Stadt kauft zwei Hekt­ar Bau­grund am Ran­de der Ber­ger Hö­he

Ver­wal­tung will Vor­stel­lun­gen zur Art der Be­bau­ung bald im Ge­mein­de­rat vor­stel­len – Mög­li­cher­wei­se greift ver­ein­fach­te Pla­nung

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - WANGEN - Von Jan Pe­ter Steppat

WANGEN - Die Stadt hat rund zwei Hekt­ar Land am Rand der Ber­ger Hö­he ge­kauft. Sie plant dort die Er­schlie­ßung ei­nes neu­en Wohn­ge­biets, wie Ober­bür­ger­meis­ter Micha­el Lang am En­de der jüngs­ten Ge­mein­de­rats­sit­zung mit­teil­te. Ih­re in­halt­li­chen Ide­en für das Are­al will die Ver­wal­tung dem Gre­mi­um noch vor der Som­mer­pau­se vor­stel­len.

Bei dem mög­li­chen neu­en Wohn­ge­biet han­delt es sich um ei­ne läng­li­che Wie­sen­flä­che par­al­lel zur be­ste­hen­den Be­bau­ung am Tö­di­weg. Der­zeit wird sie noch land­wirt­schaft­lich ge­nutzt. Den Kauf der zwei Hekt­ar hat­te der Ge­mein­de­rat in der Mai-Sit­zung hin­ter ver­schlos­se­nen Tü­ren ge­fasst, wie Lang in der jüngs­ten Sit­zung be­kannt gab. Stadt­pla­ne­rin Me­la­nie Grie­be kün­dig­te auf An­fra­ge der „Schwä­bi­schen Zei­tung“an, dass die Ver­wal­tung ih­re Vor­über­le­gun­gen zur Art der Be­bau­ung, de­ren Dich­te und Hö­he vor den Fe­ri­en im Rat vor­stel­len will. Mehr gibt sie ak­tu­ell nicht preis, auch vor dem Hin­ter­grund der Dis­kus­sio­nen um das „Wie“der Ent­ste­hung des eben­falls vor­ge­se­he­nen neu­en Bau­ge­biets zwi­schen Haid und Witt­wais. Nach den ers­ten Be­ra­tun­gen im Stadt­par­la­ment fol­gen laut Grie­be Bau­grund­un­ter­su­chun­gen. Die­se könn­ten aber erst im No­vem­ber fol­gen, wenn die Wie­se land­wirt­schaft­lich nicht mehr ge­nutzt wer­den muss. An­schlie­ßend dürf­te das Pla­nungs­ver­fah­ren star­ten.

Da­bei kann die Stadt mög­li­cher­wei­se auf – al­ler­dings um­strit­te­ne – Er­leich­te­run­gen bau­en, die seit kur­zem das Bun­des­bau­ge­setz bie­tet. Dem­nach dür­fen Städ­te und Ge­mein­den den Weg ei­nes ver­ein­fach­ten Ver­fah­rens bei der Aus­wei­sung neu­er Wohn­ge­bie­te ge­hen, wenn die über­bau­ba­re Flä­che nicht grö­ßer als 10 000 Qua­drat­me­ter ist und sich di­rekt an ei­ne Ort­schaft an­schließt. Das zwei­te Kri­te­ri­um trifft zu, das ers­te hängt von der Dich­te der Be­bau­ung ab. Denn die Höchst­gren­ze von 10 000 Qua­drat­me­tern be­zieht sich nur auf Ge­län­de, auf dem letzt­lich Häu­ser ste­hen. Heißt: Gär­ten, Stra­ßen und We­ge blei­ben als Kri­te­ri­um au­ßen vor, so die Stadt­pla­ne­rin.

Prü­fung auch für Haid/Witt­wais

Laut Grie­be will die Ver­wal­tung die An­wend­bar­keit der Rechts­neue­run­gen prü­fen, kon­kret ist dies der Pa­ra­graf 13b des Bau­ge­setz­buchs. Tref­fen die Vor­aus­set­zun­gen des ver­ein­fach­ten Ver­fah­rens zu, fie­len meh­re­re sonst vor­ge­schrie­be­ne Ver­fah­rens­schrit­te weg. Da­bei geht es um die früh­zei­ti­ge Ein­bin­dung der Öf­fent­lich­keit, sonst ver­pflich­ten­der Um­welt­prü­fun­gen oder Aus­gleichs­maß­nah­men. Aspek­te, die Kri­tik von Na­turund Um­welt­schüt­zern, aber auch dem grü­nen Teil der Lan­des­re­gie­rung her­vor­ruft.

Un­ge­ach­tet des­sen glaubt Me­la­nie Grie­be, dass die Ge­set­zes­än­de­run­gen die Pla­nun­gen ver­ein­fa­chen und mög­li­cher­wei­se be­schleu­ni­gen könn­ten. Al­ler­dings zeit­lich be­fris­tet. Denn das ver­ein­fach­te Ver­fah­ren greift nur, wenn bis En­de 2019 der Be­bau­ungs­plan auf­ge­stellt und der Sat­zungs­be­schluss bis En­de 2021 er­folgt ist.

Frag­lich ist, ob Pa­ra­graf 13b auch auf das Bau­ge­biet zwi­schen Haid und Witt­wais zu­trifft. Denn mit mehr als vier Hekt­ar ist es deut­lich grö­ßer als die Wie­se an der Ber­ger Hö­he. Aber auch dort wie bei an­de­ren künf­ti­gen Pla­nun­gen wer­de die Stadt die An­wend­bar­keit des ver­ein­fach­ten Ver­fah­rens prü­fen, so Grie­be.

FO­TO: JPS

Auf die­ser Flä­che an der Ber­ger Hö­he plant die Stadt Wangen ein neu­es Bau­ge­biet. Sie hat die Flä­che kürz­lich ge­kauft.

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