Je­der kann et­was zum Er­halt der Bie­nen bei­tra­gen

Im­ker des Be­zirks­ver­bands Wangen fei­ern Fest bei der Ne­u­müh­le

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - GEMEINDEN / WANGEN - Von Ve­ra Stil­ler

NE­U­MÜH­LE - Seit 141 Jah­ren gibt es den Be­zirksim­ker­ver­ein Wangen. Am Sonn­tag hat er rund um den 1981 ein­ge­weih­ten Lehr­bie­nen­stand an der Ar­gen bei der Ne­u­müh­le ein Fest ge­fei­ert: mit Bie­nen­markt, ei­nem Stand für Im­ker­zu­be­hör und je­de Men­ge Ge­dan­ken­aus­tausch zwi­schen den Bie­nen­freun­den.

In der Ein­la­dung zum Im­ker­fest am Sonn­tag war von „fin­det bei je­der Wit­te­rung statt“die Re­de ge­we­sen. Und doch hat­te Dra­gan Sa­ric in An­be­tracht der am Mor­gen vom Him­mel hin­un­ter­stür­zen­den Was­ser­mas­sen Zwei­fel be­kom­men. Doch dann gab er grü­nes Licht. „Es war al­les vor­be­rei­tet und al­les ein­ge­kauft. Wir muss­ten es ein­fach wa­gen“, sag­te der Vor­sit­zen­de des Be­zirks­ver­bands der Im­ker. Und hat­te es nicht zu be­reu­en.

Mo­nat­li­cher Im­ker-Stamm­tisch

Es tröp­fel­te noch, als das Fest mit ei­nem von Mu­si­kan­ten aus Deu­chel­ried um­rahm­ten Got­tes­dienst be­gann. Ar­gen­bühls Pfar­rer Ru­pert Will­bur­ger er­in­ner­te in sei­ner Pre­digt an die Ge­mein­sam­kei­ten von Bie­nen und Men­schen. Wie die treu­en Ho­nig­samm­ler im­mer wie­der den Weg zu­rück in ih­re Be­hau­sung fän­den, so wür­den auch wir nicht oh­ne das Ge­fühl von Ge­bor­gen­heit, Lie­be und Si­cher­heit in ei­ner Fa­mi­lie aus­kom­men. Es gä­be zwar auch an­de­re Le­bens­for­men, die die­se Be­dürf­nis­se still­ten, so Will­bur­ger wei­ter, aber das hie­ße nicht, den Wert der Fa­mi­lie aus den Au­gen zu ver­lie­ren. „Chris­ten ha­ben die Auf­ga­be, zu den gu­ten Wer­ten zu­rück­zu­keh­ren“, war der Pries­ter über­zeugt und rief da­zu auf: „Ha­ben Sie den Mut, die Fa­mi­lie in al­len Be­rei­chen wert­zu­schät­zen.“

Wo­für der Be­zirks­ver­band der Im­ker auch au­ßer­halb des Fes­tes mit dem Kauf­an­ge­bot von „be­gat­te­ten Bie­nen­kö­ni­gin­nen und Ab­le­gern in ver­schie­de­nen Stand­ma­ßen“steht, das war vom Bie­nen­sach­ver­stän­di­gen Hans Emt­mann zu er­fah­ren. So be­steht zum Bei­spiel die Mög­lich­keit, je­den ers­ten Sonn­tag im Mo­nat den „kos­ten­frei­en Im­ker-Stamm­tisch mit in­ter­es­san­ten Vor­trä­gen und Fra­ge­run­den“zu be­su­chen. Zu­dem gibt es In­for­ma­tio­nen für Schul­klas­sen und im Au­gust ein Fe­ri­en­pro­gramm, das sich über drei Nach­mit­ta­ge er­streckt.

Nach dem Zu­stand der Bie­nen be­fragt, sag­te Emt­mann: „Im Gro­ßen und Gan­zen sind sie ge­sund. Al­ler­dings kämp­fen die Im­ker mit Amei­sen­und Ox­al­säu­re ge­gen die Var­roa­mil­be, weil sie sonst im Win­ter Ver­lus­te ha­ben.“Ge­ne­rell geht der Sach­ver­stän­di­ge von ei­ner Ein­bu­ße zwi­schen zehn und 15 Pro­zent aus. Was die Be­völ­ke­rung tun kann, da­mit die nütz­li­chen Bie­nen ge­nü­gend Nah­rung be­kom­men und ei­nen gu­ten Er­trag ga­ran­tie­ren, war das The­ma von Chris­toph Will. Er sprach von „klei­nen Blu­men­wie­sen“, die über­all an­ge­legt wer­den kön­nen, wie von „nütz­li­chen Pflan­zen“, die der Ho­nig­bie­ne ei­ner­seits den koh­le­hy­drat­hal­ti­gen Nekt­ar als Nah­rung für sich sel­ber, an­de­rer­seits Pol­len als ei­weiß­rei­ches Fut­ter für ih­re Brut ga­ran­tie­ren. „Je­der kann et­was zum Er­halt der Bie­nen bei­tra­gen“, war Chris­toph Will ab­schlie­ßend über­zeugt.

FO­TO: STIL­LER

Hans Emt­mann (rechts) und Chris­toph Will wa­ren am Sonn­tag beim Im­ker­fest bei der Ne­u­müh­le ger­ne be­reit, Re­de und Ant­wort im Hin­blick auf die Nütz­lich­keit der Bie­nen zu ste­hen.

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