An­woh­ner und BN spre­chen über Kla­gen ge­gen die Ther­me

Stadt Lin­dau und In­ves­tor be­rei­ten Ab­riss und Bau vor – Bis die Bag­ger an­rol­len, wird es noch dau­ern

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - REGION -

LIN­DAU (dik) - Kri­ti­ker ge­ben sich nicht ge­schla­gen: Wäh­rend der Bund Na­tur­schutz noch über Kla­gen ge­gen den Bau der Ther­me nach­den­ken will, hat zu­min­dest ein An­woh­ner be­reits an­ge­kün­digt, er wer­de si­cher vor Ge­richt ge­hen. Die Stadt re­agiert ge­las­sen. Mit dem In­ves­tor will man den bal­di­gen Ab­riss und Be­ginn der Bau­ar­bei­ten mög­lich ma­chen.

Wäh­rend Ro­land Kohl­heim, ei­ner der Spre­cher der Bür­ger­initia­ti­ve, am Sonn­tag­abend im Ge­spräch mit der SZ her­aus­ge­stellt hat, dass die BI das de­mo­kra­ti­sche Vo­tum der Lin­dau­er an­neh­men wer­de, hat er im In­ter­view mit Re­gio-TV klar­ge­stellt, dass er als An­woh­ner auf je­den Fall kla­gen wer­de. Vor al­lem stört ihn dem­nach das Ver­kehrs­kon­zept, er fürch­tet aber auch den Lärm von der Lie­ge­wie­se und hält den Schall­schutz für nicht aus­rei­chend. Bei­des wol­le er des­halb vor Ge­richt an­fech­ten.

Auch der Bund Na­tur­schutz denkt über den Weg vor die Ge­rich­te nach, al­ler­dings müs­se sich der Kreis­vor­stand da­mit noch nä­her be­fas­sen, sagt Erich Jörg im Ge­spräch mit der SZ. Ei­ne Ent­schei­dung sei noch nicht ge­fal­len. Der BN sieht den Land­schafts­schutz nicht aus­rei­chend ge­wür­digt. Um­welt­schutz spie­le in Lin­dau lei­der kei­ne gro­ße Rol­le mehr, sagt Jörg und ver­weist auf das kla­re Er­geb­nis des Bür­ger­ent­scheids. Der BN-Kreis­vor­sit­zen­de fürch­tet nun, dass die Po­li­tik auch an­de­re Pro­jek­te durch­drü­cken wer­de, wenn die Bür­ger nicht für den Na­tur­schutz kämp­fen.

„Wir prü­fen das noch“, sagt Jörg zum Kla­ge­weg. So sei noch nicht mal klar, ob der BN über­haupt ein Kla­ge­recht hat. Und dann will Jörg prü­fen, ob ei­ne Nor­men­kon­troll­kla­ge ge­gen Be­bau­ungs­plan oder Bau­ge­neh­mi­gung er­folg­ver­spre­chen­der sei oder ei­ne Po­pu­lar­k­la­ge vor dem Baye­ri­schen Ver­fas­sungs­ge­richts­hof. Al­len Kla­gen sieht Lind­aus Pres­se­spre­cher Jür­gen Wid­mer de­mons­tra­tiv ge­las­sen ent­ge­gen. Durch jah­re­lan­ge Ver­hand­lun­gen mit der Rechts­auf­sicht sei­en die Plä­ne sehr rechts­si­cher. Zu­dem gin­gen auch die Klä­ger ein ho­hes Ri­si­ko ein, wenn sie ge­gen das – mit­samt Park­platz – 40-Mil­lio­nen-Pro­jekt kla­gen: „Das ist ein er­heb­li­cher Streit­wert.“

Wid­mer kün­digt an, dass die Ver­wal­tung noch in die­ser Wo­che al­le Ge­neh­mi­gun­gen schrift­lich vor­lie­gen ha­ben wer­de, da­mit der Ab­riss be­gin­nen darf. Am 12. Sep­tem­ber ist zu­dem ei­ne Son­der­sit­zung des Stadt­rats ge­plant, in der die Rä­te den Be­bau­ungs­plan be­schlie­ßen sol­len, auf des­sen Grund­la­ge dann die Bau­ge­neh­mi­gung für den Neu­bau der Ther­me er­fol­gen kann.

Ganz so schnell wer­den die Bag­ger aber nicht auf­fah­ren, bremst In­ves­tor Andre­as Schau­er die Er­war­tun­gen. Denn er hat­te we­gen des Bür­ger­ent­scheids al­le be­reits ver­ge­be­nen Auf­trä­ge vor Wo­chen stor­niert. Jetzt muss er er­neut Fir­men fin­den. Das ist in ei­ni­gen Fäl­len nicht ein­fach, weil es für man­che Auf­ga­ben hier­zu­lan­de nur we­ni­ge Spe­zi­al­fir­men gibt.

Al­len Kla­gen sieht Pres­se­spre­cher Jür­gen Wid­mer de­mons­tra­tiv ge­las­sen ent­ge­gen.

Pla­nung und Auf­trags­ver­ga­be wer­den ein paar Wo­chen dau­ern

Schau­er geht des­halb da­von aus, dass er erst ge­gen En­de der Fe­ri­en ei­nen neu­en Zeit­plan für den Bau vor­le­gen kann. Dann wer­de er auch erst wis­sen, um wie viel die Kos­ten in Fol­ge der Ver­zö­ge­rung stei­gen wer­den. Da­nach ste­hen Ver­hand­lun­gen zwi­schen Schau­er und der Stadt an, wer die­se Kos­ten tra­gen muss. Na­tur­ge­mäß drängt sich kei­ne Sei­te vor.

Die Bür­ger­initia­ti­ve Eich­wald taucht am Mon­tag zu­nächst ab. Die BI be­dau­ert le­dig­lich in drei Sät­zen im In­ter­net das Er­geb­nis und ver­weist auf in­ter­ne Be­spre­chun­gen, nach de­nen man „in den nächs­ten Ta­gen“ei­ne Er­klä­rung ver­öf­fent­li­chen wol­le.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.