In­spi­ra­ti­ons­quel­le Lud­wig

Beim ers­ten Va­rie­té­fes­ti­val in Füs­sen gibt es zwei Mot­to-Shows

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - VERANSTALTUNGEN -

FÜS­SEN - Va­rie­té ist ein Un­ter­hal­tungs­mix aus Ar­tis­tik, Tanz, Akro­ba­tik, Ma­gie, Come­dy und Mu­sik, und all das fin­det sich auch im Pro­gramm des ers­ten Kö­nig­li­chen Va­rie­té­fes­ti­vals im Fest­spiel­haus Füs­sen wie­der. Dirk Den­zer hat das Spek­ta­kel in­sze­niert. Seit 2004 or­ga­ni­siert er im un­ter­frän­ki­schen Senn­feld „Eu­ro­pas größ­tes Va­rie­té­fes­ti­val“, wie er sagt. Nun will er ein Va­rie­té­fes­ti­val am Forg­gen­see eta­blie­ren. Und für die zwei­tei­li­ge Pre­mie­re – 14. bis 16. Ju­li so­wie 21. bis 23. Ju­li – hat er sich ei­ni­ges ein­fal­len las­sen, wie er Micha­el Dum­ler im Interview ver­rät.

Herr Den­zer, Sie sind selbst lei­den­schaft­li­cher Va­rie­té­künst­ler und Jon­gleur. Wie ka­men Sie da­zu?

Klick ge­macht hat es 1987. Ich bin Er­zie­her von Be­ruf. Im Rah­men mei­ner Aus­bil­dung soll­te ich bei ei­nem Kin­der­gar­ten-Som­mer­fest ein Pro­gramm mit Lie­dern ge­stal­ten. Die­se im­pro­vi­sier­te Clowns­show war so schlecht und doch so er­folg­reich, dass nicht nur die Kin­der und ih­re El­tern, son­dern auch ich ei­nen Rie­sen­spaß hat­ten. Ich hat­te da­nach 25 Fol­ge­auf­trit­te, und dann konn­te ich gar nicht mehr an­ders. So kam ich zur Clow­ne­rie. Ich war ein­ge­schrie­ben für ein So­zi­al­päd­ago­gik-Stu­di­um, doch dann hat­te ich plötz­lich 80 Auf­trit­te in mei­nem Ka­len­der ste­hen. Und so mach­te ich mich mit die­sem Fa­mi­li­en-Clowns­pro­gramm selbst­stän­dig.

Was fas­zi­niert Sie am Va­rie­té?

Die Viel­falt. Va­rie­té ver­eint im Grun­de al­le Kunst­for­men und ist die brei­tes­te Spiel­wie­se des Thea­ters. Es gibt Ar­tis­tik, Come­dy, Ma­gic, Live-Mu­sik.

Was er­war­tet das Pu­bli­kum beim Kö­nig­li­chen Va­rie­té­fes­ti­val im Fest­spiel­haus Füs­sen?

Wir zei­gen ein ganz brei­tes Spek­trum, bei­spiels­wei­se Glas­har­fen­spiel, Ba­lance­kunst, Sei­fen­bla­sen­per­for­mance, Ma­gie, Akro­ba­tik, Luft- und Tram­po­linar­tis­tik, Pan­to­mi­me, Be­we­gungs­kunst jeg­li­cher Art und na­tür­lich auch Clow­ne­rie und Come­dy.

Es gibt zwei rund zwei­stün­di­ge Mot­to-Shows, die je­weils an drei Aben­den ge­zeigt wer­den. Die ers­te Staf­fel trägt den Ti­tel „Lud­wigs Traum­wel­ten“. Wird da wo­mög­lich der Mär­chen­kö­nig auf der Büh­ne er­schei­nen?

Das ers­te Pro­gramm un­se­res Fes­ti­vals ist kein lau­tes, eher ein ru­hi­ges und poe­ti­sches. Aus­gangs­punkt ist die Fra­ge: Was hät­te ei­gent­lich Kö­nig Lud­wig II. ge­fal­len? Es ist ein Num­mern­pro­gramm, das in­spi­riert ist von die­ser un­glaub­li­chen Fan­ta­sie, die dem Kö­nig zu ei­gen war, von sei­ner Poe­sie und sei­nem Gestal­tungs­drang und sei­ner Lie­be für die schö­nen Küns­te. Wir ha­ben ei­nen ro­ten Fa­den in Form ei­nes Zau­ber­künst­lers, der sich mit Lud­wig aus­ein­an­der­ge­setzt hat. Wir den­ken aber, dass Kö­nig Lud­wig selbst nie Teil ei­nes sol­chen Spek­ta­kels hät­te sein wol­len: Er hät­te sich das Gan­ze wohl zu­rück­ge­zo­gen in ei­ner Mu­schel an­ge­schaut. Und ich bin mir si­cher, er hät­te gro­ße Au­gen ge­macht. Im­mer­hin ha­ben wir Künst­ler da­bei, die vie­le Jah­re lang bei „Cir­que du So­leil“mit­ge­wirkt ha­ben, al­so in der Va­rie­té-Welt­spit­ze. Da­zu ge­hört das Duo La Vi­si­on und die Luft­ar­tis­tin Oks­a­na. Wir ha­ben in die­ser Show aber auch ei­ne welt­weit ge­fei­er­te Ba­lan­ce­dar­bie­tung: Wer sie ein­mal ge­se­hen hat, wird sie nie wie­der in sei­nem Le­ben ver­ges­sen.

Bei der zwei­ten Mot­to-Show „Al­pen­gau­di“geht es hef­ti­ger und def­ti­ger zu.

Ja, sie wird vor al­lem auch spek­ta­ku­lä­rer sein. Die Icke Per­for­mers bie­ten bei­spiels­wei­se ei­ne atem­be­rau­ben­de Tram­po­lin-Ar­tis­tik mit ei­ner ganz wil­den Cho­reo­gra­fie in Le­der­ho­sen. Mit da­bei ist auch der Co­me­di­an, Hoch­ra­dar­tist und Alp­horn­spie­ler Schorsch Bross und To­ni Bartls Al­pen­sperr­müll. So ein Pro­gramm mit al­pi­ner Ar­tis­tik, Come­dy und Live- Mu­sik hat man so nicht ge­se­hen. Da wird es auch mal lau­ter und schrill, aber auch enorm lus­tig. Wer al­so auch mal herz­haft la­chen möch­te und groß­ar­ti­ge Ar­tis­ten se­hen will, der ist hier rich­tig. Ob Al­pen­gau­di oder Lud­wigs Traum­wel­ten, bei­de Pro­gram­me sind in je­dem Fall für die gan­ze Fa­mi­lie und auch für Kin­der ge­eig­net.

FOTO: DIRK DEN­ZER PERFORMING/RO­GER RICH­TER

Sinn­lich und tur­bu­lent geht es beim ers­ten Va­rie­té­fes­ti­val von Dirk Den­zer (un­ten links) im Fest­spiel­haus Füs­sen zu: Luft­ar­tis­tin Oks­a­na (oben) tritt in der Show „Lud­wigs Traum­wel­ten“auf, die Icke Per­for­mers (un­ten rechts) bei „Al­pen­gau­di“.

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