TV-Streit um Bun­des­li­ga es­ka­liert

Dis­co­very geht ju­ris­tisch ge­gen Sky vor – Zu­schau­er muss dop­pelt zah­len

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - SPORT -

MÜNCHEN (dpa/SID/sz) - Der Streit zwi­schen Dis­co­very und Sky um die Über­tra­gung der Fuß­ball-Bun­des­li­ga es­ka­liert – und die Zu­schau­er dro­hen in die Röh­re zu schau­en. Dis­co­very, das Mut­ter­un­ter­neh­men von Eu­ro­sport, das ab der am 18. Au­gust be­gin­nen­den Bun­des­li­ga-Sai­son 45 Spie­le live und ex­klu­siv zei­gen darf, hat durch das Land­ge­richt Köln ei­ne einst­wei­li­ge Ver­fü­gung ge­gen Sky er­wirkt. Der Münch­ner Pay-TV-Sen­der darf dem­nach ab so­fort nicht mehr mit dem Slo­gan „Al­le Spie­le – al­le To­re“wer­ben.

„Sky hat ir­re­füh­rend be­haup­tet und da­mit ge­wor­ben, dass al­le Spie­le in der kom­men­den Sai­son aus­schließ­lich auf den Sky-Platt­for­men ver­füg­bar sein wer­den“, be­grün­de­te Dis­co­very das ju­ris­ti­sche Vor­ge­hen. „Nach un­se­rer An­sicht füh­ren sol­che Aus­sa­gen von Sky Mil­lio­nen von Sport­fans in Deutsch­land in die Ir­re.“

Es geht ums Geld

Der Kon­flikt zwi­schen Sky und Dis­co­very schwelt seit Mo­na­ten. Bis­her kann, wer ein Sky-Abo ge­bucht hat, das kom­plet­te Eu­ro­sport-Pro­gramm oh­ne zu­sätz­li­che Kos­ten se­hen. Be­reits im Ja­nu­ar droh­te Eu­ro­sport, aus der Ver­ein­ba­rung aus­zu­stei­gen. Auf den letz­ten Drü­cker ei­nig­ten sich die Par­tei­en da­mals – klam­mer­ten aber die Bun­des­li­ga­rech­te aus. „Die Ge­sprä­che zu den 45 Spielen des Bun­des­li­ga-Rech­te­pa­kets A, für das Eu­ro­sport die Pay-TV-Rech­te er­wor­ben hat, wer­den in den kom­men­den Wo- chen fort­ge­führt“, hieß es da­mals bei Dis­co­very.

Doch zu ei­ner Ei­ni­gung kam es beim Streit um die so­ge­nann­ten Dis­tri­bu­ti­ons­ver­trä­ge nicht. Dis­co­very ha­be „kein An­ge­bot vor­ge­legt, das auch nur im An­satz am Markt re­fi­nan­zier­bar wä­re“, teil­te Sky nun mit. Auf das An­ge­bot von Sky sei „Dis­co­very bis heu­te nicht ein­ge­gan­gen. Soll­te sich dies än­dern, sind wir je­der­zeit zu wei­te­ren Ge­sprä­chen be­reit.“

Weil sich Dis­co­very aber nicht nur mit Sky un­eins ist, son­dern auch noch kei­nen an­de­ren TV-Part­ner wie et­wa die Te­le­kom, Vo­da­fo­ne oder Uni­ty­me­dia ge­fun­den hat, ent­schied man, die 45 Eu­ro­sport-Spie­le nur über den ei­ge­nen Strea­m­ing­dienst „Eu­ro­sport Play­er“zu zei­gen.

Der Stand, kei­ne acht Wo­chen vor Bun­des­li­ga­be­ginn: Sky zeigt 572 Spie­le der Bun­des­li­ga und Zwei­ten Liga live über sei­ne Ka­nä­le, Eu­ro­sport sei­ne 45 nur über den eben­falls kos­ten­pflich­ti­gen „Eu­ro­sport Play­er“. Der Zu­schau­er muss al­so dop­pelt zah­len, wenn er al­le Spie­le live se­hen will – oder we­nigs­tens die Mög­lich­keit ha­ben möch­te.

FO­TO: DPA

Streit um Bun­des­li­ga-Spie­le im TV: Al­le Spie­le – al­le To­re“gilt nun nicht mehr für Sky.

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