Schwan­ger mit 49

„Das un­er­war­te­te Glück der Fa­mi­lie Pa­yan“– Fran­zö­si­sche Ko­mö­die mit erns­ten Un­ter­tö­nen

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - KINO - Von An­to­nia Lan­ge

Ba­by statt Wech­sel­jah­re: Ni­co­le wird mit 49 Jah­ren un­ver­hofft schwan­ger. Da­bei ist sie längst Groß­mut­ter. Die fran­zö­si­sche Fa­mi­li­en­ko­mö­die „Das un­er­war­te­te Glück der Fa­mi­lie Pa­yan“nä­hert sich mit Hu­mor dem erns­ten The­ma ei­ner spä­ten Mut­ter­schaft.

Ni­co­le (Ka­rin Vi­ard) ist wie ihr Ehe­mann Je­an-Pier­re (Phil­ip­pe Reb­bot) zu­nächst we­nig be­geis­tert von dem Nach­wuchs. „Wir be­hal­ten es aber erst mal für uns“, sagt er, als er von ih­rer Schwan­ger­schaft er­fährt. Lan­ge lässt sich das al­ler­dings nicht durch­hal­ten. Die neue Si­tua­ti­on sorgt für je­de Men­ge Cha­os in der Fa­mi­lie und löst nicht nur Ju­bel aus.

„Das un­er­war­te­te Glück der Fa­mi­lie Pa­yan“ist ei­ne ty­pisch fran­zö­si­sche Ko­mö­die mit schrä­gen, aber lie­bens­wer­ten Haupt­fi­gu­ren und den klas­si­schen The­men Lie­be und Fa­mi­lie. In ih­rem Spiel­film­de­büt geht Re­gis­seu­rin Na­dè­ge Loi­seau aber noch ei­nen Schritt wei­ter: Das Werk be­han­delt das The­ma der spä­ten Mut­ter­schaft hu­mor­voll und gleich­zei­tig sehr ein­fühl­sam. „Ich woll­te die erns­ten The­men nicht aus­spa­ren, aber mit ei­ner ge­wis­sen Leich­tig­keit dar­über la­chen kön­nen“, sag­te Loi­seau in ei­nem In­ter­view.

Und erns­te The­men gibt es vie­le: Da ist Ni­coles Mann Je­an-Pier­re, der seit Jah­ren ar­beits­los ist, ih­re Mut­ter Ma­mi­let­te (Hé­lè­ne Vin­cent), de­ren Pfle­ge­be­dürf­tig­keit zu­neh­mend zur Be­las­tung wird. Und da ist Ni­coles Toch­ter Ari­el­le (Ma­non Kneu­sé), die zwar selbst Mut­ter ist, aber noch im­mer in ih­rem Kin­der­zim­mer wohnt und nicht so recht er­wach­sen wer­den will. Und jetzt auch noch ein Ba­by? Im­mer­hin war schon Ni­coles ers­te Schwan­ger­schaft mit 15 un­ge­plant, eben­so die fol­gen­de mit Ari­el­le. Nun will sie selbst ent­schei­den – und den „klei­nen Un­ter­mie­ter“ab­trei­ben. Doch da hat Ni­co­le die Rech­nung oh­ne ih­re Fa­mi­lie ge­macht.

Haupt­dar­stel­le­rin Ka­rin Vi­ard („Ma­dame Chris­ti­ne und ih­re un­er­war­te­ten Gäs­te“) füllt die Rol­le der spä­ten Mut­ter per­fekt aus. Sie hat schon mit dem Rest ih­rer Fa­mi­lie al­le Hän­de voll zu tun und ver­kör­pert glaub­haft und an­rüh­rend so­wohl die Ver­zweif­lung an­ge­sichts ih­rer spä­ten Schwan­ger­schaft als auch die Lie­be zu ih­rer chao­ti­schen Fa­mi­lie. Vi­ard ist es, die die­sen Film trägt. (dpa)

FO­TO: WILDBUNCH

Ei­gent­lich stand Schwan­ger­schaft nicht auf dem Plan, den­noch freun­det sich Ni­co­le (Ka­rin Vi­ard) lang­sam mit dem Ge­dan­ken an.

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