Land­rats­amt mit Tier­schutz­zu­stand zu­frie­den

Be­hör­de un­ter­nimmt re­gel­mä­ßig Kon­trol­len bei Land­wir­ten durch – Wö­chent­lich vie­le Hin­wei­se auf Ver­stö­ße

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - GEMEINDEN - Von Me­la­nie Kräu­ter

WAN­GEN/RE­GI­ON - Vor Kur­zem wur­de der Be­trieb ei­nes Land­wirts aus dem Raum Wan­gen nach ei­nem an­ony­men Hin­weis amts­tier­ärzt­lich über­prüft. Da­bei wur­den er­heb­li­che Ver­stö­ße ge­gen das Tier­schutz­ge­setz fest­ge­stellt, wes­we­gen jetzt die Staats­an­walt­schaft er­mit­telt (wir be­rich­te­ten). Ist dies ein Ein­zel­fall, oder muss man sich Sor­gen um die Tier­hal­tung in Re­gi­on ma­chen? Grund ge­nug, beim Land­rats­amt Ra­vens­burg zu fra­gen, wie und wann Land­wir­te, die Tie­re ha­ben, über­prüft wer­den.

„Grund­sätz­lich be­ur­tei­len wir den Tier­schutz­zu­stand im Land­kreis Ra­vens­burg als gut und fin­den in der Re­gel nor­ma­le Be­triebs­zu­stän­de vor, oh­ne gra­vie­ren­de Män­gel“, be­rich­tet Clau­dia Roß­mann, Spre­che­rin des Land­rats­amts. Rund 90 Pro­zent der Land­wir­te im Kreis ha­ben bei der Eu­ro­päi­schen Uni­on ei­nen Prä­mi­en­an­trag ge­stellt, um EU-Mit­tel zu be­kom­men, er­klärt sie. Die­se Land­wir­te wür­den über so­ge­nann­te Cross-Com­p­li­an­ceKon­trol­len re­gel­mä­ßig über­prüft. Da­mit wer­de auch die Prä­mi­en­be­rech­ti­gung kon­trol­liert. Je­des Jahr wür­den an­de­re fünf Pro­zent die­ser 90 Pro­zent vom Ve­tern­i­n­är­amt über­prüft.

600 bis 800 Kon­trol­len pro Jahr

Auch die rest­li­chen zehn Pro­zent der Land­wir­te, die kei­ne EU-Mit­tel be­an­tragt ha­ben, wür­den re­gel­mä­ßig kon­trol­liert. Selbst­ver­ständ­lich im­mer oh­ne Vor­an­kün­di­gung. Zu­dem ge­be es auch noch so­ge­nann­te An­lass­kon­trol­len, bei den Hin­wei­sen von au­ßen nach­ge­gan­gen wird. Nach An­ga­ben des Land­rats­amts wer­den je­des Jahr 600 bis 800 Tier­schutz­kon­trol­len in der Nutz­tier­hal­tun­gen un­ter­nom­men (2015: 780; 2016: 676). Gibt es Ver­stö­ße oder Be­an­stan­dun­gen bei den ent­spre­chen­den Be­trie­ben, wer­de ent­spre­chend re­gel­mä­ßig nach­kon­trol­liert.

Wie Roß­mann be­tont, fin­den die An­lass­kon­trol­len fin­den re­gel­mä­ßig statt und ma­chen et­wa 20 Pro­zent aus. Sie er­fol­gen auf­grund von Hin­wei­sen an das Land­rats­amt durch Pri­vat­per­so­nen oder durch Tier­schutz­ver­ei­ne. Auch Auf­fäl­lig­kei­ten in der Milch sind An­lass für Kon­trol­len. Hin­wei­se oder Meldungen von Pri­vat­per­so­nen oder aus Tier­schutz­krei­sen er­hal­te die Be­hör­de cir­ca zwei bis drei Mal pro Wo­che.

Hat das Ve­te­ri­när­amt bei Kon­trol­len et­was zu be­an­stan­den, gibt es laut Roß­mann un­ter­schied­li­che Ein­stu­fun­gen der Ver­stö­ße ge­gen den Tier­schutz und ent­spre­chen­de Re­ak­tio­nen: Die ge­rings­te Stu­fe sei die Be­leh­rung des Tier­hal­ters vor Ort im Rah­men der Kon­trol­le. Hier ge­be es dann auch Nach­kon­trol­len. Die nächs­te Stu­fe sei ein schrift­li­cher Ver­merk be­zie­hungs­wei­se ein Män­gel­be­richt mit der Auf­for­de­rung, die Män­gel in­ner­halb ei­ner be­stimm­ten Frist zu be­sei­ti­gen. Auch das wird dann nach­kon­trol­liert. Da­nach gibt es ei­ne tier­schutz­recht­li­che An­ord­nung mit Frist­set­zung, Ver­wal­tungs­ge­bühr und Nach­kon­trol­le. Bei gra­vie­ren­den Tier­schutz­ver­stö­ßen/Män­geln ge­be es für die Hal­ter ei­ne Straf­an­zei­ge oder ein Buß­geld­ver­fah­ren. Na­tür­lich sei­en auch hier Nach­kon­trol­len vor­ge­se­hen. Die jähr­li­che Be­an­stan­dungs­quo­te liegt laut Land­rats­amt bei 15 bis 35 Pro­zent. An­zahl und Tur­nus der Nach­kon­trol­len rich­te­ten sich nach der Schwe­re der Ver­stö­ße.

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