Ede­ka-Markt im Ort wird schlie­ßen

Beim Tref­fen der Frei­en Wäh­ler Kiß­legg wird ei­ne Am­pel in der Wan­ge­ner Stra­ße ge­for­dert

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - GEMEINDEN - Von Su­si We­ber und Me­la­nie Kräu­ter

KISSLEGG - Die Vor­be­rei­tungs­pha­se für die Kom­mu­nal­wah­len 2019 hat für die Frei­en Wäh­ler Kiß­legg be­gon­nen. Fi­nan­zi­ell gut ge­rüs­tet, soll in Bäl­de die Su­che nach Kan­di­da­ten star­ten. Det­lef Rad­ke be­rich­te­te bei der Mit­glie­der­ver­samm­lung aus dem Ge­mein­de­rat. Fra­gen aus der Run­de brach­ten auch her­vor: Der Ede­ka-Markt an der Schloss­stra­ße ist ver­kauft, ei­ne Nach­fol­ge schwie­rig. Und: Ein kürz­lich ge­sche­he­ner Bei­na­he-Un­fall am Ze­bra­strei­fen an der Wan­ge­ner Stra­ße lässt die Stim­men für ei­ne Am­pel­an­la­ge wie­der lau­ter wer­den.

„Ge­fähr­li­cher Über­weg“

Es war Sil­ke Pusz­ti, die kurz vor En­de der Sit­zung zu­nächst von ei­nem ge­ra­de noch ein­mal gut ge­gan­ge­nen Zwi­schen­fall am Ze­bra­strei­fen be­rich­te­te und dann die Fra­ge auf­warf: „War­um gibt es an die­ser so ge­fähr­li­chen Stel­le kei­ne Am­pel, wo sie doch Schul­weg ist?“Auch Wer­ner Bach­mann, Vor­sit­zen­der der Frei­en Wäh­ler Kiß­legg, zeig­te sich über­zeugt: „Oh­ne ei­ne Am­pel­an­la­ge wer­den wir kei­nen si­che­ren Über­weg hin­krie­gen.“Bach­mann riet Pusz­ti, die Un­ter­stüt­zung an­de­rer El­tern ein­zu­ho­len und Ver­ant­wort­li­che aus der Po­li­tik hin­zu­zu­zie­hen, um ge­treu der De­vi­se „Ste­ter Trop­fen höhlt den St­ein“viel­leicht doch noch zum Er­folg zu kom­men – an ei­ner Stel­le, die schon mehr­fach zur Dis­kus­si­on stand.

Eben­falls war es Pusz­ti, die sich zu­vor über die Zu­kunft des Ede­kaMark­tes an der Schloss­stra­ße und die Be­mü­hun­gen der Ge­mein­de, ei­nen Markt im Orts­kern zu hal­ten, er­kun­dig­te. Rad­ke be­stä­tig­te, dass Ede­ka Ham­mer nach Aus­lauf sei­nes Ver­tra­ges als Päch­ter auf­ge­ben wird. Ham­mer ist al­ler­dings nicht Ei­gen­tü­mer des Ge­bäu­des: „Das Ge­bäu­de wur­de an ei­nen neu­en In­ves­tor ver­kauft. Der neue Be­sit­zer hat si­gna­li­siert, dass er ger­ne wie­der ei­nen Markt dort hät­te, sich dies aber schwie­rig ge­stal­tet.“Rad­ke sieht nicht nur die Be­deu­tung des Mark­tes be­son­ders für die äl­te­re Ge­ne­ra­ti­on, son­dern auch ei­ne Ge­fahr für die um­lie­gen­den Ein­zel­händ­ler, wenn ei­ne ent­spre­chen­de Fre­quenz feh­le.

Bür­ger­meis­ter Die­ter Krat­ten­ma­cher be­stä­tig­te auf SZ-Nach­fra­ge, dass das Ge­bäu­de an ei­nen neu­en In­ves­tor ver­kauft wur­de. Wann der Pacht­ver­trag ge­nau aus­lau­fe, wis­se er al­ler­dings nicht. Man sei aber in Ge­sprä­chen mit dem neu­en In­ves­tor. „Wir hof­fen, dass wir im Rah­men der Orts­kern­sa­nie­rung ein lang­fris­ti­ges Kon­zept er­stel­len kön­nen“, so Krat­ten­ma­cher. Der jet­zi­ge Ede­ka-Markt sei ein „Fre­quenz­brin­ger“, des­we­gen sei man sehr dar­an in­ters­siert, dass wie­der ein sol­cher ins Ort kom­me.

Bei der Ver­samm­lung der Frei­en Wäh­ler be­rich­te­te Rad­ke auch über Ak­tu­el­les aus dem Ge­mein­de­rat. Beim The­ma Dorfer­neue­rung Wal­ters­ho­fen merk­te Wer­ner Bach­mann an, dass es – trotz mo­nat­li­cher Nach­fra­gen – noch kei­ne Zu­sa­gen für Zu­schüs­se ge­be. „Wir sind der Mei­nung, dass wir bei der Be­cher­hal­de II/II kür­zer­tre­ten, durch­schnau­fen und lang­sa­mer vor­ge­hen soll­ten“, sag­te Rad­ke zu den nun noch zur Ver­ga­be aus­ste­hen­den zwölf bis 14 Bau­plät­zen. Bach­mann in­for­mier­te dar­über, dass das Bau­ge­setz da­hin­ge­hend ge­än­dert sei, dass Orts­rand­la­gen mit bis zu drei Hekt­ar künf­tig ein­fa­cher und oh­ne ei­nen na­tur­schutz­recht­li­chen Aus­gleich zum Bau­land wer­den kön­nen.

Sor­ge be­rei­tet Rad­ke der Zu­stand vie­ler Wohn­ge­biets­stra­ßen, die – teil­wei­se 40 bis 50 Jah­re alt – nur stück­wei­se ge­rich­tet und nicht ge­ne­rell sa­niert wer­den: „In Zu­kunft müs­sen wir uns die­ses The­mas an­neh­men.“

In Sa­chen Iko­wa wol­le man, un­ge­ach­tet der recht­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung, mit den Geg­nern noch­mals das Ge­spräch su­chen: „Wir wol­len er­fah­ren: Was wollt ihr? Was könn­tet ihr euch vor­stel­len, das ver­wirk­licht wird?“Rad­ke sieht es als „ver­kehr­te Po­li­tik“, wenn sich Fir­men künf­tig aus­schließ­lich „im Speck­gür­tel der Groß­städ­te“an­sie­deln, was die Ab­wan­de­rung jun­ger, gut aus­ge­bil­de­ter Men­schen und sei­ner Mei­nung nach ei­nen Steu­er­ver­lust nach sich zie­he: „Ich hof­fe, dass wir ei­nen Kon­sens fin­den. Wir sind je­der­zeit ge­sprächs­be­reit.“

Die Mit­glie­der­ver­samm­lung selbst ging rasch von­stat­ten. Vor­sit­zen­der Bach­mann, im nun­mehr letz­ten Jahr der lau­fen­den, drei­jäh­ri­gen Amt­s­pe­ri­ode, ließ ein recht ru­hi­ges Ver­eins­jahr Re­vue pas­sie­ren. Ab so­fort müs­se man zu­se­hen, dass man Na­men be­kom­me, die Kom­mu­nal­wahl­lis­ten für 2019 fül­le und The­men samm­le. Die Kas­se des 27 Mit­glie­der zäh­len­den Ver­eins der Frei­en Wäh­ler Kiß­legg ist laut Schatz­meis­te­rin Cor­ne­lia Rio­lo be­reits gut ge­füllt. Sie weist et­was über 3000 Eu­ro aus.

FO­TO: WE­BER

Det­lef Rad­ke (links) und Wer­ner Bach­mann rüs­ten sich schon für den Wahl­kampf für 2019.

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