In­klu­si­on in sei­ner vi­el­leicht ra­di­kals­ten Form

Zen­trum für Psych­ia­trie Süd­würt­tem­berg bie­tet im Ca­fé „Räb­lus“ei­ne neue Ta­ges­struk­tur für psy­chisch Kran­ke

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - WANGEN - Von Bernd Treff­ler

WAN­GEN - Es ist ei­ne in die­ser Form bis­lang ein­ma­li­ge Kom­bi­na­ti­on zwi­schen ei­ner Gast­stät­te und ei­nem An­ge­bot für psy­chisch kran­ke Men­schen: das neue Cafè „Räb­lus“in der Wan­ge­ner Zunft­haus­gas­se. Zur of­fi­zi­el­len Er­öff­nung am Don­ners­tag wa­ren die Rä­um­lich­kei­ten der frü­he­ren Wein­stu­be Re­blaus mit vie­len Gäs­ten und ei­ni­gen „Kli­en­ten“des Zen­trums für Psych­ia­trie (ZfP) Süd­würt­tem­berg schon gut ge­füllt.

„Räb­lus“ist das Schwei­zer Wort für „Re­blaus“und da­mit ei­ne Re­mi­nis­zenz an die frü­her be­kann­te Wan­ge­ner Wein­stu­be, die je­doch um die Jahr­tau­send­wen­de schloss. „Räb­lus“ist seit Don­ners­tag aber auch ei­ne Art Syn­onym für ei­ne be­son­de­re Art ei­nes in­te­gra­ti­ven Ca­fés, das ne­ben dem nor­ma­len Gas­tro­no­mie­be­trieb auch psy­chisch kran­ken Men­schen im Rah­men des be­treu­ten Woh­nens ei­ne Ta­ges­struk­tur bie­ten soll. Chris­ti­an Ger­le vom Kom­mu­nal­ver­band Ju­gend und So­zia­les Ba­den-Würt­tem­berg drück­te es so aus: „Ein tol­les, neu­es An­ge­bot, das es in die­ser ra­di­kal-in­klu­sio­nis­ti­schen Form bis­lang nicht gibt.“

Der Ver­band hat­te die Kos­ten für den Um­bau der Räu­me zur Hälf­te mit­fi­nan­ziert. Auch der Land­kreis Ra­vens­burg, der die neue Ein­rich­tung ge­neh­migt hat, be­tei­ligt sich an den In­ves­ti­ti­ons- und den lau­fen­den Kos­ten. Das ZfP hat­te die Im­mo­bi­lie vor ge­rau­mer Zeit schon an­ge­mie­tet, hat sie nun re­no­viert und an Wir­tin Ka­trin Wer­muth wei­ter ver­pach­tet. Die Schwei­ze­rin in­ves­tier­te in ein neu­es In­ven­tar und be­treibt nun diens­tags bis sams­tags ein Ta­ge­sca­fé mit eid­ge­nös­si­schem Charme und nach dem Mot­to „re­gio­nal, sai­so­nal, aus­ge­wählt“.

Neu: Au­ßen­be­reich vor Stadt­mau­er

Das Ein­ma­li­ge an die­ser Gas­tro­no­mie: Sie ist mit­ten in der Stadt ei­ne neue An­lauf­stel­le für zwölf psy­chisch kran­ke Men­schen aus den Au­ßen­w­ohn­grup­pen, die dort mit­hil­fe von Fach­kräf­ten nicht nur ihr Mit­tag­es­sen pla­nen, ko­chen und zu sich neh­men kön­nen, son­dern sich auch in ei­nem zu­sätz­li­chen Raum zu­rück­zie­hen oder sich dort krea­tiv be­schäf­ti­gen kön­nen (die SZ be­rich­te­te). „Die Kunst spielt ei­ne wich­ti­ge Rol­le bei die­sem Pro­jekt“, sagt Micha­el Kon­rad, beim ZfP Lei­ter des Be­reichs Be­treu­tes Woh­nen Ra­vens­burg. „Vor al­lem Men­schen mit schwe­ren psy­chi­schen Er­kran­kun­gen er­reicht man da­mit gut.“Be­reits bei der Er­öff­nung stell­te ein Isyn­er aus ei­nem Ra­vens­bur­ger ZfP-Kunst­pro­jekt sei­ne Wer­ke aus.

Neu ge­stal­tet wur­den aber nicht nur die Rä­um­lich­kei­ten der eins­ti­gen Wein­stu­be. Auch der an­gren­zen­de Be­reich vor der Stadt­mau­er hat sich mit Un­ter­stüt­zung des Bau­hofs zu ei­nem lau­schi­gen Platz mit Au­ßen­be­wir­tung ge­wan­delt. „Das ist ei­ne Auf­wer­tung am Ein­gang der Alt­stadt“, so Wan­gens OB Micha­el Lang bei der Er­öff­nung des Ca­fé „Räb­lus“.

FO­TO: BEE

Micha­el Kon­rad (rechts) be­grüß­te bei der Er­öff­nung des Ca­fé „Räb­lus“am Don­ners­tag vie­le Gäs­te – dar­un­ter auch Wan­gens OB Micha­el Lang (3.v. r.).

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