„Das Öchs­le­fest ist ein Kurz­ur­laub“

Ben­ja­min Hopp spricht über die Vor­be­rei­tun­gen zu dem drei­tä­gi­gen Fest

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - VERANSTALTUNGEN -

OCH­SEN­HAU­SEN - Häu­ser wer­den de­ko­riert, Fah­nen ge­hisst und Tau­sen­de Be­su­cher strö­men nach Och­sen­hau­sen: Von Frei­tag bis Sonn­tag, 23. bis 25. Ju­ni, fei­ert die Rot­tum­stadt ihr Öchs­le­fest. Vie­le Ver­ei­ne und Grup­pie­run­gen be­tei­lig­ten sich ne­ben der Stadt­ver­wal­tung an der drei­tä­gi­gen Veranstaltung. Die Vor­be­rei­tun­gen da­für lau­fen seit Wo­chen. Daniel Hä­fe­le hat mit Ben­ja­min Hopp, dem Vor­sit­zen­den des Or­ga­ni­sa­ti­ons­ko­mi­tees, dar­über ge­spro­chen, wel­che Her­aus­for­de­run­gen das Team für die Sau­se be­wäl­ti­gen muss.

Herr Hopp, das Öchs­le­fest ist ei­ne Tra­di­ti­ons­ver­an­stal­tung in Och­sen­hau­sen. Bleibt bei so viel Tra­di­ti­on noch Platz für Neu­es?

Grund­sätz­lich fin­det das Öchs­le­fest na­tür­lich in ge­wohn­tem Rah­men statt. Wir ha­ben wie­der ein bun­tes Pro­gramm für die gan­ze Fa­mi­lie zu­sam­men­ge­stellt. Mit den bei­den Wett­be­wer­ben Ho­ra-Blosa so­wie Ho­ra-Keia grei­fen wir den Ur­sprung un­se­rer Stadt­ge­schich­te auf. Rings um den Markt­platz und den Öchs­le­bahn­hof er­war­ten die Be­su­cher vie­le Pro­gramm­punk­te. Haupt­un­ter­schied zum ver­gan­ge­nen Jahr ist, dass es dies­mal beim Bahn­hof wie­der die mitt­ler­wei­le 19. Aus­stel­lung von his­to­ri­schen Land­ma­schi­nen und Trak­to­ren gibt. Klei­ne­re Neue­run­gen flie­ßen eher un­be­merkt in das Ge­samt­kon­zept ein.

Apro­pos Ve­rän­de­run­gen: Auch das Öchs­le­fest ist vom Spar­kon­zept der Stadt be­trof­fen. Wer­den die Be­su­cher da­von et­was mer­ken?

Die Be­su­cher wer­den da­von über­haupt nichts mit­be­kom­men, so viel kann ich ver­spre­chen. Das Spar­kon­zept hat vor al­lem für Ve­rän­de­run­gen im Hin­ter­grund ge­sorgt. Auch wir muss­ten den Rot­stift an­set­zen, was nicht im­mer leicht war, aber im Kon­sens ha­ben wir Lö­sun­gen ge­fun­den, die den Ablauf des Fests nicht be­ein­träch­ti­gen wer­den. Wir wol­len dies auch nicht all­zu ne­ga­tiv se­hen. Ve­rän­de­run­gen brin­gen auch neue, po­si­ti­ve Im­pul­se mit sich.

Bei der drei­tä­gi­gen Veranstaltung wir­ken vie­le Ver­ei­ne und Grup­pie­run­gen mit. Wie be­kom­men Sie, als Vor­sit­zen­der des Ko­mi­tees, al­le Wün­sche der Be­tei­lig­ten un­ter ei­nen Hut?

Die Ver­ei­ne und mit­wir­ken­den Per­so­nen or­ga­ni­sie­ren zu­nächst ein­mal ih­ren Pro­gramm­punkt in­ner­halb der Ge­samt­ver­an­stal­tung. Die Fä­den lau­fen dann beim Öchs­le­fest­ko­mi­tee zu­sam­men. Wir vom Ko­mi­tee tref­fen uns re­gel­mä­ßig, um die Rah­men­be­din­gun­gen für das Fest fest­zu­le­gen. Zu­dem ko­or­di­nie­ren wir die Son­der­be­rei­che wie bei­spiels­wei­se Wer­bung und Si­cher­heit. Al­les an­de­re wür­de kei­nen Sinn ma­chen. Da­mit al­le Mit­wir­ken­den ih­re Wün­sche ein­brin­gen kön­nen, gibt es zwei­mal im Jahr ei­ne Voll­ver­samm­lung.

Das The­ma „Si­cher­heit“bei Ver­an­stal­tun­gen hat nicht nur in An­be­tracht von Ter­ror­an­schlä­gen an Be­deu­tung ge­won­nen, son­dern auch we­gen der Stark­re­ge­ner­eig­nis­se im ver­gan­ge­nen Jahr. Wie ge­hen Sie mit die­sem The­ma um?

Es gibt na­tür­lich ein um­fang­rei­ches Si­cher­heits­kon­zept, wel­ches das Ko­mi­tee im Schul­ter­schluss mit Ord­nungs­amt, Po­li­zei, Feu­er­wehr und DRK er­ar­bei­tet hat. Wir ha­ben da­bei auch aus­führ­lich über die Un­wet­ter­la­gen ge­spro­chen, se­hen uns aber mit un­se­rem bis­he­ri­gen Kon­zept gut ge­rüs­tet. So ist dar­in schon län­ger ge­re­gelt, dass Zel­te wind-und wet­ter­fest sein müs­sen. Ge­ge­be­nen­falls müs­sen sie sich kurz­fris­tig bei ex­tre­men Un­wet­ter ab­bau­en las­sen. Zu­dem gibt es für Fest­be­su­cher de­fi­nier­te Eva­ku­ie­rungs­be­rei­che. Auch das The­ma „Ter­ror­an­schlä­ge“hat uns be­schäf­tigt. Hier­bei ist es al­ler­dings im­mer ei­ne Grat­wan­de­rung, was an Si­cher­heits­vor­keh­run­gen mög­lich ist und was eben nicht – ge­ra­de für klei­ne­re Städ­te wie Och­sen­hau­sen.

Das Öchs­le­fest ist ei­ne fes­te In­sti­tu­ti­on in Och­sen­hau­sen. Wie ist es ei­gent­lich ent­stan­den?

Vor mehr als 20 Jah­ren war das Öchs­le­fest noch ein re­la­tiv klei­nes Ci­ty­fest, das von Ver­ei­nen auf dem Markt­platz or­ga­ni­siert wur­de. Un­ter dem da­ma­li­gen Bür­ger­meis­ter Max He­rold wur­de die Veranstaltung dann zu ei­nem Stadt­fest aus­ge­baut. Im Zu­ge des­sen wur­de die Or­ga­ni­sa­ti­on an die Stadt­ver­wal­tung ge­bun­den und das Öchs­le­fest­ko­mi­tee ge­grün­det. Al­le Be­tei­lig­ten ha­ben im Lauf der Jah­re das Öchs­le­fest wei­ter­ent­wi­ckelt, was in An­be­tracht der Zahl der Be­su­cher of­fen­bar auch rich­tig ge­macht wur­de. Mitt­ler­wei­le kom­men die Be­su­cher nicht mehr nur aus Och­sen­hau­sen, Mit­tel­buch und Rein­stet­ten, son­dern aus ei­nem Um­kreis von 50 Ki­lo­me­tern. Rei­se­bus­se aus ganz Süd­deutsch­land rol­len an die­sem Wo­che­n­en­de an. Vie­le aus­wär­ti­ge Be­su­cher ver­knüp­fen das Öchs­le­fest mit ei­nem Wo­che­n­en­de in der Rot­tum­stadt. Sie ma­chen ei­ne Öchs­le­fahrt, be­sich­ti­gen das Klos­ter­mu­se­um oder be­su­chen Kon­zer­te in der Re­gi­on. Das Öchs­le­fest ist für vie­le ein Kurz­ur­laub.

20 000 Be­su­cher wer­den an die­sem Wo­che­n­en­de er­war­tet. Wo kann man am bes­ten par­ken?

Die In­nen­stadt ist als Park­platz na­tür­lich ta­bu. Park­mög­lich­kei­ten gibt es al­ler­dings rings um den Ver­an­stal­tungs­ort, die aus­ge­schil­dert sind. Es emp­feh­len sich bei­spiels­wei­se

der Park­platz an der Kapf­hal­le, im Schul­zen­trum Herr­schafts­brühl und im Ge­wer­be­ge­biet Un­te­re Wie­sen. Fünf Mi­nu­ten Fuß­weg dürf­te je­der Be­su­cher in Kauf neh­men kön­nen.

FO­TO: EL­MAR GRATHWOHL

Beim Öchs­le­fest in Och­sen­hau­sen gibt es auch wie­der Fahr­ten mit dem Öchs­le.

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