„Ver­fas­sung un­ter­sagt ein­sei­ti­ge fi­nan­zi­el­le För­de­rung“

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - WANGEN / GEMEINDEN -

Zum Ar­ti­kel „Die Kin­der­be­treu­ung wird teu­rer“(SZ, 21. Ju­ni):

„,Die El­tern müs­sen blu­ten“, be­dau­er­te OB Lang bei der Ge­mein­de­rats­sit­zung zur Er­hö­hung der El­tern­bei­trä­ge für die Kin­der­be­treu­ung. Wie wahr! Wenn die El­tern mit mo­nat­lich rund 250 Eu­ro 20 Pro­zent der rea­len Kos­ten pro Krip­pen­platz stem­men sol­len, dann kos­tet die­ser den Steu­er­zah­ler im­mer noch 1000 Eu­ro. Das be­deu­tet al­lein in Wan­gen, dass je­der Er­wach­se­ne und je­des Kind ein De­fi­zit von 239 Eu­ro pro Jahr ver­kraf­ten muss.

Be­son­ders bit­ter ist, dass für je­ne Müt­ter, die ih­re Kin­der, aus päd­ago­gi­schen Grün­den und grund­ge­setz­lich ab­ge­si­chert (Art. 6 GG ), nicht in ei­ne Krip­pe ge­ben. Denn sie stem­men durch Ein­kom­mens­ver­zicht und Ein­bu­ßen von Ren­ten­punk­ten ih­ren in­di­vi­du­el­len Bei­trag für die künf­ti­gen Steu­er- und Bei­trags­zah­ler. Und was sie Enor­mes für die früh­kind­li­che Bil­dung leis­ten, das dürf­te öf­fent­li­cher Krip­pen­be­treu­ung in nichts nach­ste­hen. Im Ge­gen­teil!

Doch der Steu­er­zah­ler springt für müt­ter­li­che 1:1-Be­treu­ung mit kei­nem ein­zi­gen Eu­ro ein. Je­de selbst er­zie­hen­de Wan­ge­ner Fa­mi­lie mit drei Kin­dern be­tei­ligt sich al­so zu­sätz­lich mit 1195 Eu­ro an der kos­ten­in­ten­si­ven Be­treu­ung frem­der Kin­der. Un­se­re Ver­fas­sung un­ter­sagt strikt die ein­sei­ti­ge fi­nan­zi­el­le För­de­rung ei­nes po­li­tisch fa­vo­ri­sier­ten Fa­mi­li­en­mo­dells. Doch der Ge­setz­ge­ber schert sich dar­um nicht. „Das sind uns die Kin­der wert“, meint OB Lang. Wel­che Kin­der? Und wel­che El­tern sind es, die in Wahr­heit blu­ten?“

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