Wi­der­rufs­recht für Bau­her­ren

Was sich zum 1. Ja­nu­ar 2018 im Bau­ver­trags­recht än­dert

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - IMMOBILIEN -

Pri­va­te Bau­her­ren ha­ben künf­tig mehr Rech­te ge­gen­über Bau­un­ter­neh­men. Denn nach ei­nem in die­sem März ge­fass­ten Be­schluss des Bun­des­ta­ges ist das Bau­ver­trags­recht erst­mals ei­gen­stän­dig im Bür­ger­li­chen Ge­setz­buch BGB ge­re­gelt. Zu­vor galt das all­ge­mei­ne Werk­ver­trags­recht.

Das neue Bau­ver­trags­recht räumt pri­va­ten Bau­her­ren erst­mals ein Wi­der­rufs­recht ein. Künf­tig kön­nen sie ent­spre­chen­de Bau­ver­trä­ge 14 Ta­ge nach Ab­schluss wi­der­ru­fen. Un­ter an­de­rem müs­sen Bau­fir­men künf­tig auch ei­nen ver­bind­li­chen Ter­min zur Fer­tig­stel­lung nen­nen. Die neu­en Re­ge­lun­gen sol­len zum 1. Ja­nu­ar 2018 in Kraft tre­ten. Ein Über­blick:

Wi­der­rufs­recht: Bau­fir­men müs­sen Kun­den in den Ver­trä­gen ein 14-tä­gi­ges Wi­der­rufs­recht ein­räu­men. Bis­her war ein sol­ches Recht bei der Un­ter­schrift un­ter ei­nen Bau­ver­trag nicht vor­ge­se­hen. „Was zum Bei­spiel bei Han­dy­ver­trä­gen schon lan­ge üb­lich ist, gilt jetzt end­lich auch beim Haus­kauf“, er­klärt Pe­ter Mau­el, Vor­sit­zen­der des Bau­her­renSchutz­bund. Der Un­ter­neh­mer muss die Kun­den dar­über auch be­leh­ren. Fehlt die Klau­sel im Ver­trag, ist ein Wi­der­ruf bis zu zwölf Mo­na­te nach Ver­trag­schluss mög­lich. Pflicht zur Bau­be­schrei­bung:

Was wie ge­baut wird, muss der Un­ter­neh­mer künf­tig klar in der Bau­be­schrei­bung er­klä­ren. Dar­in müs­sen sich un­ter an­de­rem An­ga­ben zu Art und Um­fang der an­ge­bo­te­nen Leis­tun­gen fin­den, Ge­bäu­de­da­ten, Plä­ne mit Raum- und Flä­chen­an­ga­ben, Grund­ris­se so­wie An­ga­ben zur Be­schrei­bung der Bau­kon­struk­ti­on al­ler we­sent­li­chen Ge­wer­ke. Vor­teil für die Kun­den: „Sie kön­nen ver­schie­de­ne An­ge­bo­te nun ein­fa­cher ver­glei­chen“, sagt Mau­el. Fest­le­gung der Bau­zeit: Ver­zö­ge­run­gen sind für Bau­her­ren ein Pro­blem. Kön­nen sie erst spä­ter als ge­plant ein­zie­hen, ent­ste­hen wei­te­re Kos­ten. Die­se kön­nen sie künf­tig an den Bau­un­ter­neh­mer wei­ter­rei­chen. Denn laut dem neu­en Bau­ver­trags­recht müs­sen die Fir­men ver­bind­li­che

An­ga­ben zum Zeit­punkt der Fer­tig­stel­lung des Hau­ses tref­fen. Hal­ten sie sich nicht dar­an, müs­sen sie Scha­den­er­satz leis­ten. „Bau­her­ren ha­ben so mehr Ver­trags­si­cher­heit“, er­klärt Mau­el. Ab­schlags­zah­lun­gen und Un­ter­la­gen: Fir­men dür­fen künf­tig ma­xi­mal 90 Pro­zent der ver­ein­bar­ten Ge­samt­ver­gü­tung als Ab­schlags­zah­lung for­dern. Der Rest wird nach der Ab­nah­me fäl­lig. „Das min­dert das Über­zah­lungs­ri­si­ko“, sagt Mau­el. Auch müs­sen Bau­fir­men künf­tig Un­ter­la­gen zum Nach­weis der Ein­hal­tung öf­fent­lich-recht­li­cher Vor­schrif­ten über­ge­ben. Da­zu zäh­len et­wa Ge­neh­mi­gungs­pla­nun­gen oder Nach­wei­se zur Ener­gie­ein­spar­ver­ord­nung (EnEV).

FO­TO: COLOURBOX

Künf­tig ha­ben Bau­her­ren das Recht, ei­nen ver­bind­li­chen Fer­tig­stel­lungs­ter­min für ihr Haus zu er­fah­ren.

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