Rück­hal­te­be­cken sol­len es rich­ten

Bi­be­r­a­cher Hoch­was­ser­schutz­kon­zept für Dür­nach und Sau­bach im Bau­aus­schuss vor­ge­stellt

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - REGION - Von Gerd Mä­ger­le

BI­BE­RACH - Für ei­nen aus­rei­chen­den Hoch­was­ser­schutz der Orts­la­gen ent­lang von Dür­nach und Sau­bach müs­sen 14 Hoch­was­ser­rück­hal­te­be­cken er­rich­tet wer­den. Das ist ei­nes der Er­geb­nis­se, zu de­nen ein Fluss­ge­biets­mo­dell und ein Hoch­was­ser­schutz­kon­zept kom­men, die im Auf­trag der An­lie­ger­ge­mein­den Bi­be­rach, Och­sen­hau­sen, Ma­sel­heim und Mie­tin­gen er­stellt wur­den.

Aus­ge­löst durch die Stark­re­gen­fäl­le im Be­reich von Dür­nach und Sau­bach im Mai und Ju­ni 2016 hat­ten die An­lie­ger­kom­mu­nen das Kon­zept beim Pla­nungs­bü­ro RSI aus Bi­be­rach be­auf­tragt. Ge­schäfts­füh­rer Jür­gen Rapp stell­te im Bau­aus­schuss des Bi­be­r­a­cher Ge­mein­de­rats die­se Wo­che die wich­tigs­ten Punk­te vor.

Die Über­schwem­mun­gen hät­ten in vie­len be­trof­fe­nen Ort­schaf­ten die in den of­fi­zi­el­len Hoch­was­ser­ge­fah­ren­kar­ten aus­ge­wie­se­nen Über­flu­tungs­flä­chen ei­nes 100-jähr­li­chen Hoch­was­sers über­trof­fen, so Rapp. Sein Bü­ro hat in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten ei­ne Viel­zahl von Da­ten er­ho­ben, um ein mög­lichst ge­nau­es Fluss­ge­biets­mo­dell zu er­stel­len. Die­ses ver­fügt über ei­nen Was­ser­ein­zugs­be­reich von fast 94 Qua­drat­ki­lo­me­tern in ei­nem Ge­biet zwi­schen Mit­tel­buch und Laupheim. Aus die­sem Ge­biet fließt Was­ser in Dür­nach und Sau­bach zu.

Ei­ne Da­ten­er­he­bung der Star­knie­der­schlä­ge vom ver­gan­ge­nen Jahr zei­ge deut­lich, dass die bis­her an­ge­nom­me­nen Was­ser­men­gen, die in den Hoch­was­ser­ge­fah­ren­kar­ten für be­stimm­te Hoch­was­se­rer­eig­nis­se (zum Bei­spiel zehn­jähr­li­ches oder 100-jähr­li­ches Hoch­was­ser) hin­ter­legt sind, an­ge­passt wer­den müs­sen. Hier wer­den in Ba­den-Würt­tem­berg in­zwi­schen je­weils ei­ne 15 Pro­zent hö­he­re Re­gen­in­ten­si­tät ver­an­schlagt, um dem Kli­ma­wan­del Rech­nung zu tra­gen, der für ei­ne Häu­fung ex­tre­mer Wet­ter­la­gen sorgt. „Auf die­se neu­en Wer­te soll­te man be­bau­te Orts­la­gen ab­si­chern“, so Rapp.

Um das Was­ser zu­rück­zu­hal­ten, sei­nen Ab­fluss zu dros­seln und da­mit die Orts­la­gen zu schüt­zen, ist der Bau von meh­re­ren Hoch­was­ser­rück­hal­te­be­cken er­for­der­lich. Die­se kön­nen auch Ma­te­ri­al zu­rück­hal­ten, das bei den Nie­der­schlä­gen im ver­gan­ge­nen Jahr Brü­cken­durch­läu­fe ver­stopf­te oder ver­eng­te.

Tech­nisch um­setz­bar

Das Kon­zept von RSI lis­tet in den Be­rei­chen Mit­tel­buch, Ring­s­chnait, Ma­sel­heim, Sul­min­gen, Baltrin­gen, Ell­manns­wei­ler, Lau­perts­hau­sen und Äp­fin­gen ins­ge­samt 14 Rück­hal­te­be­cken auf, von de­nen das im „Grum­pen“in Ring­s­chnait be­reits ge­baut ist. Al­le die­se Be­cken sei­en aus was­ser­bau­li­cher Sicht tech­nisch um­setz­bar, so Rapp.

Das er­stell­te Kon­zept muss nun mit dem Land­rats­amt und dem Re­gie­rungs­prä­si­di­um Tü­bin­gen ab­ge­stimmt wer­den. Erst da­nach kön­nen die ex­ak­ten Grö­ßen der Rück­hal­te­be­cken be­rech­net wer­den. Au­ßer­dem sind na­tur­schutz­fach­li­che Un­ter­su­chun­gen not­wen­dig. Die wich­tigs­te Fra­ge, an der fast al­les hängt, lau­tet: Ist der Er­werb der Flä­chen mög­lich, die für den Bau der ent­spre­chen­den Däm­me be­nö­tigt wer­den?

Von den Ver­tre­tern der Ge­mein­de­rats­frak­tio­nen ern­te­te das auf­wen­di­ge Kon­zept uni­so­no An­er­ken­nung. Er glau­be, dass die Land­wir­te, die er­for­der­li­chen Flä­chen für den Bau von Däm­men be­sit­zen, auch be­reit sei­en, zu ver­kau­fen, sag­te Jo­sef We­ber (Grü­ne): „Auch die Bau­ern sind in­ter­es­siert am Hoch­was­ser­schutz.“

Ring­s­chnaits Orts­vor­ste­her Wal­ter Bo­scher sprach den drin­gen­den Ap­pell aus, für sei­ne Ort­schaft beim Hoch­was­ser­schutz auf die Tu­be zu drü­cken. „Bei uns kommt das Was­ser auf­grund der Tal­la­ge ja von al­len Sei­ten.“Die Stadt sol­le in Ring­s­chnait nicht mit dem Bau­be­ginn war­ten, bis fi­nan­zi­el­le Zu­schüs­se vom Land ge­währt wür­den, so Bo­scher. „Wir müs­sen so bald wie mög­lich bau­en.“

FOTO: BO­SCHER

Über­schwem­mun­gen wie im ver­gan­ge­nen Jahr sol­len sich in Ring­s­chnait und an­de­ren Or­ten ent­lang der Dür­nach künf­tig nicht mehr wie­der­ho­len.

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