Tes­ta­ment hin­ter­le­gen

Für die amt­li­che Ver­wah­rung gibt es zwei We­ge

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - VERBRAUCHER -

BERLIN (dpa) - Wer sein Er­be re­geln will, macht ein Tes­ta­ment. Doch wo wird das Do­ku­ment ei­gent­lich hin­ter­legt?

Ein Weg führt über ei­nen No­tar. Der be­rät zur Aus­ge­stal­tung des Tes­ta­ments, er­stellt den Ent­wurf und be­ur­kun­det dann den letz­ten Wil­len, wie Do­mi­nik Hü­ren von der Bun­des­no­tar­kam­mer er­läu­tert. Vom No­tar wird das Tes­ta­ment au­to­ma­tisch zur Ver­wah­rung an das zu­stän­di­ge Amts­ge­richt über­ge­ben und au­ßer­dem im Zen­tra­len Tes­ta­ments­re­gis­ter ein­ge­tra­gen.

Für das ein­ge­reich­te Tes­ta­ment wird ein Hin­ter­le­gungs­schein aus­ge­stellt. Wer den Vor­gang ge­heim­hal­ten will, kön­ne aber auch dar­auf ver­zich­ten, sagt Hü­ren.

Bei der Su­che nach ei­nem No­tar hilft das Por­tal www.no­tar.de der Bun­des­no­tar­kam­mer wei­ter. Dort kann man nach Um­kreis und auch nach Sprach­kennt­nis­sen ge­fil­tert schau­en. Doch auch in Bran­chen­bü­chern wie den Gel­ben Sei­ten oder über Web-Such­ma­schi­nen wird man fün­dig.

Die No­tar­kos­ten sind ab­hän­gig vom Net­to­ver­mö­gen des Tes­tie­ren­den. Dar­un­ter fal­len Geld­wer­te oder auch Im­mo­bi­li­en. Ver­bind­lich­kei­ten wer­den aber bis zu ei­nem ge­wis­sen Grad ab­ge­zo­gen. Für 50 000 Eu­ro Net­to­ver­mö­gen fal­len zum Bei­spiel 165 Eu­ro No­tar­kos­ten an, er­klärt Hü­ren. Da­zu kom­men 75 Eu­ro Hin­ter­le­gungs­kos­ten für die Auf­be­wah­rung beim Amts­ge­richt. Der Re­gis­ter­ein­trag schlägt mit 15 Eu­ro zu Bu­che.

Der zwei­te Weg ist, das Tes­ta­ment selbst zu ver­fas­sen. Auch in die­sem Fall kann es bei ei­nem Amts­ge­richt hin­ter­legt wer­den. Ein­rei­chen darf es der Tes­tie­ren­de per Post und per­sön­lich oder er lässt es ei­nen Drit­ten vor­bei­brin­gen. „Ei­ner be­son­de­ren Form be­darf der An­trag auf Ver­wah­rung nicht“, er­läu­tert Hü­ren. Die Hin­ter­le­gungs­kos­ten fal­len in dem Fall in glei­cher Hö­he wie beim No­tar an, der Re­gis­ter­ein­trag ist mit 18 Eu­ro et­was teu­rer. Da­für fal­len die Kos­ten für die Di­ens­te des Rechts­ex­per­ten weg.

Wer sein Tes­ta­ment selbst ver­fasst und dem Nach­lass­ge­richt gibt, soll­te be­den­ken: Die Be­hör­de prüft es nicht auf for­mel­le oder in­halt­li­che Feh­ler. Ist das Do­ku­ment da­durch un­wirk­sam, gilt nach dem Tod im Zwei­fel die ge­setz­li­che Erb­fol­ge. All­ge­mein wich­tig: Wer selbst ein Tes­ta­ment auf­setzt, muss das hand­schrift­lich ma­chen, Ver­fas­sungs­ort und -da­tum fest­hal­ten und un­ter­schrei­ben.

Grund­sätz­lich darf ein Tes­ta­ment über­all auf­be­wahrt wer­den – so­gar un­ter dem Kopf­kis­sen zum Bei­spiel. Vor Ver­lust und Un­ter­drü­ckung, wenn al­so ein Nach­kom­me das Tes­ta­ment zu­rück­hält, schützt aber nur ei­ne amt­li­che Ver­wah­rung.

FOTO: DPA

Ein selbst ver­fass­tes Tes­ta­ment kann beim Nach­lass­ge­richt hin­ter­legt wer­den.

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