„Men­schen zu­wen­den in ih­rer Not“

Hei­lig-Blut­fest in Bad Wurzach – Bi­schof mahnt zum Hin­se­hen

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - REGION - Von Stef­fen Lang

BAD WURZACH - Zum Hei­lig-Blut­fest sind am Frei­tag Tau­sen­de Gläu­bi­ge nach Bad Wurzach ge­kom­men. Mehr als 1400 Rei­ter nah­men an der Pro­zes­si­on durch Stadt und Flur teil. Bi­schof Geb­hard Fürst mahn­te in sei­ner Pre­digt, Men­schen in Not zu hel­fen. Im­mer wieder gin­gen wäh­rend des Ta­ges ban­ge Bli­cke zum Him­mel, ob denn die an­ge­kün­dig­te Re­gen­front an Bad Wurzach vor­bei­zie­hen wür­de. Bis auf ei­ne Stunde ver­lief die Pro­zes­si­on auch tat­säch­lich im Tro­cke­nen, ja die al­ler­meis­te Zeit so­gar im Son­nen­schein. „Gott hat ein Herz für uns“, kom­men­tier­te dies Su­pe­ri­or Pa­ter Eu­gen Kloos.

Thomas Strobl zu Gast

Um 7 Uhr wur­de die Hei­lig-Blut­re­li­quie fei­er­lich aus der Pfarr­kir­che ge­holt. Dann ging es im re­stau­rier­ten und präch­tig ge­schmück­ten Lan­dau­er zum Schloss­por­tal. Dort seg­ne­te Bi­schof Fürst die ers­te Rei­ter­ab­tei­lung.

25 Ka­pel­len und 65 Blut­rei­ter­grup­pen zo­gen durch die In­nen­stadt an­schlie­ßend vor­bei an der Eh­ren­tri­bü­ne, auf der auch der stell­ver­tre­ten­den Mi­nis­ter­prä­si­dent Thomas Strobl und Fürst Erich von Wald­burg-Zeil mit sei­ner Gat­tin Fürs­tin Mat­hil­de Platz ge­nom­men hat­ten. Dann ging es hin­aus in die Flur, zu den Sta­tio­nen Jo­sen­hof, Tru­schwen­de und Rein­stein. Bei herr­li­chem Son­nen­schein ka­men die Rei­ter am Got­tes­berg an, wo Bi­schof Fürst die zwei­te Ab­tei­lung seg­ne­te.

Vor der Wall­fahrts­kir­che, die das 300-Jahr-Ju­bi­lä­um ih­rer Wei­he fei­ert, fand schließ­lich das Pon­ti­fi­kal­amt statt. Sie wur­de von der Stadt­ka­pel­le mu­si­ka­lisch ge­stal­tet. Pa­ter Eu­gen Kloos be­grüß­te die Eh­ren­gäs­te. Ne­ben den be­reits Er­wähn­ten wa­ren dies Jo­sef Graf von Wald­burg-Zeil, zahl­rei­che Ab­ge­ord­ne­te und Land­rat Ha­rald Sie­vers. Ei­nen be­son­de­ren Gruß ent­bot der Su­pe­ri­or der Sal­va­to­ria­ner der Fuß­grup­pe aus Nür­tin­gen, die zum zehn­ten Mal nach Bad Wurzach zum Hei­lig-Blut­fest ge­pil­gert ist. Ge­büh­rend hob er die Restaurierung der Wall­fahrts­kir­che her­vor und dank­te al­len, die „zum groß­ar­ti­gen Ge­lin­gen bei­ge­tra­gen ha­ben“. Nicht un­er­wähnt ließ er, dass im­mer noch Spen­den für die um­fang­rei­che Bau­maß­nah­me er­hofft wer­den. Ober­schwa­ben sei ein Land, das ge­seg­net sei mit vie­len Zei­chen des Glau­bens am We­ges­rand, aber von ei­ner Le­ben­dig­keit des Glau­bens, sag­te Bi­schof Geb­hard Fürst zu Be­ginn sei­ner Pre­digt. Als „Bot­schaft un­se­res Glau­bens, die heu­te sehr wich­tig ist“, nann­te er die Zu­wen­dung zu Men­schen in Not.

Nicht viel zu sa­gen, ha­be er, be­gann Pfar­rer Micha­el Brunn aus Burg­kir­chen bei Pas­sau die Berg­pre­digt am Nach­mit­tag auf dem Got­tes­berg. „Aber ich ha­be ei­ne fro­he Bot­schaft, die ich emp­fan­gen ha­be und wei­ter­schen­ken darf.“Sie zu hö­ren und wei­ter­zu­tra­gen, „ist un­ser Auf­trag als Chris­ten“. Fes­te wie das Hei­lig-Blut­fest als Zeug­nis ge­leb­ten Glau­bens sei­en sehr wich­tig, so Pfar­rer Brunn. Doch Je­sus zu be­geg­nen, sei in viel­fäl­ti­ger Wei­se mög­lich.

Der Mensch lau­fe heut­zu­ta­ge Ge­fahr im „Viel­klang aus Wich­ti­gem und Un­wich­ti­gem“Got­tes sanf­te Stim­me zu über­hö­ren. mahn­te er, auch auf Zwi­schen­tö­ne, auf ein freund­li­ches Wort, ei­ne net­te Ges­te zu ach­ten. Und auch beim Wei­ter­tra­gen der Bot­schaft sei nicht „das gro­ße Wort“ge­fragt. „Ge­fragt ist Au­then­ti­zi­tät im Le­ben und im Glau­ben“, so der Pfar­rer.

Pfar­rer Micha­el Brunn

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