Neu­es Rat­haus schließt Um­bau ab

Fei­er­li­che Er­öff­nung des Hau­ses in Ra­vens­burg - 84 Ar­beits­plät­ze für 8,8 Mil­lio­nen Eu­ro

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - OBERSCHWABEN - Von Frank Hau­tumm

RA­VENS­BURG - Die Neu­ord­nung der Ver­wal­tung in Ra­vens­burg ist ab­ge­schlos­sen. Mit der Er­öff­nung des neu­en Rat­hau­ses in der See­stra­ße hat die Stadt am Don­ners­tag den letz­ten und zugleich be­deu­tends­ten Baustein für das Groß­pro­jekt ge­setzt.

„Will­kom­men uns, du Tag der Freu­de“: Was in ei­ner Wo­che beim Ru­ten­fest laut ge­sun­gen wird, woll­te Ober­bür­ger­meis­ter Da­ni­el Rapp am Don­ners­tag schon mal lei­se sum­men. Ein neu­es Rat­haus weiht man schließ­lich nicht al­le Ta­ge ein. „Es schließt sich ein Kreis“, so Rapp.

Sie­ben Jah­re Pla­nung

Sie­ben Jah­re lang ha­ben sich Ver­wal­tung und Ge­mein­de­rat in­ten­siv mit der Neu­ord­nung be­fasst. Ganz am An­fang stan­den die Zie­le Wirt­schaft­lich­keit und mehr Bür­ger­freund­lich­keit so­wie die Idee, die neue Struk­tur zugleich als Chan­ce für den Städ­te­bau zu be­grei­fen. Es gab be­reits ei­nen Grund­satz­be­schluss für ein vo­lu­mi­nö­ses Bür­ger­rat­haus, das an glei­cher Stel­le den Groß­teil al­ler Äm­ter be­her­ber­gen soll­te. „Dann kam der uner­war­te­te Rechts­streit mit Stuttgart um die Ge­wer­be­steu­er der WGV, da wä­re ei­ne In­ves­ti­ti­on von 20 Mil­lio­nen Eu­ro viel zu ris­kant ge­we­sen“, er­in­ner­te Rapp dar­an, war­um die gro­ße Lö­sung wie­der ver­wor­fen wur­de.

Die Al­ter­na­ti­ve: Die al­ten Zie­le, aber drei Stand­or­te statt frü­her ins­ge­samt 13 für drei De­zer­na­te: das his­to­ri­sche Rat­haus am Ma­ri­en­platz (Bür­ger­rat­haus) mit dem im Mai ab­ge­schlos­se­nen Um­bau im Erd­ge­schoss, das tech­ni­sche Rat­haus im Sa­la­man­der­weg und nun noch das „Neue Rat­haus“in der See­stra­ße. Da­zu kommt die Tou­rist-Info im frü­he­ren Le­der­haus.

Die Vor­ga­ben sieht der Ober­bür­ger­meis­ter al­le­samt er­reicht: „Wir sind wirt­schaft­li­cher vom ers­ten Tag an. Die Kos­ten pro Ar­beits­platz sind jetzt schon nied­ri­ger als vor­her.“In Sa­chen Bür­ger­ser­vice ha­be die Stadt ei­nen Quan­ten­sprung al­lei­ne mit der Bün­de­lung der Äm­ter ge­macht. Und weil die Vil­len in der See­stra­ße jetzt wie­der Wohn­ge­bäu­de wür­den, sei­en auch die städ­te­bau­li­chen Zie­le er­reicht wor­den.

Mit dem neu­en Rat­haus, das im Herbst 2015 be­gon­nen wur­de und ei­gent­lich schon En­de 2016 be­zo­gen wer­den soll­te, ha­be sich Ra­vens­burg kein Denk­mal ge­setzt, son­dern „ein be­schei­de­nes und zweck­mä­ßi­ges Ver­wal­tungs­ge­bäu­de ge­schaf­fen“. 84 Ar­beits­plät­ze sind für 8,8 Mil­lio­nen Eu­ro in der See­stra­ße auf 2000 Qua­drat­me­tern Bü­ro­flä­che ent­stan­den. So­zi­al­amt, Ord­nungs­amt und Kul­tur­amt sind be­reits in den Neu­bau und in die in­te­grier­te his­to­ri­sche Vil­la di­rekt ne­ben­an ein­ge­zo­gen.

Ins­ge­samt hat die Neu­ord­nung der Ver­wal­tungs­stand­or­te 14,68 Mil­lio­nen Eu­ro ge­kos­tet, deut­lich mehr als ge­plant. Laut Stadt sind dar­in aber auch Maß­nah­men ent­hal­ten, die un­ab­hän­gig von die­sem Groß­pro­jekt an­ge­stan­den hät­ten.

Den öku­me­ni­schen Se­gen zur Er­öff­nung spen­de­ten De­kan Fried­rich Lang­sam und Pas­to­ral­re­fe­rent Micha­el Schind­ler. „Wir freu­en uns über ein Haus, in dem es Rat ge­ben soll“, sag­te Fried­rich Lang­sam. „Aber vor al­lem be­dür­fen wir al­le Got­tes Ra­tes.“

Ar­chi­tek­tin Regina Kohl­may­er vom Ar­chi­tek­tur­bü­ro Kohl­may­er und Oberst in Stuttgart führ­te mit ih­ren Kol­le­gen zahl­rei­che Gäs­te durch den Neu­bau. Mit­ar­bei­ter und Be­su­cher kön­nen sich über groß­zü­gig, hel­le und trans­pa­ren­te Räu­me freu­en. Noch ge­ar­bei­tet wird der­zeit an den Au­ßen­an­la­gen. Be­son­de­ren Wert ha­ben die Pla­ner auf die Gestal­tung des Ein­gangs­be­reichs zur See­stra­ße ge­legt, sa­gen sie. Rund um die mäch­ti­ge Lin­de öff­net sich ein klei­ner öf­fent­li­cher Platz.

FO­TOS: FE­LIX KÄSTLE

„Kein Denk­mal, son­dern ein be­schei­de­nes, zweck­mä­ßi­ges Ver­wal­tungs­ge­bäu­de“: Ober­bür­ger­meis­ter Da­ni­el Rapp zum neu­en Rat­haus.

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