Be­bau­ungs­plan stößt auf Kri­tik

Grund­stücks­ei­gen­tü­mer in Es­se­rats­wei­ler se­hen sich be­nach­tei­ligt

Schwaebische Zeitung (Wangen) - - GEMEINDEN - Von Olaf Wink­ler

ACH­BERG - Der ge­plan­te Sat­zungs­be­schluss fiel aus: Der Ge­mein­de­rat Ach­berg geht rund um die ge­plan­te Än­de­rung des Be­bau­ungs­plans „Es­se­rats­wei­ler Orts­mit­te I“in die Ver­län­ge­rung. Aus­lö­ser sind zwei Ein­wän­de von Grund­stücks­ei­gen­tü­mern, aber auch die ge­plan­te Fest­le­gung der künf­ti­gen Nut­zung des von der Ge­mein­de er­wor­be­nen Ge­bäu­des in der Kirch­stra­ße 8.

Künf­ti­ge Ent­wick­lung of­fen

Der 1997 auf­ge­stell­te Be­bau­ungs­plan de­fi­niert den Be­reich als Dorf- und Misch­ge­biet. Ers­te­res setzt vor­aus, dass es Land­wir­te gibt. Im zwei­ten Fall ist ei­ne Mi­schung aus Ge­wer­be und Wohn­be­bau­ung Vor­aus­set­zung – üb­li­cher­wei­se in ei­nem Ver­hält­nis von 40 zu 60. Das war 1997 auch der Fall, als der Be­bau­ungs­plan in Kraft trat. Die Post war mit ei­ner Fi­lia­le eben­so in dem Ge­biet ver­tre­ten wie ein Dor­f­la­den. Und auch Land­wirt­schaft wur­de hier noch be­trie­ben. Heu­te hat sich die Zu­sam­men­set­zung ge­wan­delt. Ein­zig ein Sa­ni­tär­be­trieb ist noch in der Orts­mit­te tä­tig. In der Fol­ge stim­men die De­fi­ni­tio­nen als Dorf- und als Misch­ge­biet nicht mehr. Die Kon­se­quenz: Ei­ne Wei­ter­ent­wick­lung der Orts­mit­te ist nach dem bis­lang gül­ti­gen Be­bau­ungs­plan kaum mög­lich, der Wunsch nach ei­ner Nach­ver­dich­tung mit neu­er Be­bau­ung aber teil­wei­se vor­han­den.

Die Än­de­rung hin zu ei­nem so­ge­nann­ten ein­fa­chen Be­bau­ungs­plan er­for­dert kei­ne De­fi­ni­ti­on des Ge­bietscha­rak­ters mehr und lässt ei­ne künf­ti­ge Ent­wick­lung of­fen. Ei­ne neue Be­bau­ung hat sich an der Nach­bar­schaft zu ori­en­tie­ren. Da­ge­gen gibt es auch kei­ner­lei Wi­der­stän­de. Wohl aber ge­gen die ge­plan­te Ab­gren­zung hin zum Dor­fan­ger. Bei ihm han­delt es sich um ei­ne Grün­flä­che. Im Über­gang sieht die Än­de­rung des Be­bau­ungs­pla­nes ei­nen drei Me­ter brei­ten Grün­strei­fen auf den pri­va­ten Grund­stü­cken vor. Da­ge­gen leg­te ei­ne Ei­gen­tü­me­rin Ein­spruch ein. Ihr blei­be dann nur noch ein Bau­fens­ter, das teil­wei­se nur 5,50 Me­ter breit sei. Auch ein zwei­ter Ei­gen­tü­mer mo­nier­te die Pla­nung. Auch hier sieht sie im Ver­gleich zur Grund­stücks­grö­ße nur ein ver­klei­ner­tes Bau­fens­ter vor, in dem ein Ge­bäu­de ent­ste­hen könn­te. Der Ei­gen­tü­mer war in der Ge­mein­de­rats­sit­zung an­we­send und mach­te vor al­lem gel­tend, dass er ge­gen­über an­de­ren Grund­stücks­ei­gen­tü­mern un­gleich be­han­delt wer­de.

Die Si­tua­ti­on sei bei ihm an­ders, hielt ihm Bür­ger­meis­ter Jo­han­nes Aschau­er ent­ge­gen, denn sein Grund­stück gren­ze an den Dor­fan­ger und nicht an ei­ne Stra­ße. Aus sei­nem Un­ver­ständ­nis an der Kri­tik mach­te Aschau­er kei­nen Hehl: „Wir woll­ten mit dem Plan et­was Gu­tes tun, da ei­ne Be­bau­ung nicht mehr mög­lich war. Jetzt aber be­kom­men wir un­schö­ne Kommentare.“Für Ge­mein­de­rats­mit­glied Klaus Wir­thwein ist die Pla­nung je­doch „un­lo­gisch“. Schließ­lich gren­zen die frag­li­chen Grund­stü­cke an ei­ne Grün­flä­che: „War­um ist dann dort bei ei­ner Be­bau­ung noch mehr Ab­stand zur Grund­stücks­gren­ze not­wen­dig als dort, wo kei­ne Grün­flä­che an­grenzt?“.

Ver­wal­tung und Pla­nungs­bü­ro wol­len nun über­prü­fen, ob ei­ne Plan­än­de­rung noch mög­lich ist. Das gilt auch für die künf­ti­ge Nut­zung des Ge­bäu­des Kirch­stra­ße 8. Die Ge­mein­de plant hier ein Bür­ger­haus. Ent­spre­chend war ei­ne Nut­zung als Rat­haus und für so­zia­le Ein­rich­tun­gen vor­ge­se­hen. Aus den Rei­hen des Ra­tes ka­men nun aber Stim­men, dass es ei­ne sol­che Selbst­be­schrän­kung mög­lichst nicht ge­ben soll­te.

FO­TO: OLWI

Das Ge­biet des Be­bau­ungs­pla­nes „Es­se­rats­wei­ler Orts­mit­te I“grenzt an den Dor­fan­ger. Bis­lang sah die ge­plan­te Än­de­rung vor, ei­nen drei Me­ter brei­ten Grün­strei­fen als Über­gang fest­zu­schrei­ben.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.