Wei­ter nut­zen statt weg­schmei­ßen

ZAK nimmt die Wie­der­ver­wen­dung von Mö­beln, Ge­rä­ten und Bü­chern ver­stärkt in An­griff

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - BLICK INS ALLGÄU - Von Ai­mée Ja­jes

KEMPTEN/WESTALLGÄU - Ab­fall ver­mei­den, Roh­stof­fe schüt­zen. So fasst Clau­dia May­er knapp das Ziel des neu­en Pro­jekts „Re-Use“des Zweck­ver­bands Ab­fall­wirt­schaft Kempten (ZAK) zu­sam­men. Die­ser hat sich zum Ziel ge­setzt, die Wie­der­ver­wen­dung von aus­ge­son­der­ten Mö­beln, Ge­rä­ten, Spiel­sa­chen, Bü­chern und sons­ti­gen Din­gen zu för­dern. Der ZAK will da­bei eng mit den be­ste­hen­den In­sti­tu­tio­nen im Ver­bands­ge­biet zu­sam­men­ar­bei­ten.

Das Pro­jekt ist Teil ei­nes För­der­pro­gramms (sie­he In­fo­kas­ten) , das in die­sem Mo­nat star­tet. Was steckt hin­ter dem Ti­tel „Re-Use“? „Din­ge sol­len dem Kreis­lauf wie­der zu­ge­fügt wer­den“, sagt May­er, die das Pro­jekt lei­tet und ei­gens da­für ein­ge­stellt wur­de. Zum Bei­spiel der al­te Schrank, der ein neu­es Zu­hau­se in ei­ner Stu­den­ten­woh­nung fin­den könn­te. Oder das Bett, das in der re­no­vier­ten Fe­ri­en­woh­nung noch fehlt.

Ei­ni­ge An­ge­bo­te, die in die­se Rich­tung ge­hen, gibt es be­reits. Da sind die kos­ten­lo­sen Sperr­müll­bör­sen auf vie­len Wert­stoff­hö­fen, Se­cond-Hand-Kauf­häu­ser wie das „Al­ler­hand“in Kempten, „Eb­bes“in Sont­ho­fen oder „Un­ter­neh­men Chan­ce“in Lindenberg und Lin­dau. Der ZAK will nun die­se be­ste­hen­den In­sti­tu­tio­nen zu­sam­men­füh­ren und ein Netz­werk schaf­fen. Wie das kon­kret aus­se­hen wird, dar­an ar­bei­tet May­er der­zeit. Dann ent­schei­det zu­nächst der Auf­sichts­rat des Ver­bands über das Kon­zept. Auch Re­pa­ra­tur-Ca­fés oder klei­ne Hand­werks­be­trie­be, die Aus­bes­se­run­gen an­bie­ten, sol­len ein­ge­bun­den wer­den. Re­pa­ra­tur­fin­der nennt ZAK-Ge­schäfts­füh­rer Karl-Heinz Lu­mer das: Er kann sich vor­stel­len, dass die Bür­ger künf­tig auf ei­ner In­ter­net­sei­te die ver­schie­de­nen An­ge­bo­te ge­bün­delt fin­den.

Eben mit dem Ziel: we­ni­ger Müll zu pro­du­zie­ren – und zwar in­dem der ZAK ei­ne „op­ti­ma­le In­fra­struk­tur“schafft. „Wir kön­nen nicht die Welt ret­ten“, sagt der ZAK-Ge­schäfts­füh­rer. „Aber wir kön­nen die Leu­te zu­neh­mend sen­si­bi­li­sie­ren.“

„Die Men­schen sind be­reit“

„Die Bür­ger sind of­fen“, ist May­er zu­ver­sicht­lich, dass ein sol­ches Kon­zept in Kempten und den Land­krei­sen Ober­all­gäu und Lin­dau an­kommt. „Wir hät­ten nicht so vie­le er­folg­rei­che Ge­braucht­wa­ren-Kauf­häu­ser, wenn die Men­schen nicht be­reit wä­ren.“May­er muss es wis­sen. Schließ­lich hat sie das „Un­ter­neh­men Chan­ce“ei­ni­ge Jah­re lang ge­lei­tet.

Prio­ri­tät Num­mer eins laut Lu­mer: „Das, was da ist, nut­zen“, be­tont er mehr­fach. Der ZAK will kei­ne Kon­kur­renz zu den be­ste­hen­den Ein­rich­tun­gen schaf­fen, son­dern die­se in Form ei­ner Part­ner­schaft un­ter­stüt­zen. Auch wenn der För­der­zeit­raum auf drei Jah­re be­grenzt ist, sieht Lu­mer das The­ma als Lang­zeit­auf­ga­be. „Das soll in Zu­kunft ei­nen wich­ti­gen Teil in der Ab­fall­wirt­schaft aus­ma­chen.“

FO­TO: RALF LIENERT

Statt in den Müll zu­rück ins An­ge­bot: Der Zweck­ver­band für Ab­fall­wirt­schaft Kempten (ZAK) er­ar­bei­tet ein Kon­zept, das die Wie­der­ver­wen­dung von Mö­beln und an­de­ren Ge­gen­stän­den vor­an­trei­ben soll. Vor­ge­se­hen ist, be­ste­hen­de Ein­rich­tun­gen mit­ein­an­der zu ver­net­zen und den Bür­gern auf ei­ner ge­mein­sa­men Platt­form zu prä­sen­tie­ren.

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