„Die Fa­b­rik“bie­tet tol­le Chan­cen

Sie­ger­plä­ne des Ar­chi­tek­ten­wett­be­werbs für Er­ba-Pfört­ner­ge­bäu­de und Comp­toir­ge­bäu­de vor­ge­stellt

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - WANGEN - Von Su­si We­ber

WAN­GEN - Auf viel In­ter­es­se und Zu­stim­mung sind die Plä­ne für das Er­baP­fört­ner­haus und das Comp­toir­ge­bäu­de ge­sto­ßen. Am En­de des jüngs­ten Bür­ger­spa­zier­gangs zur Lan­des­gar­ten­schau Wan­gen wur­den sie vor­ge­stellt. Wie be­rich­tet, wird aus dem Pfört­ner­haus am Ein­gang zur Er­ba ei­ne Ver­an­stal­tungs­hal­le mit viel­fa­cher Nut­zung, aus dem Comp­toir­ge­bäu­de ein Aus­stel­lungs­pa­vil­lon.

Das gro­ße Schild be­schreibt au­ßen am Pfört­ner­haus, was hier in den nächs­ten Jah­ren ent­ste­hen soll: „Ein Platz für die Ju­gend und Be­geg­nung der Ge­ne­ra­tio­nen.“Als Um­set­zungs­zeit­raum wer­den die Jah­re 2016 bis 2020 ge­nannt. Mit dem „Platz“ist aber nicht nur das Ge­bäu­de selbst, son­dern auch das „Drum­her­um“ge­meint. Das Ge­bäu­de hin­ter dem Pfört­ner­haus, in dem die Flüchtlinge un­ter­ge­bracht wa­ren, soll be­kannt­lich wei­chen. Dort wird ein Platz ent­ste­hen, von dem aus bei­spiels­wei­se Auf­füh­run­gen oder Kon­zer­te im künf­tig als „Die Fa­b­rik“be­zeich­ne­ten Pfört­ner­haus mit sei­nen gro­ßen, ver­glas­ten Flä­chen ver­folgt wer­den kön­nen. So­mit gibt es für die ent­spre­chen­den Ver­an­stal­tun­gen ei­ne Gut- und Schlecht­wet­ter-Al­ter­na­ti­ve.

Nicht mü­de wur­de Wan­gens OB Micha­el Lang auch bei der Be­kannt­ga­be der Er­geb­nis­se, um zu be­to­nen: „Gar­ten­schau­en ha­ben ei­ne Hilfs­funk­ti­on.“Heißt auch: Von den auf gut 3,5 Mil­lio­nen Eu­ro Bau­ge­samt­kos­ten für Pfört­ner­haus und Comp­toir­ge­bäu­de stam­men 2,5 Mil­lio­nen Eu­ro vom Bund. Aus dem Pfört­ner­haus soll ei­ne Ver­an­stal­tungs­hal­le be­son­de­rer Art wer­den, in der so­wohl die Ska­ter mit be­weg­li­chen Ele­men­ten ei­ne Hei­mat fin­den kön­nen, in der aber auch ei­ne Men­ge Ver­an­stal­tun­gen vor­stell­bar sind – von Kon­zer­ten über Floh­märk­te bis zu Hoch­zei­ten. Die Ge­bäu­de­hül­le wird laut Lang sa­niert. Die Pla­nung für den In­nen­um­bau soll (und muss zu­schuss­be­dingt) bis spä­tes­tens 2018, der Um­bau selbst bis 2020 ab­ge­schlos­sen sein. In der „ro­bus­ten Hal­le“ sieht Lang „ei­ne tol­le Chan­ce, die uns man­ches er­mög­li­chen wird“.

Die an­spre­chends­ten Plä­ne da­für hat das Bü­ro An­ger­ho­fer & Braun aus Ra­vens­burg ge­lie­fert, das den Wett­be­werb ge­wann und nun mit der Um­set­zung be­auf­tragt ist. Ar­chi­tekt Pe­ter An­ger­ho­fer will, dass durch vie­le glä­ser­ne Öff­nun­gen auch au­ßen er­leb­bar ge­macht wer­den soll, was im In­ne­ren ge­schieht. Der Ent­wurf sei so ge­stal­tet, dass vie­le Nut­zun­gen mög­lich sind. An­ger­ho­fer: „So ha­ben wir die Chan­ce, dass die Hal­le gut in Be­trieb sein wird.“OB Lang sieht da­ne­ben die Mög­lich­keit, dass die für die Neue Spin­ne­rei ge­plan­te, be­nach­bar­te Gas­tro­no­mie auch das Pfört­ner­ge­bäu­de be­wir­tet.

Zeit­druck beim Comp­toir­ge­bäu­de

Noch mehr Zeit­druck als im Pfört­ner­haus gibt es beim Comp­toir­ge­bäu­de, mit dem schon in die­ser Wo­che be­gon­nen wer­den soll. „Das klei­ne Ge­bäu­de hat ei­ne sehr be­weg­te Ge­schich­te, die im­mer wie­der an die Nut­zun­gen an­ge­passt wur­de“, fass­te Ar­chi­tekt Pe­ter Hau­sen zu­sam­men, der sei­ner­seits den Wett­be­werb für das klei­ne Haus ne­ben dem Ka­min für sich ent­schie­den hat. Mit ei­ner „neu­en Form­spra­che“und „mo­der­nen Stil­ele­men­ten“wol­le man das Ge­bäu­de in die Ge­gen­wart ho­len, so Hau­sen.

Das Ge­bäu­de, das im Ein­gangs­be­reich über zwei­er­lei Ebe­nen mit ei­nem Hö­hen­un­ter­schied von 90 Zen­ti­me­tern ver­fü­ge, sol­le ein­ge­eb­net und roll­stuhl­ge­recht wer­den. Zu­sätz­lich wer­de ein Ab­gang ins vor­han­de­ne Un­ter­ge­schoss ge­schaf­fen. Hau­sen sprach auch vom „be­glei­ten­den Ent­wi­ckeln“, was hei­ßen soll: Noch nicht al­les ist fest­ge­zurrt und in St­ein ge­mei­ßelt. Ab­ge­wi­chen ist man bei­spiels­wei­se von den ur­sprüng­li­chen Plä­nen, die Dach­kon­struk­ti­on zu er­hal­ten: „Sie war durch Was­ser­ein­tritt ge­schä­digt.“Das Ge­bäu­de zum Schmuckstück ma­chen wer­de laut Hau­sen auch der gro­ße, freie Platz vor der Spin­ne­rei und die Nach­bar­schaft mit dem be­reits sa­nier­ten Ka­min. Ob spä­ter dort ei­ne Dau­er­aus­stel­lung zur Er­ba oder wech­seln­de Aus­stel­lun­gen Ein­zug hal­ten, ist noch nicht ge­klärt.

Von fünf an­ge­frag­ten Bü­ros hat­ten sich vier beim Ar­chi­tek­ten­wett­be­werb für je­weils bei­de Ge­bäu­de be­tei­ligt. Laut Stadt­pla­ne­rin Me­la­nie Grie­be wird im Win­ter 2017/18 der Ab­bruch der We­be­rei­er­wei­te­rung und da­mit die Ver­län­ge­rung des Pfört­ner­hau­ses ent­lang der Spin­ne­rei­stra­ße er­fol­gen. Dort soll – vom Pfört­ner­ge­bäu­de durch ei­nen Stra­ßen­strei­fen ab­ge­trennt – im kom­men­den Jahr mit dem Bau der Quar­tiers­ga­ra­ge be­gon­nen wer­den.

FO­TO: SU­SI WE­BER

Be­reits in die­ser Wo­che soll die Sa­nie­rung des Comp­toir­ge­bäu­des be­gin­nen. Im Hin­ter­grund: die al­te Spin­ne­rei.

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