Auch die CDU in Vogt ist ge­gen wei­te­ren Kies­ab­bau

In­ter­es­sen­ge­mein­schaft Gre­nis/Grund hat mitt­ler­wei­le mehr als 700 Un­ter­schrif­ten ge­sam­melt

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - GEMEINDEN / REGION - Von Philipp Rich­ter

VOGT - In der De­bat­te um den ge­plan­ten Kies­ab­bau im Vog­ter Teil­ort Grund hat sich nun auch der CDUGe­mein­de­ver­band Vogt zu Wort ge­mel­det. In ei­ner Pres­se­mit­tei­lung von Di­ens­tag schreibt der Vor­sit­zen­de Ro­land Banz­haf: „Der Orts­ver­band spricht sich da­für aus, die Ge­neh­mi­gun­gen für das dem­nächst er­schöpf­te Kies­werk in Gre­nis aus­lau­fen zu las­sen.“

Die Vog­ter CDU kri­ti­siert den „Kies­tou­ris­mus“, der ent­stün­de, wenn im Alt­dor­fer Wald bei Grund die vor­ge­se­he­ne elf Hekt­ar gro­ße Kies­gru­be er­öff­net wer­den soll­te. „Es gibt kei­nen Grund, Grund in An­griff zu neh­men“, sagt Banz­haf im Ge­spräch mit der „Schwä­bi­schen Zei­tung“. Das Pro­blem sei auch, dass der Re­gio­nal­plan in lan­gen Zei­t­räu­men pla­ne, „und jetzt kommt plötz­lich al­les ganz kurz­fris­tig“. Grund tau­che auch nicht auf den Kar­ten des geo­lo­gi­schen Lan­des­am­tes Ba­den-Würt­tem­berg auf. „Das war kein The­ma und plötz­lich soll es ei­ne neue Kies­gru­be ge­ben. Al­le sind über­rascht wor­den“, so die CDU.

Oh­ne Kies kei­ne As­phalt­an­la­ge

Un­ter an­de­rem des­we­gen spricht sich der CDU-Orts­ver­band Vogt ge­gen ei­nen Kies­trans­port von Grund nach Gre­nis aus. „Die be­ste­hen­de Kies­gru­be ist in den nächs­ten Jah­ren er­schöpft, die ent­spre­chen­de Ge­neh­mi­gung läuft aus. Zur Auf­recht­er­hal­tung des pro­fi­ta­blen Kies­ab­baus in Gre­nis soll ei­ne Sa­tel­li­ten-Kies­gru­be in Grund er­schlos­sen wer­den. Dies ist nach Auf­fas­sung des Orts­ver­bands Vogt ab­zu­leh­nen“, heißt es in der Stel­lung­nah­me der CDU. Dies wür­de wie­der­um be­deu­ten, dass die As­phalt­misch­an­la­ge in Gre­nis kei­nen Fort­be­stand über 2025 hin­aus mehr ha­ben wür­de, weil die­se an den Kies­ab­bau in Gre­nis ge­kop­pelt ist. (Die SZ be­rich­te­te mehr­fach.)

Auch die In­ter­es­sen­ge­mein­schaft Gre­nis/Grund, die mitt­ler­wei­le mehr als 700 Un­ter­schrif­ten ge­sam­melt hat, kri­ti­siert die Un­durch­sich­tig­keit und die Ge­schwin­dig­keit des Ver­fah­rens. Vor al­lem, weil die die Ei­gen­tü­me­rin der Kies­wer­ke in Gre­nis, die „Meich­le und Mohr Gm­bH“in Per­son von Ge­schäfts­füh­rer Rolf Mohr, laut Ver­bands­di­rek­tor Wil­fried Fran­ke ein Ziel­ab­wei­chungs­ver­fah­ren möch­te. Bei die­sem ver­wal­tungs­in­ter­nen Ver­fah­ren, ist for­mal kei­ne Öf­fent­lich­keits­be­tei­li­gung vor­ge­se­hen.

Bru­no von Kreit schreibt in ei­ner Stel­lung­nah­me: „Zu­nächst läuft über knapp zehn Jah­re al­les hin­ter ver­schlos­sen Tü­ren ab: Boh­run­gen in Grund, Un­ter­su­chun­gen der De­kra zu Lärm-, Schall- und Stau­bim­mis­sio­nen ent­lang der Lkw-Tras­se Grun­dG­re­nis und dann Lob­by­ar­beit vom Feins­ten. Und am 3. April 2017 der all­seits über­ra­schen­de Pau­ken­schlag: Sa­tel­li­ten­kon­zept Gre­nis-Grund mit 40 Jah­res-Per­spek­ti­ve soll kom­men.“

Die In­ter­es­sen­ge­mein­schaft fragt, war­um jetzt al­les so schnell ge­hen muss, „bei ei­ner Ent­schei­dung, die für Men­schen über min­des­tens zwei Ge­ne­ra­tio­nen ho­he Be­las­tun­gen be­wir­ken und die Na­tur wei­ter un­wi­der­bring­lich mit­ten in ei­nem Land­schafts­schutz­ge­bie­tes zer­stört. Aber an­de­rer­seits dem Im­men­staa­der Kies­un­ter­neh­men für die nächs­ten zwei Ge­ne­ra­tio­nen hoch er­trag­rei­che Kies­ab­bau­rech­te ga­ran­tiert.“

Und Bru­no von Kreit fragt: „War­um muss die Ver­ga­be der Ab­bau­rech­te nicht öf­fent­lich aus­ge­schrie­ben wer­den – was nor­mal ge­setz­lich vor­ge­schrie­ben ist?“

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