Der Wein­markt in Mem­min­gen als au­to­freie Zo­ne

Am 15. Ju­li star­tet die pro­be­wei­se Sper­rung des Plat­zes an Wo­che­n­en­den

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - BLICK INS ALLGÄU - Von Hel­mut Kus­ter­mann

MEM­MIN­GEN - Seit Jah­ren lau­fen Dis­kus­sio­nen über die Ver­kehrs­re­ge­lung am Wein­markt, jetzt wird dort ein neu­es Ka­pi­tel auf­ge­schla­gen: Am 15. Ju­li be­ginnt die pro­be­wei­se Sper­rung des Plat­zes an Wo­che­n­en­den, die der Stadt­rat be­schlos­sen hat. Dies be­deu­tet, dass der mo­to­ri­sier­te Ver­kehr sams­tags ab 14 Uhr so­wie an Sonn- und Fei­er­ta­gen nicht mehr auf dem Wein­markt flie­ßen darf. Die Test­pha­se läuft bis Herbst, dann soll ent­schie­den wer­den, wie es wei­ter­geht. Der­zeit emp­fin­den es man­che Fuß­gän­ger als ge­fähr­lich, über den Wein­markt zu ge­hen.

Vor knapp neun Jah­ren wur­de der um­ge­stal­te­te Platz ein­ge­weiht. Seit­her ist der Wein­markt ei­ne ver­kehrs­be­ru­hig­te Zo­ne, in der nicht schnel­ler als sie­ben St­un­den­ki­lo­me­ter ge­fah­ren wer­den darf. Zu­dem wur­de die Zahl der Park­plät­ze von 37 auf 15 re­du­ziert. Die­ses Vor­ha­ben hat von An­fang an polarisiert: Den ei­nen gin­gen die Ve­rän­de­run­gen nicht weit ge­nug. Sie for­der­ten, aus dem Wein­markt ei­ne au­to­freie Zo­ne zu ma­chen. Ihr Ar­gu­ment lau­te­te, dass dies die Auf­ent­halts­qua­li­tät ent­schei­dend stei­gern wür­de und dann mehr Men­schen über den Platz fla­nie­ren wür­den.

Ost-West-Ver­bin­dung

Geg­ner ei­ner sol­chen Re­ge­lung be­ton­ten, dass die Kun­den der am Wein­markt be­hei­ma­te­ten Ge­schäf­te wei­ter­hin die Ge­le­gen­heit ha­ben müss­ten, na­he bei den Lä­den ei­nen Park­platz zu fin­den. Denn an­sons­ten ent­ste­he den Ge­schäfts­be­trei­bern ein Wett­be­werbs­nach­teil. Der Wein­markt sei au­ßer­dem Teil ei­ner wich­ti­gen Ost-West-Ver­bin­dung durch die In­nen­stadt. Al­len ge­mein­sam war der Är­ger über Wild­par­ker am Wein­markt.

Vor ei­nem Jahr lan­de­te das The­ma im zu­stän­di­gen Se­nat des Stadt­rats. Die Grü­nen hat­ten den An­trag ge­stellt, den Wein­markt im Som­mer pro­be­wei­se vier Mo­na­te lang für Kraft­fahr­zeu­ge zu sper­ren. In der Sit­zung hieß es, dass täg­lich et­wa 5800 Fahr­zeu­ge über den Wein­markt rol­len. Ziel sei es, auf dem Platz „das Ver­kehrs­cha­os zu be­sei­ti­gen“, ar­gu­men­tier­te da­mals die Grü­nen-Stadt­rä­tin Co­rin­na Stei­ger. Doch der An­trag wur­de ab­ge­lehnt.

Auch im OB-Wahl­kampf spiel­te der Wein­markt ei­ne Rol­le. Bei ei­ner Po­di­ums­dis­kus­si­on sag­te der heu­ti­ge Rat­haus­chef Man­fred Schil­der: „Die­se Frage spal­tet Mem­min­gen.“Er sprach sich da­für aus, pro­be­wei­se an Wo­che­n­en­den den Ver­kehr vom Wein­markt zu ver­ban­nen.

„Er­kennt­nis­pha­se“

Und so wird es jetzt auch kom­men: Im Mai hat der Stadt­rat die­se Re­ge­lung be­schlos­sen. Am kom­men­den Mon­tag wer­den die ent­spre­chen­den Schil­der auf­ge­stellt. Der Test­lauf, der dann am Sams­tag, 15. Ju­li star­tet, be­zeich­ne­te Schil­der in der Sit­zung als „Er­kennt­nis­pha­se“. Da­nach müs­sen die Kom­mu­nal­po­li­ti­ker end­gül­tig über die Zu­kunft des Wein­markts ent­schei­den.

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