Brü­cke über A 96 wird ver­brei­tert

Eu­ro­pa­stra­ße soll für mehr Au­tos fit ge­macht wer­den – Mem­min­gen zahlt beim Bau mit

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - BLICK INS ALLGÄU - Von Vol­ker Gey­er

MEM­MIN­GEN - Die Brü­cke über die A 96 im Ge­wer­be­ge­biet Nord soll neu ge­baut und da­bei von vier auf sechs Spu­ren ver­brei­tert wer­den. Den Bau wol­len der Bund und die Stadt Mem­min­gen ge­mein­sam fi­nan­zie­ren. Durch die­se Ko­ope­ra­ti­on kann der Brü­cken­bau frü­her in An­griff ge­nom­men wer­den, als wenn der Bund das Pro­jekt al­lein stem­men müss­te. Ei­ner ent­spre­chen­den Ver­ein­ba­rung zwi­schen Bund und Kom­mu­ne hat der Stadt­rat in jüngs­ter Sit­zung mit gro­ßer Mehr­heit zu­ge­stimmt. Le­dig­lich Co­rin­na Stei­ger und Bern­hard Th­rul von den Grü­nen vo­tier­ten da­ge­gen.

Wie Tief­bau­amts­lei­ter Ger­not Wink­ler den Stadt­rä­ten er­läu­ter­te, will der Bund das oft über­las­te­te Mem­min­ger Au­to­bahn­kreuz aus­bau­en – und zwar durch zu­sätz­li­che Ver­teil­er­fahr­bah­nen. So könn­te et­wa ei­ne zwei­te Ein­fä­del­spur auf die A 7 in Rich­tung Ulm mehr Fahr­zeu­ge aus Rich­tung Mün­chen und Lin­dau auf­neh­men. In die­sem Zu­sam­men­hang sei auch ei­ne Ver­län­ge­rung der be­tref­fen­den Eu­ro­pa­stra­ßen-Brü­cke vor­ge­se­hen – al­ler­dings erst in zehn bis 15 Jah­ren. Durch die jetzt be­schlos­se­ne Ver­ein­ba­rung zwi­schen der Stadt und dem Bund kön­ne das Brü­cken­bau­werk aber be­reits in vier bis fünf Jah­ren ab­ge­schlos­sen sein. Die rei­ne Bau­zeit wird nach Wink­lers Wor­ten et­wa ein Jahr be­tra­gen. Die Ge­samt­kos­ten wer­den auf sie­ben bis acht Mil­lio­nen Eu­ro ge­schätzt, wo­bei der Bund knapp 72 und Mem­min­gen gut 28 Pro­zent über­neh­men wer­den. Die Stadt Mem­min­gen kann laut dem Tief­bau­amts­chef aber noch mit ei­ner För­de­rung der Re­gie­rung von Schwa­ben rech­nen, so­dass der Mem­min­ger An­teil letzt­lich et­wa 1,5 Mil­lio­nen Eu­ro be­tra­gen wer­de.

In den Au­gen von Ober­bür­ger­meis­ter Man­fred Schil­der ist der Brü­cken­bau „drin­gend not­wen­dig“, um Staus auf der Eu­ro­pa­stra­ße zu ver­mei­den. Denn die Zahl der Fahr­zeu­ge wer­de im Zu­ge der ge­plan­ten Ge­wer­be­ge­biets­er­wei­te­rung wei­ter zu­neh­men. „Auch Bux­heim möch­te neue Ge­wer­be­flä­chen an die Eu­ro­pa­stra­ße an­bin­den“, sag­te Schil­der. Gleich­zei­tig stell­te der Rat­haus­chef klar, dass der Brü­cken­bau nicht un­mit­tel­bar mit ei­ner mög­li­chen Ikea-An­sied­lung ne­ben dem Au­to­bahn­kreuz zu­sam­men­hän­ge. Denn die Eu­ro­pa­stra­ße müs­se an die­ser Stel­le so oder so ver­brei­tert wer­den – al­lein schon we­gen des Be­rufs­ver­kehrs.

Sechs­spu­ri­gen Aus­bau der A 7

In den Au­gen von Ober­bür­ger­meis­ter Man­fred Schil­der ist der Brü­cken­bau „drin­gend not­wen­dig“.

Dar­über hin­aus kön­ne mit dem Pro­jekt wei­ter Druck für ei­nen sechs­spu­ri­gen Aus­bau der A 7 zwi­schen Mem­min­gen und Il­ler­tis­sen auf­ge­baut wer­den. Wie be­rich­tet, ran­giert die­ser Ab­schnitt im Bun­des­ver­kehrs­we­ge­plan nur un­ter „wei­te­rem Be­darf mit Pla­nungs­recht“. So­mit ist die Fi­nan­zie­rung in den nächs­ten 15 Jah­ren nicht ge­si­chert.

Wie OB Schil­der be­grüß­te die Mehr­heit der Stadt­rä­te das vor­ge­stell­te Brü­cken­pro­jekt. „Es ist ei­ne gro­ße Chan­ce für Mem­min­gen“, sag­te et­wa CSU-Frak­ti­ons­chef Ste­fan Gu­ter­mann. Die Brü­cke kön­ne aber nur der ers­te Schritt sein für ein neu­es Kon­zept ent­lang der viel be­fah­re­nen Eu­ro­pa­stra­ße.

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