Po­li­zei­prä­si­di­um könn­te in ei­nem Jahr schon fer­tig sein

Plä­ne für ei­nen Neu­bau in Ravensburg

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - OBERSCHWABEN - Von Frank Hau­tumm

RAVENSBURG - Das Po­li­zei­prä­si­di­um Ober­schwa­ben in Ravensburg könn­te schon in gut ei­nem Jahr ein­ge­rich­tet wer­den. Das sagt Ober­bür­ger­meis­ter Da­ni­el Rapp, nach­dem nun end­gül­tig si­cher ist, dass Ravensburg Stand­ort der Zen­tra­le für die Land­krei­se Ravensburg, Bo­den­see und Sig­ma­rin­gen wird. Rapp freu­te sich am Di­ens­tag über ei­ne „tol­le Nach­richt für die Stadt und die Re­gi­on, die auch po­li­zei­fach­lich ab­so­lut sinn­voll ist“.

Rapp hat nach ei­ge­nem Be­kun­den in den ver­gan­ge­nen Wo­chen und Mo­na­ten zahl­rei­che Ge­sprä­che mit al­len Par­tei­en ge­führt. „Ein ge­wich­ti­ges Ar­gu­ment für Ravensburg war de­fi­ni­tiv, dass wir hier ei­ne Stand­ort­lö­sung an­bie­ten kön­nen, die zum ei­nen sehr zeit­nah um­ge­setzt wer­den kann und die für das Land zum an­de­ren wirt­schaft­lich sehr in­ter­es­sant ist.“

Wie die „Schwä­bi­sche Zei­tung“be­reits be­rich­te­te, sol­len nach die­sem Plan das neue Prä­si­di­um und das drin­gend be­nö­tig­te neue Ra­vens­bur­ger Po­li­zei­re­vier in der Gar­ten­stra­ße ge­baut wer­den, dort, wo sich bis zur Um­set­zung der jetzt kor­ri­gier­ten Re­form die Po­li­zei­di­rek­ti­on be­fand. Für das gut 10 000 Qua­drat­me­ter gro­ße Grund­stück liegt be­reits ei­ne rechts­kräf­ti­ge Bau­ge­neh­mi­gung für ei­ne Er­wei­te­rung und ei­nen Neu­bau vor. Ra­vens­burgs Land­rat Ha­rald Sie­vers

Stopp nach Spa­ten­stich

So­gar ei­nen ers­ten Spa­ten­stich hat­te es im Vor­feld der letz­ten Land­tags­wahl schon ge­ge­ben. Da­nach war al­ler­dings nichts mehr pas­siert. Die im Lan­des­haus­halt für den Neu­bau ei­nes Re­viers be­reits ein­ge­stell­ten Mit­tel wa­ren dann im Zu­ge der Eva­lu­ie­rung der Re­form vor­erst ein­ge­fro­ren wor­den. Mit ei­ner ent­spre­chen­den Auf­sto­ckung lie­ße sich jetzt aus dem ge­plan­ten Re­vier ein Prä­si­di­um ma­chen.

Bis es mit dem Neu­bau in der Gar­ten­stra­ße so­weit ist, könn­te es we­ni­ge Me­ter wei­ter schon Mit­te 2018 ei­ne Zwi­schen­lö­sung ge­ben: Die Te­le­kom zieht aus dem ins­ge­samt 22 000 Qua­drat­me­ter gro­ßen Ge­bäu­de aus, das dem Land­kreis ge­hört, der dort Tei­le sei­ner Ver­wal­tung un­ter­ge­bracht hat. „Da wird so viel Flä­che frei, dass dort lo­cker ein Prä­si­di­um Platz hät­te“, so Da­ni­el Rapp. Der OB lobt in die­sem Zu­sam­men­hang die en­ge Zu­sam­men­ar­beit mit dem Ra­vens­bur­ger Land­rat Ha­rald Sie­vers: „Wir wa­ren zu die­sem The­ma im stän­di­gen Aus­tausch.“

Sie­vers am Di­ens­tag: „Oh­ne die Be­reit­schaft des Land­rats­am­tes, zu un­se­ren Las­ten ei­ne ge­plan­te Ver­la­ge­rung von Äm­tern zu ver­schie­ben und die frei­en Flä­chen statt­des­sen dem Land an­zu­bie­ten, hät­te es lei­der er­neut kei­ne Im­mo­bi­lie für ein Prä­si­di­um vor den Jah­ren 2022/2023 ge­ge­ben und wir hät­ten des­halb wohl wie­der kein Po­li­zei­prä­si­di­um Bo­den­see-Ober­schwa­ben be­kom­men.“Um­so grö­ßer die Freu­de des­halb auch beim Land­rat: „Ich bin froh, wenn die Zei­ten ei­nes Po­li­zei­prä­si­di­ums in Über­see zu En­de ge­hen“, so Ha­rald Sie­vers, für den es „bis heu­te ein Rät­sel ist, wie das In­nen­mi­nis­te­ri­um 2014 auf die Idee kom­men konn­te, un­se­re Re­gi­on Bo­den­see-Ober­schwa­ben als An­häng­sel von Kon­stanz zu se­hen“.

„Mir per­sön­lich war ein Po­li­zei­prä­si­di­um in der Mit­te un­se­rer Re­gi­on von An­fang an auch des­halb sehr wich­tig, weil sich hier­durch auch wie­der orts­na­he Kar­rie­re­chan­cen für un­se­re Po­li­zis­ten – et­wa auch aus un­se­rem All­gäu – er­ge­ben“, so der Land­rat in ei­ner Pres­se­er­klä­rung.

„Froh, wenn die Zei­ten ei­nes Prä­si­di­ums in Über­see zu En­de ge­hen“

Fra­ge nach dem Prä­si­den­ten

Span­nend dürf­te jetzt noch die Fra­ge nach dem Po­li­zei­prä­si­den­ten in Ravensburg wer­den: Uwe Stür­mer, frü­her Lei­ter der Po­li­zei­di­rek­ti­on Ravensburg und in der Stadt hoch ge­schätzt, hat­te als Chef der Kri­po in Fried­richs­ha­fen und stell­ver­tre­ten­der Po­li­zei­prä­si­dent in Kon­stanz die Eva­lu­ie­rung der Re­form maß­geb­lich be­glei­tet. Aus die­sem Grund hat­te Stür­mer schon vor Mo­na­ten an­ge­kün­digt, er wer­de sich nicht für ein mög­li­ches Prä­si­di­um in sei­ner Hei­mat be­wer­ben.

Ek­ke­hard Falk wie­der­um, Po­li­zei­prä­si­dent in Kon­stanz, war vor 2014 an den Kon­zep­ten für die Po­li­zei­re­form be­tei­ligt und hat­te zu­letzt die ge­plan­te Re­form der Re­form und auch die Eva­lu­ie­rung in meh­re­ren Punk­ten kri­ti­siert.

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