Dank Mi­ra­cu­lix und Sel­ke

Zwei­ter Sieg – Die U-21-Na­tio­nal­mann­schaft hält bei der EM dem Druck stand

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - SPORT -

KRA­KAU (SID/dpa) - Bei der Fra­ge nach dem Grund für sei­ne kla­re Leis­tungs­stei­ge­rung muss­te Ju­li­an Pol­lers­beck grin­sen. „Wir ha­ben zu dritt den Mi­ra­cu­lix an­ge­ru­fen und dann ha­ben die mir so ei­nen Zau­ber­trank ge­mixt, und den ha­be ich dann ge­trun­ken“, scherz­te der Tor­hü­ter der deut­schen U-21-Na­tio­nal­mann­schaft nach dem 3:0 (0:0) ge­gen Dä­ne­mark. War der Kee­per zum Auf­takt ge­gen Tsche­chi­en noch ein Un­si­cher­heits­fak­tor ge­we­sen, hat­te er am Mitt­woch gro­ßen An­teil am Er­folg. Sein mög­li­cher Wech­sel zum Ham­bur­ger SV scheint Pol­lers­beck, der­zeit noch bei Zweit­li­gist Kai­sers­lau­tern un­ter Ver­trag, al­so eher zu be­flü­geln.

Da­vie Sel­ke, der an­de­re Match­win­ner, lä­chel­te der­weil ge­rührt, als von al­len Sei­ten Lo­bes­hym­nen auf ihn ein­pras­sel­ten. „Das Tor war so wich­tig für mich. Ich bin froh, dass ich der Mann­schaft et­was zu­rück­ge­ben konn­te“, sag­te Sel­ke, dem ein Traum­tor und ei­ne Vor­la­ge ge­lan­gen.

„Als ehe­ma­li­ger Stür­mer freue ich mich rie­sig für Da­vie“, sag­te U-21Trai­ner Ste­fan Kuntz, Of­fen­siv­spie­ler Ser­ge Gn­ab­ry lob­te sei­nen Ne­ben­mann: „Da­vies Su­per­tor hat das Eis ge­bro­chen. So schnell kann es im Fuß­ball ge­hen.“

Drei Ta­ge zu­vor war Sel­ke noch ge­knickt durch die Ka­ta­kom­ben des Sta­di­ons in Ty­chy ge­lau­fen, ge­gen Tsche­chi­en (2:0) hat­te er ei­nen Elf­me­ter ver­schos­sen. Ge­hol­fen hat ihm auch sein Glau­be. „Ich bin Christ. Dar­aus zie­he ich mei­ne Kraft. Wenn ich et­was er­le­be, das nicht so gut war, be­spre­che ich das mit mei­ner Fa­mi­lie und be­te“, hat­te Sel­ke in Ty­chy ge­sagt.

Sei­nen Glau­ben trägt Sel­ke of­fen nach au­ßen, vor al­lem durch sei­ne Tat­toos. Auf sei­nem lin­ken Ober­arm prangt ein Bild von Je­sus, auf sei­ner Brust ein Bi­bel­vers, hin­zu kommt der Schrift­zug auf dem Hand­ge­lenk. „Das sind kei­ne Mo­de- oder Trend­mo­ti­ve wie mei­ne an­de­ren Tat­toos, son­dern ein Zei­chen da­für, dass ich dank­bar bin, was für ein Le­ben ich füh­ren darf“, sag­te Sel­ke ein­mal.

Viel Kraft be­nö­tig­te zu­letzt auch der Fuß­bal­ler Sel­ke. Bei RB Leip­zig saß der 1,92-m-Hü­ne meist auf der Bank, kom­men­de Sai­son sucht er sein Glück bei Her­tha BSC. Im DFBT­ri­kot läuft es da­ge­gen tra­di­tio­nell rund. 2014 wur­de er bei der U19-EM Tor­schüt­zen­kö­nig und Eu­ro­pa­meis­ter, bei der U21 ist er mit acht To­ren aus 13 Spie­len bes­ter Schüt­ze.

Ei­nen Sel­ke in Top-Form wird die Mann­schaft auch am Sams­tag (20.45/ ARD) brau­chen. Zwar reicht den Ju­nio­ren ge­gen Ita­li­en schon ein Re­mis, um den Grup­pen­sieg zu si­chern. Doch Ita­li­en steht nach der Nie­der­la­ge ge­gen Tsche­chi­en un­ter Druck, muss ge­win­nen. Und nur der Grup­pen­sie­ger qua­li­fi­ziert sich si­cher fürs Halb­fi­na­le. „Ich glau­be, die Ita­lie­ner ha­ben ins­ge­samt über 1000 Se­rie-A-Spie­le. Da kommt ein Pfund auf uns zu“, sag­te Kuntz. Und wei­ter: „Auf Er­geb­nis spie­len? Das hat im Fuß­ball noch nie ge­klappt. Wir wol­len ge­win­nen. Und Sel­ke er­gänz­te: „Der Mo­dus ist tü­ckisch, wir wer­den uns nicht auf den sechs Punk­ten aus­ru­hen.“

FO­TO: DPA

Match­win­ner: Da­vie Sel­ke ju­belt nach sei­nem Tref­fer.

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