Po­si­ti­ve Bi­lanz trotz Pro­ble­men beim Aus­schank

Kom­mis­si­on und Fest­wirt sind zu­frie­den mit Wel­fen­fest in Wein­gar­ten – Hüt­ten­dorf hat sich be­währt und wird fort­ge­führt

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - OBERSCHWABEN - Von Oliver Lin­sen­mai­er

WEIN­GAR­TEN - Mit je­der Men­ge zu­frie­de­ner Ge­sich­ter ist Di­ens­tag­abend das Wel­fen­fest in Wein­gar­ten zu En­de ge­gan­gen. Fest­kom­mis­si­on und Fest­wirt zie­hen ei­ne po­si­ti­ve Bi­lanz. Das Hüt­ten­dorf sei sehr gut an­ge­nom­men wor­den und ha­be für je­de Men­ge Be­su­cher ge­sorgt. Und das, ob­wohl Kas­sen aus­fie­len und die Hälf­te des ein­ge­plan­ten Per­so­nals nicht er­schien. So bil­de­ten sich zeit­wei­se War­te­schlan­gen und man­che Gäs­te im Hüt­ten­dorf wur­den lan­ge ein­fach nicht be­dient. Am ei­gent­li­chen Kon­zept will die Wel­fen­fest­kom­mis­si­on aber fest­hal­ten. „Wir wer­den am Kon­zept Hüt­ten­dorf fest­hal­ten und im Au­gust Ge­sprä­che mit dem Be­trei­ber füh­ren“, sag­te Kom­mis­si­ons­vor­sit­zen­der Rolf St­ein­hau­ser.

Eben die­ser, En­ri­co Be­cker, dem der Event­ser­vice Be­cker ge­hört, hat eben­falls be­reits sein In­ter­es­se si­gna­li­siert, auch im kom­men­den Jahr beim Wel­fen­fest zu be­wir­ten. Man ha­be sich schnell mit den Wein­gar­te­ner an­ge­freun­det und sei be­ein­druckt von de­ren Wi­der­stands­fä­hig­keit, sag­te Be­cker hin­sicht­lich der Re­gen­güs­se an Sams­tag-, Sonn­tagund Mon­tag­abend. „Die Leu­te wa­ren hart­nä­ckig und sind ge­blie­ben“, sag­te Be­cker. „Das neue Kon­zept kam bes­ser an als er­war­tet. Die Alm­hüt­te hat ge­zo­gen. Je­der woll­te in die Hüt­te.“Das ha­be sich auch beim aus­ge­schenk­ten Bier be­merk­bar ge­macht, dass sich im Be­reich der Vor­jah­re be­wegt ha­be, so Be­cker.

Al­ler­dings hät­te er wohl noch mehr aus­schen­ken kön­nen, wenn nicht die Hälf­te sei­ner en­ga­gier­ten Kell­ner ein­fach nicht auf­ge­taucht wä­ren. 18 Per­so­nen wa­ren ein­ge­plant, ge­ra­de ein­mal 9 ka­men dann auch. Im­mer­hin konn­te Be­cker über ei­ne Agen­tur kurz­fris­tig noch et­was Ser­vice­per­so­nal or­ga­ni­sie­ren. Den­noch bil­de­ten sich an fast je­dem der Fest­ta­ge zu den Stoß­zei­ten Schlan­gen am Aus­schank auf dem Fest­platz. Auch im Bier­gar­ten muss­ten die Be­su­cher teil­wei­se et­was län­ger auf ih­re Be­stel­lun­gen war­ten.

Be­son­ders spür­bar wur­de das am Mon­tag­mit­tag, als die 300 Eh­ren­gäs­te be­wir­tet wur­den und vie­le wei­te­re Be­su­cher nach dem Fest­zug in das Hüt­ten­dorf ström­ten. „Das war un­ser größ­tes Pro­blem. Ich bin aber sehr op­ti­mis­tisch, dass das bes­ser wird“, meint Be­cker. Da­her will er am Mon­tag im kom­men­den Jahr, ge­ra­de auch hin­sicht­lich des Feu­er­wer­kes, mit 25 Ser­vice­kräf­ten ar­bei­ten. Au­ßer­dem soll es zu­sätz­li­che Aus­schank­stel­len ge­ben. „Wir wol­len noch ei­ne klei­ne Alm­hüt­te oder ei­nen Bier­wa­gen mit da­zu neh­men. Man braucht ein­fach zwei bis drei An­lauf­stel­len“, sagt Be­cker.

Kom­mis­si­on nimmt Wirt in Pflicht

So sieht das auch Rolf St­ein­hau­ser, der die Nach­jus­tie­run­gen bei Per­so­nal und Aus­schank als Be­din­gung für ei­ne wei­te­re Zu­sam­men­ar­beit macht. „Das soll­te und darf nicht das Pro­blem sein. Des­we­gen ar­bei­ten wir ja mit ei­nem Pro­fi zu­sam­men“, nimmt der Kom­mis­si­ons-Vor­sit­zen­de Be­cker in die Pflicht. In die­sem Zu­sam­men­hang ist es St­ein­hau­ser ein An­lie­gen, sich bei den Be­su­chern und Gäs­ten für den et­was chao­ti­schen Mon­tag zu ent­schul­di­gen. Al­ler­dings weiß auch St­ein­hau­ser, dass es im ers­ten Jahr für ei­nen Fest­wirt im­mer be­son­ders schwer ist. Da­her wür­de er die Zu­sam­men­ar­beit mit Be­cker auch in der Zu­kunft fort­set­zen, um nicht wie­der mit ei­nem neu­en Fest­wirt bei Null an­zu­fan­gen.

Bier­kon­sum im Stadt­gar­ten steigt

Auch weiß St­ein­hau­ser aus ei­ge­ner Er­fah­rung, was es be­deu­tet, ei­ner Schar durs­ti­gen Fest­gäs­te ge­recht zu wer­den. Denn auch bei der Fah­nen­über­ga­be am Frei­tag im Stadt­gar­ten kam die aus­schen­ken­de Kom­mis­si­on zeit­wei­se an ih­re Gren­zen. „In Spit­zen­zei­ten gab es Pro­ble­me das weg­zu­schaf­fen. Da muss­te man dann ein­fach mit ein biss­chen War­te­zeit rech­nen“, sagt St­ein­hau­ser, der am zen­tra­len Kas­sen­sys­tem mit Bons so­wie der Ge­trän­ke- und Es­sens­aus­ga­be an ver­schie­de­nen Stel­len fest­hal­ten will. Al­ler­dings soll die Zahl der Kas­sen im Stadt­gar­ten im kom­men­den Jahr von sie­ben auf acht auf­ge­stockt wer­den. Denn als an die­sem Auf­takt­frei­tag noch ei­ne Kas­se aus­fiel, wur­de es be­son­ders stres­sig.

Doch letzt­lich freut sich St­ein­hau­ser über die­sen Stress, be­deu­tet er doch gleich­sam ei­ne gro­ße Be­liebt­heit des Fes­tes. So wur­den – trotz des par­al­le­len Kon­vent-Aus­schanks von Mar­tin Hipp und dem erst­ma­li­gen Ver­kauf von Most – mehr Ge­trän­ke aus­ge­ge­ben, als in den Vor­jah­ren. „Wir or­dern je­des Jahr mehr Bier und Ge­trän­ke und muss­ten abends den­noch nach­or­dern. Auch will er prü­fen, ob es im Stadt­gar­ten künf­tig nicht noch ei­nen wei­te­ren Es­sens­stand ge­ben kann.

Und auch die an­de­ren Ver­an­stal­tun­gen er­freu­ten sich durch­weg gro­ßer Be­liebt­heit: Ob Hei­mat­abend am Sams­tag – „Der Saal war wie­der kom­plett voll und es gab ein kurz­wei­li­ges Pro­gramm“– oder Fest­zug am Mon­tag – „Da ging al­les glatt. Die Ab­sperr­maß­nah­men ha­ben funk­tio­niert“. Ähn­lich zu­frie­den ist St­ein­hau­ser mit dem Wel­fen­lauf und dem Wel­f­en­thea­ter. Ein­zig die Pla­nung ei­ni­ger Schu­len, wel­che di­rekt vor dem Wel­fen­fest Klas­sen ins Schul­land­heim schick­ten, är­ger­te den Vor­sit­zen­den ein we­nig. „Es ist scha­de, wenn Schau­spie­ler des Wel­f­en­thea­ters und Tromm­ler so lan­ge üben und dann zum Auf­takt nicht da sind“, sag­te St­ein­hau­ser.

FO­TO: DEREK SCHUH

Der per­fek­te Mo­ment am Mon­tag­abend beim Feu­er­wehr über dem Fest­platz.

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