. Trotz der un­ge­wöhn­li­chen Kon­stel­la­ti­on spricht sie in In­ter­views von ei­ner „glück­li­chen Fa­mi­lie“. Heu­te lebt sie haupt­säch­lich in den USA und be­sitzt die ame­ri­ka­ni­sche und ita­lie­ni­sche Staats­bür­ger­schaft.

FO­TO: DPA

Die ita­lie­ni­sche Schau­spie­le­rin Isa­bel­la Ros­sel­li­ni.

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