Trau­er um Hoch­sprin­ge­rin Gre­tel Berg­mann

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - SPORT -

NEW YORK/LAUPHEIM (SID) - Die frü­he­re Hoch­sprin­ge­rin Gre­tel Berg­mann, die als Jü­din nicht an den Olym­pi­schen Spie­len 1936 in Ber­lin teil­neh­men durf­te, ist am Di­ens­tag im Al­ter von 103 Jah­ren in ih­rem Haus im New Yor­ker Stadt­teil Queens ge­stor­ben. Berg­manns Tod be­stä­tig­te laut „New York Ti­mes“ih­re Nich­te Do­ris Berg­man.

Mar­ga­ret Berg­mann Lam­bert, wie sie seit der Hoch­zeit mit ih­rem Mann Bru­no hieß, leb­te seit 1937 in den USA. In den Jah­ren vor ih­rer Emi­gra­ti­on war die ge­bür­ti­ge Lauphei­me­rin vom Na­zi-Re­gime durch den so­ge­nann­ten „Arier­pa­ra­gra­phen“erst schi­ka­niert und dann un­ter Druck ge­setzt wor­den. Berg­mann soll­te aus ih­rem Exil in Groß­bri­tan­ni­en ins Deut­sche Reich zu­rück­keh­ren und bei den Som­mer­spie­len 1936 für ihr Hei­mat­land star­ten, wur­de am En­de aber doch nicht be­rück­sich­tigt – of­fi­zi­ell aus Leis­tungs­grün­den. Ihr Ent­schluss zur Emi­gra­ti­on reif­te, und sie schwor sich, nie wie­der deut­schen Bo­den zu be­tre­ten. 2003 al­ler­dings reis­te Berg­mann in ih­re Hei­mat Laupheim. Der Deut­sche Leicht­ath­le­tik-Ver­band hat ih­re Best­mar­ke von 1936 (1,60 Me­ter) im Jahr 2009 mit 73-jäh­ri­ger Ver­spä­tung an­er­kannt.

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